Ferienprogramm

Hasseler Kinder basteln Bücher und bauen Instrumente

Letzter Arbeitsschritt zum eigenen Didgeridoo: Die fertigen Instrumente werden bunt und kreativ angemalt.

Letzter Arbeitsschritt zum eigenen Didgeridoo: Die fertigen Instrumente werden bunt und kreativ angemalt.

Foto: Olaf Ziegler

Gelsenkirchen-Hassel.   Im Stadtteilzentrum Bonni waren Kinder kreativ. Eine Gruppe machte sich auf, den „Schatz im Bücherschrank“ zu erkunden.

„Ich habe zu Hause auch einen kompletten Schrank voller Bücher und lese ganz viel“, erzählt Kim. Damit kann die zehnjährige Dame ganz schön beeindrucken. Mehr noch: Mit ihrer Faszination für das gedruckte Wort ist sie nicht allein. Viele der Kinder, die teilnehmen am Ferienprogramm „Schatz im Bücherschrank“, lesen „echte“ Bücher.

„Wir haben jeden Tag Geschichten vorgelesen und dabei gemerkt, dass die Kinder viele Bücher kannten. Vor ein paar Jahren noch war das anders“, sagt Gudrun Leh, die das Ferienprogramm im Stadtteilzentrum Hassel betreut.

Kinder basteln Tagebücher

„Vielleicht liegt Lesen wieder im Trend.“ Das werde speziell im Bonni auch gefördert. „Wir haben immer eine Auswahl an Büchern da.“ Und den Hasseler Bücherschrank direkt vor der Tür. Den besuchten die Kinder auch. „Da kann man sich Bücher ausleihen und auch welche rein packen, die man ausgelesen hat“, erklärt Kim, die den Schrank aber schon kannte. „Ich habe mir schon mal ein Buch daraus ausgeliehen.“

Bücher lesen, das war den Kleinen nicht genug. Sie bastelten auch eigene Bücher. „Wir haben ein Tagebuch gebastelt und Freundebücher“, erzählt Jana. Dann zeigt die Achtjährige ihr Werk vor. „Die erste Seite fülle ich selbst aus.“ Dort sollen einst Angaben stehen zur Lieblingsfarbe, dem liebsten Essen und anderen Dingen, die das Kinderherz bewegen. Zuckersüß wird hier auch nach der „Krösse“ und der „Tellefonnoma“ gefragt. Und ein Foto ist erbeten. „Damit ich weiß, wie die Leute aussehen“, erklärt die neunjährige Lenia anhand ihres Buches. Aber das wisse sie doch, oder? Schließlich gehe es doch um ihre Freundinnen. „Das ist für später. Wenn ich mir das in ein paar Jahren angucke“, sagt sie.

Ein Didgeridoo aus Abflussrohren

Zeitgleich geht es im Theatersaal auch kreativ zu, allerdings auf anderer Ebene. Hier entstehen in einer Klangwerkstatt Musikinstrumente aus alltäglichen Materialien. Wie etwa ein Didgeridoo aus Abflussrohren. „Das Mundstück haben wir mit Wachs gearbeitet. Und jetzt wird das bemalt“, erklärt Schauspieler Markus Kiefer, einer der Leiter des Ferienprogramms.

Natürlich haben die Jungs, die hier konzentriert bei der Sache sind, das schon ausprobiert. „Cool“, sei das Ergebnis gewesen, findet der achtjährige Lennard. „Dafür muss man Luft durch die Lippen blubbern lassen. Und dann kommt der Ton“, sagt er – und liefert die Trockenübung gleich nach.

Klanghölzer und Zwitscherli

Klanghölzer haben die Kinder auch schon gebastelt. Und „Zwitscherli“ stehen noch bevor. „Dafür wird eine Filmdose an einem Band durch die Luft geschwungen“, erklärt Günter Menger, Musiker und zweiter Leiter des Programms. In einem dritten Raum übrigens hat sich die Lebenshilfe mit ihrem Ferienprogramm eingemietet.

Noch hat das nichts mit dem Angebot im Bonni zu tun. Das aber soll sich bald ändern, verrät Bernd Gartenmann, der Geschäftsführer des Stadtteilzentrums in Hassel. „Im Sommer wollen wir ein gemeinsames, integratives Programm ausprobieren. Das ist für uns ein echtes Herzensprojekt.“

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