Krankenhaus

Krankenhaus-Aus könnte sich bis 2020 hinziehen

Bleibt eventuell noch bis 2020 geöffnet: das St. Josef-Hospital in Horst.Das erklärten jetzt Aufsichtsratsvorsitzender Werner  M. Philipps und Geschäftsführerin Ines Manegold.

Foto: Martin Möller

Bleibt eventuell noch bis 2020 geöffnet: das St. Josef-Hospital in Horst.Das erklärten jetzt Aufsichtsratsvorsitzender Werner M. Philipps und Geschäftsführerin Ines Manegold. Foto: Martin Möller

Vielleicht können die Horster das St. Josef-Krankenhaus länger nutzen. KKEL-Aufsichtsrat und Geschäftsführung stellen Weiterbetrieb in Aussicht

Die gute Nachricht zuerst: Das Horster St. Josef-Hosptial könnte doch noch über den zunächst von der KKEL-Geschäftsführung angestrebten Schließungstermin am 31. Dezember 2017 weiter bestehen. „Wir überlegen, das Krankenhaus in Horst während der Bauphase in Gladbeck bis Ende 2020 geöffnet zu halten“, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Werner M. Philipps.

Allerdings, so räumt Philipps ein, hängt der Termin von einigen Faktoren ab. Bekanntlich sollen die Geriatrie (60 Betten) und die internistischen Betten (30) nach Gladbeck umziehen. Das geht natürlich erst, wenn Gladbeck den nötigen Platz geschaffen hat. „Wir hoffen, noch in diesem Jahr mit dem Neubau in Modulbauweise im Innenhof des St. Barbara Hospitals beginnen zu können“, sagt Philipps. Mit der Fertigstellung des Querriegels rechnet er im Frühjahr 2018.

Gelder aus dem Strukturfonds

Zudem habe die Geschäftsführung Fördermittel für die Schließung des St. Josef-Hospital beantragt. Sobald man weiß, ob und in welcher Höhe Gelder aus dem Strukturfonds fließen, könne man mit der Planung für den Neubau des Nordflügels in Gladbeck beginnen. „Wir gehen davon aus, dass das 2018 der Fall sein wird“, hofft Philipps.

Mit den Erweiterungsplänen für das St.-Barbara-Hospital stößt die KKEL Investitionen von zusammen knapp 37 Millionen Euro am Standort Gladbeck an, der damit gestärkt und zukunftssicher gemacht werden soll, so KKEL-Geschäftsführerin Ines Manegold.

Onkologe geht im Sommer

Klar ist, dass der renommierte Onkologie-Chef Dr. Gerald Meckenstock im Sommer das Horster Haus verlassen und mit einem Großteil seiner Belegschaft ins Ückendorfer Marienhospital umziehen wird. „Wir müssen schauen, wie sich die Belegungszahlen dann entwickeln“, räumt Philipps ein. Denn zehn Millionenen Euro generierte allein Meckenstocks Abteilung für das St. Josef-Hospital.

„Es ist zu befürchten, dass die Patientenströme sich ändern und in Folge auch die Chirurgie mit Einbrüchen zu rechnen hat“, befürchtet die die ehemalige Interims-Geschäftsführerin Dr. Ulrike Ellebrecht. „Wir müssen die Belegungszahlen im Auge behalten“, sagt auch Philipps.

280 Betten in Horst

Zu größeren Abwanderungsströmen der Belegschaft aufgrund der drohenden Schließung des Hauses ist es bisher noch nicht gekommen. „Wir haben im Krankenhausbereich eine natürliche Fluktuation“, erklärt die neue KKEL-Geschäftsführein Ines Manegold. Natürlich hätten sich inzwischen einige Kollegen auf dem Arbeitsmarkt umgeschaut. Konkrete Zahlen wollte sie aber nicht benennen.

Knapp 1600 Mitarbeiter beschäftigen die KKEL, in Horst gibt es 280 Betten.

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