Musik

Gregorianische Gesänge in der buerschen Apostelkirche

Die „The Gregorian Voices“ traten in der buerschen Apostelkirche auf.

Foto: Michael Korte

Die „The Gregorian Voices“ traten in der buerschen Apostelkirche auf. Foto: Michael Korte

Buer.   Aus Bulgarien kam das Oktett „The Gregorian Voices“ nach Buer. Auf dem Programm standen zunächst alte Kompositionen, dann aber auch Popsongs.

Sie sind mehrfach ausgezeichnet. Die größte Ehrung war, dass sie in authentischen Mönchskutten auftreten dürfen. Denn sie alle sind keine Geistlichen. Die acht Männer aus Bulgarien sind Sänger und haben es sich zur Aufgabe gemacht, gregorianische Gesänge lebendig zu halten. Dafür bedienen sich „The Gregorian Voices“ kleiner Tricks.

Neben Originalkompositionen präsentieren sie auch etliche Hits der Popgeschichte im gregorianischen Gewand. Das alles gab es am Sonntag in der buerschen Apostelkirche zu hören. Zwar war das Gotteshaus nicht bis auf den letzten Platz gefüllt. Gekommen aber waren – dem Derby zum Trotz – echte Fans und Neugierige.

Klassisches zu Beginn

Der erste Teil des Konzertes war den traditionellen Stücken gewidmet. Eröffnet wurde es passend mit einem „Ave Maria“. Das singen sie konzentriert und meditativ, sehr gleichmäßig schwangen die Töne des gesungenen Gebetes im Kirchenraum. Nicht alltäglich und gleichermaßen ur-vertraut und außergewöhnlich. Darauf folgte ein „Salve Regina“, das erste Stück mit eingestreuten rezitativen Soli, auf die der Chor erwiderte. Hier wurde die Qualität des Einzelnen deutlich, kraftvolle, sonore Bässe treffen auf weiche Tenöre mit viel Strahlkraft – schön.

Im Verlauf folgten viele geistliche Stücke wie ein „Kyrie“, zweistimmig, ausdrucksstark, dabei ohne alle Effekte, eine puristische Musikerfahrung, berührend in seiner Simplizität und Klangfarbe. Ein berührender Moment zum Innehalten.

Zum Ende des ersten Teils verwiesen die Sänger schon auf das, was folgte: Auf dem Programm stand mit „Ameno“ ein Klassiker der modernen Musikgeschichte, hier zum Teil gänzlich losgelöst von der musikalischen Kulisse. So wurden einige Sequenzen solo gesungen. Dann wieder wurde der Leadgesang untermalt vom Chor. Eine stimmungsvolle, interessante Darbietung und in den dramatischen Höhepunkten mit Gänsehautfaktor. Dafür gab es zur Pause stehenden Applaus.

Ein Höhepunkt: „Hallelujah“

Den zweiten Teil eröffnete der Chor mit „Hello“ von Lionel Richie – in ganz ungewöhnlicher Interpretation, reduziert auf das Wesentliche, das dann a-cappella vorgetragen wurde, inklusive rhythmusgebender Stimmen. Ein tolles Musikerlebnis.

Hochemotional wurde es, als „The Rose“ auf dem Programm stand. So bewegend war der Klassiker vorgetragen, der auch hier zeitlos schön war. Im Finale gab es gleich wieder Gelegenheit zur Gänsehaut, so gefühlvoll war der Vortrag, der mit lautem Jubel honoriert wurde.

Ein weiterer Höhepunkt war „Hallelujah“ von Leonard Cohen, sehr weich und stimmungsvoll zu Beginn, dann ging es im Wechsel energisch, ausdrucksstark und wieder zart – ein toller Moment für die Gäste.

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