Sport und Kultur

Gelsenkirchen: Sportplatz frei zum „Kick der Kulturen“

Werben fürs Miteinander und den „Kick der Kulturen“: Ralf Gers (li.), Norman Dauksch (2.v.li.) und Andrea Weichert (3.v.re.) sowie Bedia Torun (3.v.li.), Admir Bulic und Otto Hünnemörder (re.) von der Awo.

Werben fürs Miteinander und den „Kick der Kulturen“: Ralf Gers (li.), Norman Dauksch (2.v.li.) und Andrea Weichert (3.v.re.) sowie Bedia Torun (3.v.li.), Admir Bulic und Otto Hünnemörder (re.) von der Awo.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Buer.  Das Pfingstturnier der SSV Buer in Gelsenkirchen ist seit Jahren Legende. Die beliebte Veranstaltung wird nun ergänzt um den „Kick der Kulturen“.

Das Pfingstturnier der SSV Buer 07/28 ist längst Legende. Und doch ist die 46. Auflage am kommenden Wochenende eine Premiere. Denn der Fußballwettbewerb mit knapp 60 Mannschaften vor 4.000 Zuschauern wird zum ersten Mal als „Kick der Kulturen“ ausgetragen.

Während die D-, C- und B-Jugend spielt, können Besucher auf einer 500 Meter langen „Kulturmeile“ schlendern, schlemmen, miteinander ins Gespräch kommen und Erfahrungen austauschen.

Verein will sich mehr öffnen

„Regeln, Fairness und Loyalität: Das sind Werte, die auf dem Fußballplatz eine Rolle spielen, aber auch im normalen Leben“, berichtet Andrea Weichert, bei der SSV Buer fürs Sponsoring zuständig, vom verstärkten Bemühen des Vereins, sich mit Einrichtungen und Angeboten weiter zu öffnen.

Und zählt auf: „Wir arbeiten mit der Kita Niefeldstraße zusammen, sind ein kinderfreundlicher Verein, haben Mädchen- und Damenmannschaften, bald auch eine zweite Inklusionsmannschaft. Und wir haben Multikulti: Es spielen Sportler mit ganz vielen Nationalitäten auf den Plätzen.“

So nahm die Idee, das bunte Miteinander nicht nur zu leben, sondern einmal auch zu präsentieren, Gestalt an.

Begegnungsmeile mit 15 Pavillons

Zusammen mit den Fachdiensten Integration/Zuwanderung/Flüchtlinge der Arbeiterwohlfahrt wurde eine Kultur- und Begegnungsmeile mit 15 Pavillons geplant, wo Musik, Tanz, Sport, Kultur, Kunst und Kulinarisches von Currywurst bis Sucuk geboten wird. „Alle Angebote sind themenbezogen ausgerichtet. So gibt es in einem ,Künstlerviertel’ rund 20 Staffeleien.

Dort können Themen wie Demokratie und Toleranz künstlerisch ausgedrückt werden“, wirbt Admir Bulic vom Awo-Fachdienst. Entlang der Kulturmeile werden die Bäume mit Fotografien bestückt, die Szenen aus dem Miteinander von hier geborenen und zugewanderten Menschen zeigen.

„Café Miteinander“ auch für Buer

Der „Kick der Kulturen“ will mehr sein als nur eine begleitende Veranstaltung zu einem Traditionsturnier. Denn die SSV Buer will ein dauerhaftes Integrationsangebot schaffen.

Nach dem Vorbild des „Café Miteinander“, das der Awo-Unterbezirk bereits in Schalke und in Rotthausen betreibt, soll jetzt auch in Buer ein offener Treff eingerichtet werden. Bei Kaffee, Kuchen, „mal mit, mal ohne Kekse“, so Admir Bulic, sollen Besucher miteinander ins Gespräch kommen, sich austauschen, Fragen stellen und Antworten bekommen.

Nachbarn treffen auf Nachbarn

Andrea Weicherts und Admir Bulics gemeinsame Hoffnung ist: „Hier können Nachbarn zu Nachbarn werden.“ Nach den Sommerferien soll das „Café Miteinander“ an der Löchterheide eröffnet werden. Die Mitarbeit des Awo-Fachdienstes ist klar umgrenzt: hinschauen und aufspüren, wo Unterstützung benötigt wird, dann Hilfen und Ansprechpartner vermitteln. Admir Bulic: „Wenn wir merken, dass es gut läuft, ziehen wir uns wieder zurück“.

Die Sponsoring-Beauftragte gehört noch nicht lange der Vereinsfamilie an und freut sich umso mehr, dass die Neuausrichtung des Vereins, initiiert vom neuen Vorstand, so gut angenommen wurde. Andrea Weichert: „Die Idee ist verdammt groß geworden.“

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