Kleingarten

Gelsenkirchen: Streit um eingeschlossene Kleingärtner

Trügerische Idylle: Im Kleingartenverein Gelsenkirchen-Süd gibt es Ärger. Mitglieder beklagen, dass Besucher dort eingeschlossen wurden.

Trügerische Idylle: Im Kleingartenverein Gelsenkirchen-Süd gibt es Ärger. Mitglieder beklagen, dass Besucher dort eingeschlossen wurden.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Rotthausen.  Im Kleingartenverein Gelsenkirchen Süd gibt es Ärger: Türen werden ab- und Besucher eingeschlossen. Der Vorstand sieht keinen Handlungsbedarf.

Rückzugsort, Platz zur Erholung, Idyll inmitten der Stadt: Der Kleingarten ist für viele Menschen all das. Doch in Rotthausen gibt es Ärger in der Kleingartenanlage. Alexandra Schneider-Meiers Mann Klaus Peter wurde neulich auf der Anlage des KGV GE-Süd eingeschlossen. Beim Versuch, über das Tor zu klettern, hat er sich an der Hand verletzt. Nicht das erste Mal, dass jemand unfreiwillig zwischen den Parzellen ausharren musste, wie die beiden Vereinsmitglieder berichten.

Immer wieder kommt es laut dem Ehepaar vor, dass die Tore zum Gelände an der Mechtenbergstraße mitten am Tag abgeschlossen werden. Dabei müssten sie eigentlich tagsüber geöffnet sein. Das schreibt nicht nur der Pachtvertrag vor, den der Stadtverband der Kleingärtner mit der Stadt Gelsenkirchen geschlossen hat – darin heißt es unter anderem, dass „Kleingartenanlagen als Grünanlagen der Stadt für alle Bürger während der hellen Tagesstunden offen gehalten werden müssen“. Auch die Gartenordnung sieht vor, die Anlage „der Allgemeinheit als Begegnungs- und Erholungsstätte zugänglich zu machen“.

Alle Mitglieder sollten einen Schlüssel haben

Ulrich Kolbe, Vorsitzender des KGV GE-Süd, erklärt, dass der Verein deshalb jemanden eingestellt habe, der jeden Morgen gegen 8 Uhr die Tore des größten Kleingartenvereins in Gelsenkirchen öffnet. Außerdem bekämen alle Vereinsmitglieder einen Schlüssel. Das Problem, das sich daraus ergibt: „Niemand kann verhindern, dass jemand das Tor wieder abschließt.“ Gerade, weil es immer wieder Meldungen von Einbruchsserien in Gartenlauben gebe, könne es vorkommen, dass Mitglieder auch tagsüber die Anlage abschliessen, wenn sie diese verlassen und glauben, dass sich dort niemand mehr befinde.

„Der letzte, der geht, schließt die Tür ab. So ist die allgemeine Regelung bei den 40 Vereinen in der Stadt“, erklärt Franz Theilenberg, Vorsitzender des Stadtverbands der Kleingärtner. Das habe mitunter versicherungstechnische Gründe. Er betont auch: „Das Thema Schlüssel ist eigentlich überhaupt kein Problem.“ Ein Mehrheitsbeschluss des Rotthauser Vereins sehe vor, dass jedes Mitglied einen Schlüssel bekomme. Sich gegenseitig einzusperren, sei daher unmöglich. Dass sie den Schlüssel auch wirklich nehmen müssen, gehe aus aus dem Beschluss aber nicht hervor, merkt Schneider-Meier an. Sie und ihr Mann hätten bewusst darauf verzichtet. Kolbe dazu: „Nicht mein Problem.“

Ein Wanderweg führt über das Gelände

Da sich aber nicht nur Kleingärtner gern auf dem großen Areal aufhalten, sondern auch Passanten oder Wanderer, kommt es laut Schneider-Meier auch unabhängig von der Schlüssel-Debatte zu ärgerlichen Zwischenfällen. Das große, in fünf Bereiche aufgeteilte Gelände wird nicht nur Besuchern des Marienhospitals gern als Abkürzung genutzt. Der Sauerländische Gebirgsverein hat auch einen Wanderweg zwischen den Parzellen eingezeichnet. „Der hat mit unserem Verein nichts zu tun“, merkt Kolbe an und verweist darauf, dass es sich dabei nicht um eine öffentliche Route handle.

Für ihn ist der Vertrag mit der Stadt insofern erfüllt, als dass sichergestellt sei, dass die Anlage morgens geöffnet werde. Alles, was darüber hinausgehe, sei kaum zu kontrollieren: „Wir können schlecht jemanden den ganzen Tag über ans Tor stellen.“

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