St. Josef-Hospital

Horster Krankenhaus gewährt Blick in den OP-Saal

Beim Tag der offenen Tür im St. Josef-Hospital in Horst stellen Hannah (12) und ihr Bruder Fabian (12) ihr Geschick am OP-Tisch unter Beweis. Hugo Kämmerer, stellvertretender OP-Leiter, assistiert.

Foto: Frank Oppitz

Beim Tag der offenen Tür im St. Josef-Hospital in Horst stellen Hannah (12) und ihr Bruder Fabian (12) ihr Geschick am OP-Tisch unter Beweis. Hugo Kämmerer, stellvertretender OP-Leiter, assistiert. Foto: Frank Oppitz

Gelsenkirchen-Horst.   Beim Tag der offenen Tür stellte das St. Josef-Hospital in Horst seine Arbeit vor. Besucher informierten sich über Hygiene und erkundeten ein Darm-Modell.

Das St. Josef-Hospital präsentierte sich jetzt mit einer Auswahl seiner medizinischen Fachgebiete und Stärken bei einem Tag der offenen Tür. Ungewöhnlich, meinten einige, wird doch seit Ende vergangenen Jahres öffentlich über die bevorstehende Schließung des Hauses diskutiert.

„Es sind viele Halbwahrheiten in Umlauf“, so Andrea Petri, Sprecherin des Krankenhauses. „Wir haben bis 2020 geöffnet und sind auf die Patienten angewiesen.“ Das kommuniziere man immer mittwochs auf dem Horster Wochenmarkt – und eben jetzt auch am Tag der offenen Tür.

Die Bedeutung der Hygiene

Vorgestellt wurden alltägliche Themen wie die Bedeutung der Hygiene der Hände. Wer an diesem Stand innehielt, konnte sein eigenes Verhalten bei der Desinfektion überprüfen. Bereit für den Selbstversuch stand hier ein Desinfektionsmittel, versetzt mit fluoreszierender Farbe. Die behandelten Hände zeigten unter Schwarzlicht, wo man es gut und wo zum Teil gar nicht verteilt hatte. „Diesen Versuch nutzen wir auch in der Schulung der eigenen Mitarbeiter, um ein Bewusstsein zu schaffen, wo Benetzungslücken sind“, so Ute Delters, Hygienefachkraft.

Generell, so meint sie, sei die Hygiene mittlerweile weit verbreitet. Während man an Risiko-Orten, wo besonders viele Keime und Viren lauern, die Desinfektion noch intensivieren könne, übertreibe es manch einer im häuslichen Umfeld. „Da muss man den goldenen Mittelweg finden.“

Spannungen zwischen Patienten und Personal

Matthias Mansfeld informierte an seinem Stand im Foyer über Deeskalationsmaßnahmen des Hauses. Vier Fachkräfte arbeiten dort. Sie zeigen den Mitarbeitern, wie sie mit Spannungen zwischen Patienten und Krankenhauspersonal umgehen. Die gebe es immer häufiger. „Das kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Mal haben Patienten den Eindruck, sie müssen zu lange warten, ein anderer käme eher dran.

Dadurch fühlen sich Menschen benachteiligt. Es kommen natürlich auch Menschen in die Notaufnahme, die Drogen oder Alkohol konsumiert haben.“ Es gebe aber auch Konflikte aus kulturellen Gründen. Manche Männer wollten sich nicht durch weibliche Ärzte behandeln lassen. „Für diese Situationen werden die Mitarbeiter in der Kommunikation geschult.“

Cannabis in der Schmerztherapie

Daneben fanden auch zahlreiche Fachvorträge statt, teils zu recht innovativen Themen, So referierte Dr. Rainer Wendland, Chefarzt des Instituts für Anästhesie, Operative Intensivmedizin und Spezielle Schmerztherapie, über Cannabis als Schmerztherapie. Um eine durchaus kritische Auseinandersetzung habe es sich gehandelt, so der Mediziner. Denn es gebe erst für wenige Einsatzgebiete gesicherte Studienergebnisse.

Dazu gehören Spastiken bei Multiple-Sklerose-Patienten, Übelkeit und Erbrechen bei Tumorpatienten und das Anregen des Appetits bei unterernährten Menschen. „Die Wirksamkeit in der Schmerztherapie ist noch nicht über Studien belegt.“ Dennoch erwarten Mediziner Erfolge bei Nervenschmerzen und der Trigeminusneuralgie.

Verband für Teddybär und Barbie

Eine Attraktion für Groß und Klein war das begehbare Modell eines Darms mit verschiedenen Erkrankungen vom Polypenstumpf bis zum Karzinom. „Das kommt sehr gut an, weil dieses Angebot schon besonders ist.“ Besonders charmant war ein Angebot für die Jüngsten: die Teddybärchensprechstunde. Schließlich müssen Plüschtier und Puppe auch mal zum Arzt. „Wir hatten heute schon ein Nilpferd hier, ein Rentier und eine Barbie“, so Stefanie Ackermann, Schwesternschülerin.

„Die haben Verbände bekommen und Medikamente.“ Das waren Schokolinsen in verschiedenen Farben und in bunte Töpfchen verpackt. „Erst trauen sich die Kinder nicht. Aber dann sind sie ganz interessiert, horchen das eigene Herz ab und den Bauch.“ Das Wichtigste daran: „Sie sehen, dass es nicht so schlimm ist im Krankenhaus.“

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