Schnaps-Idee

Gelsenkirchen schmeckt nach einem Hauch Orange

In Kempen am Niederrhein wird er Bootsmann-Gin aus Gelsenkirchen destilliert. Andreas Gosses (li.) und Ralph Gierull freuen sich über den Erfolg.

In Kempen am Niederrhein wird er Bootsmann-Gin aus Gelsenkirchen destilliert. Andreas Gosses (li.) und Ralph Gierull freuen sich über den Erfolg.

Foto: 4orange

Gelsenkirchen-Erle.   Bootsmann-Gin aus Gelsenkirchen ist jetzt seit einem Jahr auf dem Markt. Schnaps-Idee eines Männer-Quartetts heimste schon Auszeichnung ein.

Gin aus Gelsenkirchen: Mit der Schnaps-Idee, einen Wacholderbrand nach eigener Rezeptur in eine besondere Spirituosenspezialität zu verwandeln und dafür auch gleich einen eigenen Vertrieb auf die Beine zu stellen, haben Ralph Gierull, Andreas Gosses, Thomas Hink und Thomas Koschorrek den richtigen Riecher gehabt.

Seit einem Jahr ist ihr „Bootsmann Gin“ auf dem Markt. Und 1500 verkaufte Flaschen später darf das Quartett getrost feststellen: Die „Lust auf Meer“, die auf dem Etikett beschrieben wird, macht auch Lust auf mehr.

In Kempen destilliert

„Viele Gelsenkirchener finden es super, dass sie ein Produkt in Händen halten können, das einmal nichts mit Bergbau zu tun hat“, berichten die vier Männer. Der Plan, einen eigenen Gin zu kreieren, entstand in einer Dachgeschosswohnung an der Cranger Straße in Erle (die WAZ berichtete) und zieht mittlerweile weite Kreise. Der Gin wird in einer Destillerie in Kempen am Niederrhein hergestellt, dort abgefüllt, die Flaschen handsigniert und zu den Kunden geliefert. Das vergangene Jahr haben die Vier genutzt, um den Bootsmann noch bekannter zu machen.

Auf mehreren Gin-Festivals waren sie vertreten, in Hamburg haben sie Kontakte geknüpft, um den Schnaps auch an der Nordsee- und an der Ostseeküste zu vertreiben. Der Name ist schließlich auch Verpflichtung. Und auf der Craft-Spirit-Messe in Berlin, wo sich jedes Jahr Hersteller von handgemachten Spirituosen präsentieren, wurde der „Bootsmann Gin“ aus dem Stand heraus bei einer Blindverkostung unter rund 200 eingereichten Gins mit der Bronzemedaille belohnt.

Keine Massenproduktion

Das ist sicherlich der Orange zu verdanken, die zusammen mit Cranberry und Limette die besondere Geschmacksnote ausmacht. „Unser Gin muss pur schmecken“: An diesem Ziel will das Quartett unverändert festhalten. Hinzu kommt die kompakte Flasche, die satt in der Hand liegt und mit Design und Signatur sofort klarstellt, dass es sich dabei nicht um eine Massenproduktion handelt.

Eine wissenschaftlich basierte Marktforschung würde sicherlich das Budget des Start-up-Unternehmens „4orange“ sprengen, aber aus Gesprächen mit Kunden wissen die vier Geschäftsführer: „Wir haben aus bekennenden Nicht-Gin-Trinkern bekennende Gin-Trinker gemacht.“

Start up will nur langsam wachsen

Wo werden der „Bootsmann“ und das Quartett in einem Jahr stehen? Die vier Männer wollen keine Prognose abgeben, nur so viel versprechen: „Wir wollen nicht zu schnell zu groß werden.“

Denn als Chemiker und Elektriker, als Mitarbeiter in Werkstatt und Management gilt es ja, auch einen ganz normalen Beruf auszuüben. Und die Beschäftigung mit Gin soll nicht zur Last werden, sondern weiterhin nur Spaß bereiten.

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