Verkehr

Geschäftsleute leiden unter den Baustellen vor der Tür

Nichts tut sich auf der Baustelle in der Giebelstraße. Das verärgert die Geschäftsleute, die mit sinkender Kundenzahl und somit auch geringeren Einnahmen kämpfen müssen.

Foto: Oliver Mengedoht

Nichts tut sich auf der Baustelle in der Giebelstraße. Das verärgert die Geschäftsleute, die mit sinkender Kundenzahl und somit auch geringeren Einnahmen kämpfen müssen. Foto: Oliver Mengedoht

Buer.   Bei Straßensanierungen haben Ladenbesitzer unter Umständen Ansprüche auf eine Entschädigung. Einfach ist ein solches Verfahren nicht.

An der Giebelstraße im Schaffrath sind die Geschäftsinhaber sauer: Weil die Straßenbauarbeiten länger dauern als geplant und ihre Einnahmen durch den Kundenrückgang bedrohlich sinken. Zwar gibt es unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, Entschädigungsansprüche gerichtlich geltend zu machen, doch einfach scheint das nicht.

„Unternehmen müssen Baustellen vor der Tür dulden, vor allem dann, wenn sie nach Bauabschluss Vorteile vom Umbau haben“, sagt Peter Schnepper, Geschäftsführer der IHK. Die IHK begrüße es, wenn Kommunen in die Infrastruktur investieren. Wichtig sei allerdings, dass die „Anlieger frühzeitig und dauerhaft“ über das Vorhaben informiert werden. Denn der Gesetzgeber gehe davon aus, dass „Unternehmen eine vorübergehende Beeinträchtigung, die langfristig angekündigt wurde, auch überstehen können“.

Um Kunden kämpfen

Dazu gehöre auch, dass Unternehmer trotz der widrigen Umstände weiter um ihre Kunden kämpfen. „Der Unternehmer muss aktiv dazu beitragen, die Schäden so gering wie möglich zu halten“, sagt Schnepper. Ein Beispiel hat er auch parat: Mit dem an prominenter Stelle angebrachten Slogan „Trotz des Staubs sind wir für Sie da“ könne man auch weiterhin Kunden locken.

Selbst wenn ein Lkw mit Waren einen Betrieb nicht mehr anfahren und problemlos beliefern könne, wenn Kunden nicht mit dem Auto bis vor die Eingangstür vorfahren können – für viele Richter sei das alleine noch kein Grund, dem Unternehmer eine Entschädigung zuzusprechen.

Fehler nachweisen

Auch wenn sich der geplante Umbau verzögere, sei es schwierig, Entschädigungen durchzusetzen. „Handelt es sich um höhere Gewalt wie eine Pleite des Bauunternehmers oder schlechte Wetterbedingungen?“ Dann sei kein Anspruch vorhanden. Anlieger müssten nachweisen, dass bei der Planung oder Ausführung Fehler gemacht wurden. „Das wird ein Laie nicht selber feststellen können“, ist Schnepper überzeugt.

Er empfiehlt das vertrauensvolle Gespräch mit der Stadt. „Man muss und kann sicherlich auch gemeinsam ein vernünftiges Baustellenmanagement hinbekommen“, ist der IHK-Chef Schnepper überzeugt.

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