Integration

Gebetsräume für Muslime in Krankenhäusern gefordert

Im St.-Marienhospital steht Gläubigen aller Konfessionen die Kapelle für die private  Andacht und Fürsprache zur Verfügung.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Im St.-Marienhospital steht Gläubigen aller Konfessionen die Kapelle für die private Andacht und Fürsprache zur Verfügung. Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen-Buer.   Die WIN-Fraktion möchte, dass die Krankenhäuser die religiösen Bedürfnisse der Muslime mehr achten. Kliniken im Stadtnorden sehen keinen Bedarf

Für manche türkisch-stämmigen Patienten ist ein Klinikaufenthalt wie eine Auslandsreise mit fremder Sprache und fremder Kultur. Noch heute. Auch mitten in Gelsenkirchen, selbst, wenn sie seit einigen Jahrzehnten in der Stadt leben.

Von daher ist in den letzten Jahren unregelmäßig regelmäßig immer wieder von unterschiedlichen Moscheevereinen oder von Vertretern im Integrationsausschuss gefordert worden, den Muslimen in den Krankenhäusern einen eigenen Gebetsraum einzurichten. Jüngster Vorstoß: Die WIN-IRL-Fraktion hat im Integrationsrat beantragt, dass sich der Rat mit dem Thema befassen soll.

Seit Jahren vorgetragener Wunsch

WIN möchte, dass Oberbürgermeister Frank Baranowski „den Leitungen der Krankenhäuser den seit Jahren vorgetragenen Wunsch der muslimischen Bevölkerung übermitteln und sie darum bitten, einen Gebetsraum einzurichten“, heißt es in dem Antrag.

Die in katholischer Trägerschaft befindlichen Häuser im Stadtnorden, das St.-Josef-Hospital in Horst (Katholische Kliniken Emscher-Lippe) und das St.-Marienhospital in Buer (St. Augustinus) verfügen beide nicht über einen Gebetsraum für Muslime.

Kein Bedarf

Dass in dem von der Schließung bedrohten Horster KKEL-Haus noch ein Gebetsraum für Muslime eingerichtet wird, ist genauso wahrscheinlich als wenn ein Eisbär ab morgen zum Vegetarier wird.

„Wir verstehen die Kapelle im St.-Marienhospital in Buer als Ort der Andacht und Fürsprache für alle Religionen“, sagt Wolfgang Heinberg, Leiter der Unternehmenskommunikation beim Krankenhaus-Träger St. Augustinus.

Unabhängig von der Konfession könne in der Kapelle die ganz persönliche stille Andacht zelebriert werden. Obwohl St. Augustinus im Marienhospital im Gelsenkirchener Süden innerhalb der dortigen Kapelle eine kleine Gebetsgelegenheit ausgerichtet auf Muslime geschaffen hat, sieht Heinberg für das Bueraner Haus keinen Bedarf.

Auswirkungen auf einen Heilungsprozess

Im Falle des nichtkonfessionellen Bergmannsheil bittet WIN-IRL den Oberbürgermeister auf die Einrichtung eines Gebetsraums hinzuwirken. Zumal die Stadt an dem Krankenhaus beteiligt ist. WIN-IRL weist darauf hin, dass „das Thema nicht nur aus Sicht der freien Religionsausübung, das durch das Grundgesetz eine besondere Stellung hat, eine wichtige Rolle trägt.“ Auch sei zu bedenken, dass die seeelische und geistige Gemütslage Auswirkungen auf einen Heilungsprozess habe.

„Im Bergmannsheil gibt es eine Kapelle, einen Raum der Stille, der von den christlichen Konfessionen genutzt wird. Auf zwei Stationen gibt es darüber hinaus einen neutral gehaltenen Raum, der Muslimen auf Wunsch als Gebetsraum dient. Hier finden sich keine religiösen Motive“, sagt Sabine Ziegler, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit am BKB..

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