Handwerkermarkt

Erster Frühlingsmarkt in Beckhausen war ein großer Erfolg

Korbflechter Gert Molenvels war aus den Niederlanden angereist, um seine Handwerkskunst beim Frühlingsmarkt zu zeigen.

Korbflechter Gert Molenvels war aus den Niederlanden angereist, um seine Handwerkskunst beim Frühlingsmarkt zu zeigen.

Foto: Oliver Mengedoht

Rund 40 Aussteller waren am Wochenende bei auf dem Hof Holz dabei. Aufsehen erregte eine niederländische Handwerksgruppe, die vor Ort arbeitete.

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Dini Rouwhorst sitzt vor ihrem Spinnrad. Rechts neben ihr steht ein Korb mit ungewaschener Schafwolle. Die verarbeitet sie vor Ort. Sie ist Mitglied der niederländischen Handwerksgruppe „Den olden Tied“ – man kann schon ahnen, es geht um die „alte Zeit“ – die auf dem Frühlingsmarkt auf dem Hof Holz alte Handwerkskunst vorstellt.

„Zuerst wird gesponnen, dann werden zwei Fäden miteinander verdreht. Das Garn wickele ich auf eine Haspel. Erst dann wird es gewaschen“, erzählt Dini Rouwhorst – auf Niederländisch. „Es ist viel Arbeit. Für 100 Gramm Wolle muss ich einen Tag spinnen. Und dann kommt noch das Stricken.“ Das aber macht sie auch gerne, das zeigen viele Sockenpaare an ihrem Stand.

Tradition trifft Moderne

Die alte Handwerkskunst lernte sie im Erwachsenenalter. Damit sie nicht vergessen wird. Deswegen steht sie heute auch hier. „Die Menschen sind interessiert. Vor allem Kinder haben noch nie ein Spinnrad gesehen.“ Viele Besucher des Hofes hätten das Geschehen mit einem Handy-Foto festgehalten, sagt sie. So trifft Tradition in Beckhausen auf Moderne.

Über den ganzen Hof verteilt stehen Aussteller. Der Markt ist nur halb so groß wie der etablierte Weihnachtsmarkt oder der Kunstmarkt im Sommer. Das aber merkt man kaum. Vielmehr genießt man den Freiraum, alles zu betrachten. Und auch das Wetter spielt mit. „Das ist eine mehr als gelungene Premiere“, freut sich Geschäftsführer Jens Masuch, der ob der vielen Besucher selbst im Hofrestaurant die Getränketheke schmeißt. Das Konzept sei aufgegangen. „Manchmal ist weniger auch mehr.“

Familiäre Atmosphäre

Tatsächlich sind es nicht die große Effekte, auf die man hier setzt. Im Mittelpunkt steht die entspannte, familiäre Atmosphäre. Neben der Remise hat sich Sven Wildöer mit seinem „Klavier-Zauber“ aufgebaut, liefert auf seinem mobilen Piano gefühlvolle Klänge als Soundtrack für den Markt.

Überall gibt es etwas zu entdecken. Wie am Stand von Claas Böttcher. Hier kommt die Osterkerze mal ganz anders daher. Die dicken Wachslichter ziert mal ein Osterhase, mal der Schriftzug „Happy Easter“ und dann, wieder ganz christlich, ein dezenter Fisch. „Wir handeln schon länger mit Dekoartikeln und machen auch Werbedrucke. Wir suchen immer nach neuen Ideen und fanden, da passen gerade jetzt die bedruckten Kerzen gut.“ Erst in der vergangenen Woche startete der Geschäftsmann aus Essen seine neue Geschäftsidee, die Aufmerksamkeit erregt.

Nicht weit von seinem Stand geht es wieder um altes Handwerk. Dort bietet der Seiler Jan Blekkink seine Produkte feil. Ausprobieren ist hier erlaubt: Kinder können ein Springseil herstellen. Das kommt gut an. Allerdings, als Beruf taugt das alte Handwerk auch im Nachbarland nicht mehr. „Das ist mein Hobby. Eigentlich bin ich Schweißer. Die Seilerei habe ich von einem Bekannten gelernt.“ Seither setzt er sich ein für das Bewahren des alten Handwerks, an dem ihn vor allem eines gefällt: „Ich arbeite nur mit Sisal, einem Naturprodukt.“

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