Wirtschaft

Firmen im Gelsenkirchener Norden stärken sich gegenseitig

Das Unternehmensnetzwerk „Wir in Hassel“ unterstützt die Arbeit im Stadtteil. 30 Mitglieder hat Birgit Mordhorst (r.) zur Mitarbeit animieren können. Die Apothekerin Isolde Hoeren ist von dem Konzept überzeugt.

Das Unternehmensnetzwerk „Wir in Hassel“ unterstützt die Arbeit im Stadtteil. 30 Mitglieder hat Birgit Mordhorst (r.) zur Mitarbeit animieren können. Die Apothekerin Isolde Hoeren ist von dem Konzept überzeugt.

Foto: Joerg Schimmel

Gelsenkirchen-Hassel.   Vor drei Jahren gründete Birgit Mordhorst das Unternehmer-Netzwerk „Wir in Hassel“. Heute hat es ein Domizil im Stadtteilbüro und plant Aktionen.

„Alle kennen die Schwächen. Wir wollten von Anfang an die Stärken zeigen. Denn davon gibt es viele“, sagt Birgit Mordhorst. Sie rief einst das Unternehmer-Netzwerk „Wir in Hassel“ ins Leben, koordiniert es bis heute. Mit Erfolg. Nach bald drei Jahren gehören rund dreißig Unternehmer zum losen Zusammenschluss.

Die Unternehmensberaterin kam durch das Förderprojekt „Plan B“ zum Thema, arbeitet heute im Rahmen der Stadterneuerung weiter daran. Die gebürtige Norddeutsche lernte den Stadtteil mit Geschichte dadurch selbst erst kennen. „Ich war positiv überrascht. Hassel hat viele schöne Ecken – und viele nette Menschen. Aber man muss auch sehen, es ist nicht leicht, hier Unternehmer zu sein.“

Inhabergeführte Wirtschaftsbetriebe

Weil Gemeinschaft immer stärken kann, liegen für sie die Vorteile eines solchen Miteinanders auf der Hand. Die Zielgruppe: „Vom kleinen Einzelhändler bis zum national aktiven Unternehmer mit Firmensitz in Hassel ist alles vertreten. Wir wenden uns an inhabergeführte Wirtschaftsbetriebe.“

Einen solchen hat auch Isolde Hoeren. Sie ist Apothekerin am Eppmannsweg und Netzwerkerin seit der ersten Stunde. „Der Vorteil ist, dass die Geschäftsleute im Bezirk dadurch mehr zusammen halten, um den Einkausort zu bewahren. Denn die Menschen hier sind angewiesen auf uns. Wo sollen die sonst noch hingehen?“ Gleichsam seien kleine Betriebe in der Peripherie großer Städte sehr bedroht. „Die ganze Geschäftswelt hat sich in den letzten Jahren ja rasant verändert.“

Die Antwort der Hasseler Unternehmer darauf ist einfach: Alle müssen an einem Strang ziehen. Geschäftsleute und Kunden. Deren Unterstützung braucht es auch. „Diese Botschaft kommt durch das Netzwerk auch an“, sagt Isolde Hoeren. „Die Menschen sind interessierter als noch zuvor.“ Auch sie selbst übrigens habe ihr Verhalten etwas verändert. „Durch die Mitgliedschaft hat man mehr Kontakt zu anderen Unternehmern und unterstützt sich gegenseitig.“ Soll heißen, wenn ein Dienstleister gebraucht wird, schaut man erst in den eigenen Reihen nach.

Veranstaltungen und Thementage

Ein erster Schritt war gleich zu Beginn die Gestaltung eines gemeinsamen Internetauftrittes, der jedes Mitglied berücksichtigt – ideal für alle, die selbst keine Homepage haben. Präsenz zeigen die Unternehmer aber nicht nur virtuell. Auch ganz real. Etwa mit Informationsständen im Stadtteil zu besonderen Ereignissen.

Nun geht man gar weiter, lädt zu eigenen Veranstaltungen, Thementagen auf dem Hasseler Markt und in diesen eingebettet. Den Auftakt markiert eine Aktion unter dem Titel „Alles neu macht der Mai“ am Freitag, 24. Mai ab 12 Uhr mittags. Dann will man Frühlingshaftes präsentieren aus den Unternehmen, aber auch Kindergärten oder andere Institutionen mit einbinden. Ein zweiter Thementag im September widmet sich dem Thema Senioren und kurz vor dem ersten Advent geht es natürlich um Weihnachtliches.

Netzwerk soll weiter wachsen

Nach außen will man wirken wie auch nach innen, in das Netzwerk hinein, das, so hofft Birgit Mordhorst, weiter wachsen wird. Daher gibt es neben den regelmäßigen Treffen auch das Business-Dinner, zu denen jeweils ein Mitglied einlädt. „Wir waren schon gemeinsam bei Fisch-Hübner oder im Eiscafé Dellnitz. Aber wir waren auch schon im Friseursalon oder in einer Videothek. Und das Schöne ist, dass man gerade bei diesen Veranstaltungen ins Quatschen kommt.“

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