Gesundheit

Fitnessstudio kommt fast ohne Personal aus

Am Nordring eröffnet die Fitnesskette „Gym10“ demnächst ihre zweite Filiale im Revier.

Am Nordring eröffnet die Fitnesskette „Gym10“ demnächst ihre zweite Filiale im Revier.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen-Buer.   Die Fitnesskette „Gym10“ baut im Revier ihr zweites Standbein auf und will Ende März eine Filiale im Nordring-Hochhaus in Buer eröffnen.

Kein Jahreswechsel ohne gute Vorsätze: Man könnte, man müsste mehr für die Gesundheit tun – wetterunabhängig vielleicht in einem Fitnessstudio. Der Weg zum nächsten Laufband, zum nächsten Crosstrainer wird immer kürzer. Fitnessstudios finden sich inzwischen überall – in den Innenstädten, in den Stadtteilen, direkt an der nächsten Autobahnabfahrt. Nach Essen baut die bundesweit tätige Kette „Gym10“ mit einer Filiale in Buer ein zweites Standbein im Ruhrgebiet auf. Es soll Ende März im Hochhaus am Nordring eröffnet werden. Das „Markenzeichen“ von „Gym10“: Es wirbt mit geringen Monatsbeiträgen und kommt weitestgehend ohne Aufsichts- und Trainingspersonal aus.

Zur Ausstattung von Gym10-Filialen gehören nach Unternehmensangaben Laufbänder, Crosstrainer, Stepper, Fahrräder und Spinningbikes fürs Cardio- sowie Freihanteln und Kurzhanteln fürs Krafttraining. Als Ergänzung zum normalen Training stehen Nutzern auch Boxsäcke und Gewichtsbälle zur Verfügung. Besonders niedrig fallen die Monatsbeiträge aus.

Für zehn Euro im Monat

So kann der Kunde, je nach Vertragsdauer, wählen zwischen 15 Euro bei Kündigung zum Monatsende, 12 Euro bei einjähriger- und 10 Euro bei zweijähriger Vertragslaufzeit. „Die Leute wollen keine 50 Euro im Monat mehr dafür bezahlen, dass Thekenkräfte Wasser nachfüllen“, sagte Gym10-Projektleiter Matthias Schübel nach der Eröffnung der Essener Filiale im vergangenen Jahr.

„Gym10“ verzichtet nicht nur auf Thekenkräfte, der 24-Stunden-Betrieb kommt fast gänzlich ohne Personal aus. Anmeldung, Zugang und Kündigung werden online erledigt. Der Kunde trägt seine persönlichen Daten auf der Homepage des Unternehmens ein, gibt seine Zustimmung zum Abbuchen der Monatsbeiträge per Lastschrift und erhält einen Pin-Code, den er am Eingang zum Fitnessstudio eingibt. Schon kann das Training beginnen. Nur auf ausdrücklichen Wunsch „steht unser Trainer im Rahmen der kostenlosen Basiseinweisung mit wertvollen Tipps zur Seite“, wirbt das Unternehmen. Ist eine „noch individuellere Betreuung“ gewünscht, könne ein Personaltrainer auf einer „dafür bereitgestellten Online-Plattform“ gebucht werden.

Sensoren, Kameras und Lichtschranken

Für die Sicherheit im Studio sollen „eine Vielzahl an Sensoren, Kameras und Lichtschranken“ sorgen, ein Sicherheitsteam kontrolliere jede Filiale, um zu gewährleisten, dass dort auch nur legitimierte Kunden trainieren dürfen.

Zudem verfüge jedes Studio über einen Notfallknopf, der den Kontakt zu einem Mitarbeiter herstelle, damit dieser die Polizei alarmieren oder einen Krankenwagen rufen könne.

„Wir sind erreichbar“, versichert das in Augsburg ansässige Unternehmen weiter und führt gleich mehrere Infokanäle auf: per Hotline (werktags in der Zeit zwischen 9 und 17 Uhr), über Whats-App, Facebook und E-Mail.

Empfehlung eines Sportmediziners

Etwas Bewegung ist besser als keine Bewegung, besser wäre jedoch viel Bewegung: Vor diesem Hintergrund ist Orthopäde und Sportmediziner Dr. Thorsten Rarreck aus Buer, der selbst einmal als Fitnesstrainer gearbeitet hat, ein Verfechter von sportlicher Betätigung in Fitnessstudios. Eine Einrichtung wie „Gym10“, die mit niedrigen Monatsbeiträgen werbe und fast ohne Personal auskomme, habe ihre Berechtigung für einen bestimmten Kundenkreis. Er empfiehlt darauf zu achten, ob die Geräte die ganze Bandbreite eines Trainings abbilden könnten, ob sie sich an die anatomischen Gegebenheiten des Nutzers anpassen ließen, ob Wattzahlen individuell einzustellen seien.

Wichtig sei, einen persönlichen Trainingsplan vom Aufwärmen über Wiederholungsübungen bis zum Entspannen zu erstellen. Das sei nur mit fachlicher Begleitung möglich. Wer Kreislaufprobleme oder gar Herz-Rhythmus-Störungen habe, gehöre nicht ins Fitnessstudio, sondern bedürfe ärztlicher Behandlung.

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