Ferienspass

Kinder entdecken ihre Stadt im Spiel

Larin, David, Klaudia, Lea und Anastasia (von links) stellen im „Seifenstübchen“ selber Weihnachtsseife her. Gegen den Hunger gibt es selbstgemachte Waffeln.

Foto: Oliver Mengedoht

Larin, David, Klaudia, Lea und Anastasia (von links) stellen im „Seifenstübchen“ selber Weihnachtsseife her. Gegen den Hunger gibt es selbstgemachte Waffeln. Foto: Oliver Mengedoht

Gelsenkirchen-Buer.   Im Paul-Loebe-Haus können die Kleinen viele Berufe kennenlernen und erleben, wie ein Wirtschaftskreislauf funktioniert.

Wie funktioniert eigentlich eine Stadt? Wie ein Wirtschaftskreislauf? Und welche Berufe gibt es eigentlich? Das alles probieren 180 Kinder in diesen Tagen im Falken-Jugendzentrum „Paul-Loebe-Haus“ aus. Ganze 27 Gewerke werden dort angeboten, von der Bank über die Zeitung bis hin zur Gärtnerei. Bis zu 60 Helfer sind dafür notwendig.

„Damit sind wir aber auch mit unseren Kapazitäten am Ende“, sagt Annika Eismann vom Jugendzentrum. Den Ablauf der Ferienaktion erhielt man bei. „Aber wir haben ein paar neue Angebote.“ Und so geht es denn auch gleich zu den Forschern – vorsichtshalber im Außenbereich in einem Zelt untergebracht, experimentiert man doch sogar mit Explosionen.

Schleim, der im Dunkeln leuchtet

Heute aber geht es um Lustiges rund um Halloween. „Wir machen gerade Schleim, der im Dunkeln leuchtet“, sagt Melina Leupold, eine der vielen Helferinnen. Dann meldet sich ein kleiner Forscher zu Wort, der mit anderen Aufgaben beschäftigt ist: „Ich habe Blutkapseln gemacht“, sagt der zehnjährige Alex. „Dafür haben wir Sirup, Wasser und Lebensmittelfarbe mit einer Spritze in Kapseln gefüllt.“ Weil es ja ums Wirtschaften geht, werden die dann in der Spielstadt zum Verkauf angeboten. Für einen Euro. Typisch Wissenschaftler hat der kleine Forscher die Verkaufszahlen jedoch nicht präsent. „Ein paar haben wir schon verkauft. Vielleicht fünf. Oder auch zehn.“

Jeden Tag können sich die Kinder für einen Beruf entscheiden, müssen dann zum Jobcenter und schauen, ob im Traumberuf eine Stelle frei ist. Emily ist heute „Berufsmusikerin“ in der Band. Die absolviert in der Woche sogar Auftritte. „Das ist toll, weil wir hier Lieder schreiben über die Spielstadt“, sagt das Mädchen. Der Profi, Matthias Kafeia, bestätigt: „Wir schreiben neue Texte zu bekannten Liedern.“ Aber natürlich singe man auch bekannte Stücke. Sogar Rocksongs.

Blick frei aufs Schmuckmotiv

Neu ist in diesem Jahr auch das „Seifenstübchen“, wo edle Säuberungsmittel entstehen, die auch noch eine Augenweide sind. Im Inneren nämlich warten sie mit hübschen Motiven auf. „Wir haben eine erste Schicht flüssige Rohseife in Plastikförmchen gefüllt. Dann konnten wir Figürchen machen, die wir auf die erste Schicht gelegt haben“, erklärt die zwölfjährige Klaudia, dass man danach die Förmchen mit klarer Seife aufgefüllt habe. Die gibt den Blick frei auf das Schmuckmotiv. „Jetzt mache ich eine Weihnachtsseife.“ Erprobt habe sie die Seife schon. „Die ist richtig gut und macht viel Schaum.“

Pulver zeigt Fingerabdrücke

Einen spannenden Job hat Nick (11) ergattert. Er ist Detektiv, muss sich großen Herausforderungen stellen. „Wir klären Falschgeldfälle auf oder ermitteln, wenn Geld geklaut wurde.“ Betroffene können sich direkt an die „Profis“ wenden. „Die kommen zu uns und erzählen uns davon. Oder sie sprechen uns an, wenn wir durch die Spielstadt gehen.“ Um erfolgreich arbeiten zu können, wurden die Detektive fachgerecht ausgestattet.

„Wir haben einen Spurenkoffer hier und sogar Fingerabdruckpulver, einfach alles, damit die Detektive die Fälle untersuchen können“, sagt Verena Traud, eine der Helferinnen. Sie verrät dann, was eigentlich keiner wissen soll: „Manchmal sind unsere Mitarbeiter sogar undercover in den anderen Gewerken unterwegs.“ Natürlich alles im Sinne der Wahrheitsfindung.

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