Geburtenrate

Gelsenkirchen: Kliniken verzeichnen seit 2015 Geburten-Plus

Die Zahl der Geburten ist in Gelsenkirchen 2019 zum ersten Mal seit 2015 wieder leicht zurückgegangen.

Die Zahl der Geburten ist in Gelsenkirchen 2019 zum ersten Mal seit 2015 wieder leicht zurückgegangen.

Foto: Patrick Pleul / picture alliance / dpa

Gelsenkirchen.  Gelsenkirchener Geburtskliniken profitieren von der Schließung der Geburtsstationen in Nachbarstädten. 2019 sank die Zahl der Geburten dennoch.

Die Zahl der Geburten in Gelsenkirchen ist im Jahr 2019 leicht zurückgegangen. Im Marienhospital erblickten 1815 Kinder das Licht der Welt (Vorjahr: 1844), im Sankt-Marien-Hospital in Buer waren es 1055 (1186). „Die Entwicklung in den vergangenen fünf Jahren ist aber durchweg positiv“, sagte Susanne Minten, die als Geschäftsführerin der St. Augustinus GmbH für die Häuser verantwortlich ist.

Bei beiden gab es seit 2015 ein deutliches Geburten-Plus zu verzeichnen. Ein Blick in die Statistik zeige zudem, dass sich immer mehr Mütter aus benachbarten Städten dafür entscheiden, in einem der beiden Krankenhäuser zu entbinden.

Geburtshilfliche Abteilungen seien ebenso personal- wie kostenintensiv, betonte Minten im Gespräch mit der WAZ. Deshalb hätten sich in jüngerer Vergangenheit bundesweit zahlreiche Häuser dazu entschieden, diese Abteilungen aufzulösen. In Gelsenkirchen waren das etwa die Evangelischen Kliniken, im benachbarten Gladbeck das St.-Barbara-Hospital.

737 Geburten von Müttern aus Gelsenkirchen

Das erklärt auch warum sich in 2019 im Bueraner Sankt-Marien-Hospital die Zahl der Mütter, die aus Gladbeck kamen, auf 202 im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt hätten, so Minten. Dem Krankenhaus schenkten aber auch zahlreiche Mütter aus Herten (59) und Marl (12) ihr Vertrauen, der Löwenanteil stammte aber wie in jedem Jahr aus Gelsenkirchen selbst (737). Die dortige Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe wird von Chefarzt Dr. Adalbert Waida geleitet.

Das Marienhospital ist an der Virchowstraße in Ückendorf und damit im Stadtsüden beheimatet. Das erklärt auch die Tatsache, warum dort viele der neuen Mütter aus den nahe gelegenen Nachbarstädten Bochum (167) und Essen (82) stammen. Mit 53 gibt es aber auch hier noch viele Gladbeckerinnen zu verzeichnen, gefolgt von Müttern aus Herne (28) und Herten (10). 1421 der insgesamt 1815 Kinder, die dort in 2019 zur Welt kamen, sind Gelsenkirchener Mädchen und Jungen.

Sicherheit, Komfort und Qualität sind entscheidend

Drei Faktoren seien für werdende Mütter entscheidend, in welcher Klinik sie gebären wollen, erläuterte Kliniksprecher Wolfgang Heinberg. Dies seien: Sicherheit, Komfort und Qualität. Bei beiden Gelsenkirchener Häusern handelt es sich um Perinatalzentren mit ausgewiesener Expertise. In den Komfort der geburtshilflichen Abteilungen sei zuletzt stark investiert worden – unlängst wurde der Kreißsaal am Sankt-Marien-Hospital erweitert und modernisiert (wir berichteten).

Um die nötige Qualität zu bieten und die Erwartungen der Eltern erfüllen zu können, sei aber auch der Personalschlüssel von entscheidender Bedeutung, betonte Heinberg. In der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Marienhospital, geleitet von Chefarzt Dr. Adil Senol Sandalcioglu, gebe es 16 Stellen für Ärzte, 14 für Hebammen und 17 für Pflegefachkräfte. Am Haus in Buer sind es elf Stellen für ärztlich Mitarbeitende und für ebensoviele Hebamme sowie 14 Pflegekraft-Stellen.

Mund-zu-Mund-Propaganda ist ein entscheidender Faktor

„Und diese Qualität spricht sich eben auch herum. Für uns ist die Mund-zu-Mund-Propaganda ein entscheidender Faktor“, sagte Geschäftsführerin Minten. Zudem habe man in beiden Häusern die Erfahrung gemacht, dass Familien, die mit der Geburt ihrer Kinder vor Ort zufrieden waren, das Krankenhaus dann auch später in anderen Behandlungsfällen nutzen würde. Diese Bindung sei nur ein Puzzlestein, so Minten, warum in beiden Häusern addiert pro Jahr inzwischen rund 39.000 Patienten stationär und weitere 72.000 ambulant behandelt werden.

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