Pfarrei-Entwicklungs-Prozess

Gläubige lehnen Schließung der St.-Konrad-Kirche vehement ab

Gläubige lehnen Schließung der St.-Konrad-Kirche vehement ab.

Gläubige lehnen Schließung der St.-Konrad-Kirche vehement ab.

Foto: Thomas Schmidtke

Gelsenkirchen-Buer-Middelich.   Katholiken am Standort St. Konrad protestieren gegen die geplante Schließung ihrer Kirche, allen voran Konrad Herz, Ehrenamtlicher und Förderer.

Mit Entsetzen und Fassungslosigkeit haben Gläubige am Standort St. Konrad in Middelich auf die Nachricht reagiert, dass die Pfarrei St. Urbanus ihre Kirche schließen will. „So kann man mit einer derartig lebendigen Gemeinde nicht umgehen. Das ist ein Verbrechen“, kritisiert Konrad Herz, seit Jahrzehnten aktiver Ehrenamtlicher und Förderer vor Ort.

Die Gläubigen seien in vielerlei Hinsicht mit der Kirche verwachsen, lebten seit 42 Jahren äußerst engagiert die Ökumene und hätten einen finanzstarken Förderverein.

„Immobilien gehören doch den Menschen vor Ort“

Frühere Generationen hätten durch Grundstücksschenkungen den Standort erst möglich gemacht. „Als das Bistum 2007 St. Konrad zur Filialkirche von St. Mariä Himmelfahrt erklärte, gingen die Grundstücke und Gebäude an die Pfarrei St. Urbanus über. Und jetzt soll alles aufgegeben werden, um die finanzielle Situation im Bistum zu entlasten. Das kann doch nicht sein! Grundstücke und Immobilien gehören doch den Menschen vor Ort“, gibt Herz die Auffassung verschiedener Gemeindemitglieder wieder. Zudem handele es sich bei der Kirche um einen geweihten Raum.

In Anbetracht schwindender Mitgliederzahl im Bistum von einst 1,6 Millionen auf 800 000 Katholiken schlägt er vor, „das Bistum Essen als Behörde aufzuheben und die Gemeinden wieder den Bistümern Münster, Köln und Paderborn zuzuschlagen. Das Bischofsamt könnte als Repräsentant erhalten bleiben“, so der frühere stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstands und Pfarrgemeinderats von St. Konrad. Ihm sei bewusst, dass eine Bistums-Aufhebung nur der Papst beschließen könne. „Ich weiß aber, dass ich mit einer entsprechenden Unterschriften-Sammlung, die dann Franziskus I. übergeben würde, auf offene Ohren stoßen würde. Viele sagen jetzt schon: ,Wenn die Kirche geschlossen wird, trete ich aus.’“

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