Karneval

Jecker Höhepunkt des Jahres für Werkstätten-Mitarbeiter

Prinzessin Elisabeth I. (r.) und Prinz Julian I. (m.) mit den Tollitäten aus den Werkstätten Petra I. (l.) und Romik I. in Feierlaune.

Foto: Heinrich Jung

Prinzessin Elisabeth I. (r.) und Prinz Julian I. (m.) mit den Tollitäten aus den Werkstätten Petra I. (l.) und Romik I. in Feierlaune. Foto: Heinrich Jung

Beckhausen.   Überwältigend war für die Stadtprinzenpaare der Empfang, als sie die Rosenmontags-Party der Gelsenkirchener Werkstätten besuchten.

Die Party ist in vollem Gange. Dabei ist es erst zehn Uhr am Morgen. Ausgelassen tanzen und singen die jecken Mitarbeiter der Gelsenkirchener Werkstätten. Lange schon fiebern sie diesen Momenten entgegen.

„Der Rosenmontag ist der Höhepunkt des Jahres“, sagt Sitzungspräsident Martin Schäfer und erklärt dann überzeugt: „Das ist doch für jeden so.“ Die restlichen Tage im Jahr ist er Mitarbeiter der Näherei. Seit drei Jahren moderiert er am Rosenmontag die Karnevalsparty der Gelsenkirchener Werkstätten. „Groß vorbereitet habe ich mich nicht. Nur die Namen der Prinzenpaare habe ich mir aufgeschrieben.“ Die statten regelmäßig der Veranstaltung einen Besuch ab, bevor sie zur Aufstellung des Zuges fahren. Martin Schäfer hat hier seinen „Traumjob“ gefunden. „Das Schöne ist die gute Stimmung und dass alle mitfeiern.“ Übrigens lange über das Ende der Party um ein Uhr hinaus. „Dann geht es zum Rosenmontagszug nach Erle.“

Elferrat und eigene Orden

Hier gibt es alles, was zum Karneval dazu gehört. Gleich neben der Bühne tagt der Elferrat. Cornelia Pente sitzt da zum ersten Mal drin. Meistens. „Manchmal habe ich Pause. Dann kann ich selbst tanzen.“ Auch für sie ist es ein besonderer Tag. „Ich habe mich schon lange auf Karneval gefreut.“ Um den Hals trägt sie den Orden der Gelsenkirchener Werkstätten. Der ist selbst gemacht aus einer Astscheibe. Eine Narrenkappe ziert diese. Und der Ausruf: „Helau 2018“.

Prinzenpaare als Superstars

Dann ist es endlich soweit. Die Prinzenpaare der Stadt Gelsenkirchen marschieren ein. Ein großes „Helau“ herrscht im Saal als die Tollitäten aufeinander treffen. Die Mitarbeiter nämlich haben ihr eigenes Prinzenpaar gewählt: Petra I. und Romik I., die schon bald mit Julian I. und Elisabeth I. auf Tuchfühlung gehen. Als die Stadtprinzessin das Sessionslied singt – ausnahmsweise ganz allein – drängen sich die hiesigen Tollitäten dicht an ihre Seite und strahlen. „Das war sehr schön“, soll Romik I. später stolz berichten.

„Alle unsere Mitarbeiter sind große Karnevalisten“, sagt Werkstätten-Geschäftsführer Sebastian Schwager. Der ist selbst kein Jeck, ist aber berührt, wie groß die Freude seiner Mitarbeiter ist. „Da macht wirklich jeder einzelne mit.“

Warmherziger Empfang

„So einen herzlichen Empfang wie hier haben wir selten erlebt“, sagt Julian I. und ist überwältigt, welch Narretei er hier erlebt. Ein letztes Mal bittet er seine Garde zum Tanz. Da bebt der Boden von der Choreographie und die Luft vom jubelnden Klatschen der Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf. Es gibt Szenenapplaus. Jede Hebefigur wird frenetisch gefeiert. Am Rande der Bühne gehen gar Autogrammwünsche ein. Prinzessin Elisabeth I. treibt das Tränen der Rührung in die Augen. Der Karneval ist hier eine echte Herzensangelegenheit und die Prinzenpaare der Stadt mit ihren Garden sind für die Menschen hier regelrechte Superstars.

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