Kultur

Im Schalthaus Bergmannsglück bleibt es dunkel

Es war einmal eine Idee: Kira (li.) und Monika Schmidt schließen die Tür zum Schalthaus Bergmannsglück.

Foto: Thomas Gödde

Es war einmal eine Idee: Kira (li.) und Monika Schmidt schließen die Tür zum Schalthaus Bergmannsglück. Foto: Thomas Gödde

Gelsenkirchen-Buer.  Die Machbarkeitsstudie für einen Kulturbetrieb auf Bergmannsglück liegt vor. Monika und Kira Schmidt geben ihre Idee von der Kunstförderung auf

Der Kultur und vor allem der darstellenden Kunst auf bergbauhistorischem Fundament eine Bühne zu bereiten, auf der sich Talente aus dem Stadtteil und der Region erproben können, war der Leitgedanke für das „Schalthaus Bergmannsglück“. Fünf Jahre haben Monika und Kira Schmidt an dieser Idee gefeilt, haben mit den „Kulturnächten“ gezeigt, wie das Konzept mit Leben gefüllt werden kann, und zuletzt darauf gesetzt, dass eine von der Stadt in Auftrag gegebene „Machbarkeitsstudie zur Realisierung eines Kulturbetriebs“ grünes Licht gibt für den Aufbau eines Kulturstandortes in Hassel.

Die über 100 Seiten starke Untersuchung liegt jetzt vor. Und die Gutachter kommen zu dem Ergebnis, dass das „Schalthaus Bergmannsglück“ ein regionales Alleinstellungsmerkmal schafft und dass es im nördlichen Ruhrgebiet und im Gelsenkirchener Stadtnorden durchaus einen Bedarf für diese Kulturangebote gibt. Während die Gutachter die Umsetzung der Projektidee bedingt empfehlen, kommen die Initiatorinnen nach der Lektüre der Ausführungen zu dem Schluss: Die Türen zum Schalhaus bleiben geschlossen.

Finanzielles Risiko ist zu hoch

Als Gründe für den Rückzug verweist Monika Schmidt, Künstlerin und Eigentümerin des Gebäudes, auf das persönliche Risiko, das mit der öffentlichen Förderung verbunden sei, und auf die „Ergänzungen“, die die Projekt-Idee erfahren habe. „Die Gutachter schätzen den Aufwand für Umbau und Erstausstattung auf 1,7 Millionen Euro netto. Davon müssten wir zehn Prozent als Eigenanteil tragen – und finanzieren. Nach dem bereits geleisteten finanziellen Engagement kämen weitere Verpflichtungen von mehreren 100 000 Euro durch die Übernahme der anfallenden Mehrwertsteuer und die Abzüge eines Teils von prognostizierten Einnahmen“, beschreibt sie die Unwägbarkeiten.

Was sie aber besonders enttäuscht: Der Gutachter beschreibe zusätzliche Einnahmemöglichkeiten durch Veranstaltungen, die gar nicht zur ursprünglichen Schalthaus-Idee passten und zudem mit Angeboten von Veranstaltern zum Teil aus direkter Nachbarschaft konkurrierten. Monika Schmidt: „Es wird uns empfohlen, Kindergeburtstage, kostenpflichtige Ferienprogramme und Workshops sowie Kinoabende mit kommerziellen Filmen anzubieten.“ Das Schalthaus solle aber doch dazu dienen, Menschen zu fördern, die nicht oder kaum in Berührung mit Kunst und Kultur kommen. Monika Schmidt führt als Beispiel die Tanzproduktionen auf, an denen internationale Profis, Folkwang-Studierende und Laien mitgearbeitet haben. Der Gutachter spreche aber von Tourneetheatern und Tanzschulen als „typische Formate“ für das Schalthaus. Ihr Fazit: „Wir fühlen uns nicht richtig verstanden.“

Blick richtet sich auf Alfred-Schmidt-Galerie

Was bleibt vom Schalthaus-Projekt übrig, wenn das Schalthaus erst gar nicht eröffnet wird?

Monika Schmidt: „Wir wollen unser Engagement fortsetzen, vielleicht in einem kleineren Rahmen, in dem wir das Programm der Alfred-Schmidt-Galerie erweitern.“

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