Krankenhaus

Elisabeth-Krankenhaus stärkt Geriatrie und Psychiatrie

Dr. Willi Leßmann, Herma Osthaus und Hans Christian Atzpodien (v.li.) auf der renovierten Station 4.

Foto: Martin Möller

Dr. Willi Leßmann, Herma Osthaus und Hans Christian Atzpodien (v.li.) auf der renovierten Station 4. Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen-Erle.   Das Krankenhaus an der Cranger Straße in Erle setzt unter dem Dach der St. Augustinus GmbH jetzt vor allem auf die „sprechende Medizin“.

Das Elisabeth-Krankenhaus in Erle, seit 2015 unter dem Dach der St. Augustinus GmbH, setzt jetzt ganz auf die „sprechende Medizin“. Nach dem Umzug der Diabetologie-Fachabteilung von Dr. Christoph Metzger ins Sankt Marien-Hospital Buer (die WAZ berichtete) werden an der Cranger Straße die Schwerpunkte Altersheilkunde und Psychiatrie weiter ausgebaut.

Dafür steht die umfassende Renovierung der Station 4, die als Musterbeispiel gilt für die Umgestaltung weiterer Krankenhausflure. Schon das neue Foyer macht deutlich, dass das Haus an vielen Stellen herausgeputzt wird. „Die Station hat einen neuen Fußboden und einen neuen Anstrich bekommen“, erläutert Pflegedirektorin Herma Osthaus die Details. Großformatige Bilder und dezente Farben setzen moderne Akzente.

Mehr Platz in den Zimmern

„In den Zimmern mussten teilweise Türen versetzt werden, um Platz zu schaffen für die elektrisch verstellbaren Niedrigflurbetten, die ältere Patienten besser vor Sturzgefahren schützen“, ergänzt sie. Am Ende des von Verwaltungsdirektor Hans Christian Atzpodien auf zehn Jahre geschätzten Umbauprozesses stehen den Patienten dann größtenteils großzügige Zwei-Bett-Zimmer zur Verfügung, kabelloser Internet-Zugang inklusive.

Um Patienten wieder fit zu machen für ein eigenverantwortlich gestaltetes Alltagsleben, braucht es für die Therapie in der Geriatrie wie auch in der Psychiatrie neben der medizinischen Versorgung vor allem – Zeit. „Im Durchschnitt verbleiben Geriatrie-Patienten drei Wochen in stationärer Behandlung, in der Psychiatrie können es auch Monate sein“, sagt Herma Osthaus. Deshalb sei es wichtig, im Krankenhaus auch Rückzugsmöglichkeiten und Privatbereiche zu schaffen. Der Ärztliche Direktor Dr. Willi Leßmann verweist auf den „milieu-spezifischen Ansatz“ in der Behandlung: „Wir müssen die Patienten da abholen, wo sie sind.“ Das heißt: Nicht die Fallpauschale, sondern der Patient gibt das Arbeitstempo vor. Das mache auch einen höheren Personalschlüssel erforderlich.

Arbeitstherapie im grünen Park

Der Ausbau einer psychiatrischen Institutsambulanz zur ambulanten Versorgung mit der zusätzlichen Möglichkeit für Gruppentherapien und Einzelgespräche und der Ausdehnung der Arbeitstherapie auch auf das Krankenhausumfeld, das seinen parkähnlichen Charakter behalten und nicht weiter bebaut werden soll, betone zusammen mit der Kooperation mit den benachbarten Praxen für Orthopädie und Neurologie die wohnortnahe und niederschwellige Ausrichtung des Krankenhauses.

Da die Geriatrie auch über eine sogenannte Weiterbildungsermächtigung verfügt, ergeben sich für die Anwerbung und Weiterentwicklung des ärztlichen Personals jetzt neue Perspektiven.

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