Fastenaktion

Gelsenkirchener gesucht für sieben Wochen Plastik-Verzicht

Der Plastikmüll von wenigen Tagen: Um den Verzicht unter anderem auf Verpackungen geht es bei der Gelsenkirchener Aktion „Sieben Wochen ohne Plastik“.

Der Plastikmüll von wenigen Tagen: Um den Verzicht unter anderem auf Verpackungen geht es bei der Gelsenkirchener Aktion „Sieben Wochen ohne Plastik“.

Foto: Jörn Stender

Gelsenkirchen.  Es geht auch ohne Plastik: Die Ev, Erwachsenenbildung und das Gelsenkirchener Agenda-Büro suchen Menschen, die sich auf ein Experiment einlassen.

Gurken, Wurst oder Käse, fest verschweißt in Plastikhüllen, Obst in Plastikschalen und unter Folie, Plastikpäckchen für Kekse, Plaste-Tigel und Fläschchen für Kosmetik und Körperflege oder Einwegflaschen für Saft – wer die gelbe Tonne befüllt, sieht Woche für Woche, was so zusammenkommt durch unser Verbraucherverhalten. Rund zwölf Millionen Tonnen Plastikabfall landen pro Jahr im Abfall. Höchste Zeit, gegenzuhalten. Die Erkenntnis ist nicht neu. In Gelsenkirchen wollen Agendabüro und Evangelische Erwachsenenbildung jetzt ein Zeichen setzen, eigene Alltagsgewohnheiten zu hinterfragen und im Idealfall zu ändern. Die Fastenzeit liefert dafür den Rahmen für „Sieben Wochen ohne Plastik“.

Treffpunkt im Gelsenkirchener Agenda-21-Büro

Frauen und Männer jeden Alters sollen sich angesprochen fühlen, sich auf diesen persönlichen Versuch einzulassen. Die Idee für das Projekt hatten Anna Konrad vom Agendabüro der Stadt, seit 1998 in Sachen Nachhaltigkeit, Umweltbildung und Teilhabe eine der ersten Adressen in der Stadt, und Heidi Wiesner von der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid. Los geht es am 26. Februar, Aschermittwoch eben. Kursleiterin ist Inga Clever, die ihre eigenen Erfahrungen in Sachen Plastikvermeidung einbringen kann und die seit Jahren in Projekten und Kampagnen engagiert ist.

„Für mich habe ich den Verzicht 2019 umgesetzt. Es war gar nicht so einfach, ist aber auch super spannend“, sagt Clever. Ihre Überzeugung: Weniger oder kein Plastik im Konsumenten-Alltag ist möglich, auch wenn man „immer wieder an seine Grenzen“ stoße. „Doch ich denke, es ist machbar. Und wer seinen Haushalt und sein Einkaufsverhalten ein Stück weit umstellt, schafft das mit wenig zeitlichem Mehraufwand. Und man schätzt die Dinge mehr, wenn man sie zum Beispiel selber macht.“

Ein Workshop und ein Expertenabend stehen auf der Agenda

Auch das soll in den Fastenwochen dazu gehören: Ein Workshop, in dem Kosmetik oder Pflegeprodukte selbst hergestellt werden – ohne Plastikverpackung, ohne Mikroplastik in den Inhaltsstoffen. Experten will Clever an einem Abend einladen, aber auch mit den Teilnehmern die Situation vor Ort erkunden, deren eigenen Erfahrungen Raum geben – beispielsweise, indem sie Fastentagebücher führen oder kurze Videos über ihre Erlebnisse drehen.

Ein Experiment für alle Beteiligten

Im Grunde, sagt Anna Konrad, „geht es einfach um ein Experiment, zu schauen: Wie kann das funktionieren, wie kaufe ich selbst ein“? Für Heidi Wiesner könnte „Sieben Wochen ohne“ der Auftakt zu weiteren Bildungsprojekten zusammen mit dem Agenda-Büro sein. „Wir sind sehr gesopannt, wer sich meldet und dazu bereit ist, Kauf- und Lebensgewohnheiten zu ändern und etwas Neues auszuprobieren.“ Das allein wäre für Clever schon ein Erfolg – wenn die teilnehmenden Akteure nach sieben Wochen „etwas gefunden haben, was sie im Alltag für sich verändern können.“

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