Kultur

Eine fast philosophische Mischung aus Moderne und Metal

Zuweilen werden sie auch philosophisch: Die fünf Jungs von „Hatedotcom“:Sebastian Göbel, Jens Lubala, Tim Venker, Roman Nekola und Markus Jordan.

Foto: Frank Oppitz

Zuweilen werden sie auch philosophisch: Die fünf Jungs von „Hatedotcom“:Sebastian Göbel, Jens Lubala, Tim Venker, Roman Nekola und Markus Jordan. Foto: Frank Oppitz

Gelsenkirchen-Buer.   Die lokale Band „Hatedotcom“ steht vor der Veröffentlichung ihres zweiten Albums. Demnächst soll es eine Vorstellung in Buer geben – wo? Steht noch nicht fest

Ihr Name klingt wenig romantisch: „Hatedotcom“. Das passe doch in den Zeitgeist. „Wir wollten im Namen eine Mischung aus Moderne und Metal haben.“ Die fünf Jungs, die hinter diesem Namen stehen, sitzen um den Tisch herum und wirken ganz aufgeschlossen, freundlich. Dann erklären sie, „mit Hass haben wir wenig am Kopf“.

Das Metal-Quintett steht kurz vor der Veröffentlichung des zweiten Albums. „Timecracks“ wird das heißen. Es sei nicht ganz ein Konzeptalbum geworden. Aber fast. „Es geht um Zeitreisen. Wir ziehen Vergleiche zwischen früher und heute, stellen die Frage: Wo würdest du hin gehen, wenn du könntest? Was würdest du ändern?“, sagt Sänger Tim Venker.

Von den Sumerern bis zu den Wikingern

„Wir haben verschiedene Epochen aufgegriffen in den Titeln, von den Sumerern bis zu den Wikingern“, sagt Bassist Sebastian Göbel. Dabei vergleicht die Band auch das, was die Menschen einst und heute beschäftigte. „Heute ist es schlimm, wenn man eine viertel Stunde auf eine Nachricht warten muss“, sagt Tim Venker.

Sebastian Göbel schafft dazu den Gegensatz und relativiert die heutigen Probleme deutlich: „Früher haben die Leute vierzehn Stunden im Bergbau gearbeitet und haben trotz harter Arbeit nur wenig aus dem Stein schlagen können.“ In einem solchen Spannungsfeld zwischen ernsthaften Gedanken und harten Klängen bewegen sich die fünf – manchmal sogar mit fast philosophischen Ansätzen.

Harte Musik

„Wir haben schon die Frage gestellt, was wäre, wenn es keine Religionen gäbe. Würden sich die Menschen besser verstehen?“, sagt Gründungsmitglied und Schlagzeuger Markus Jordan. Eines ist ihnen dabei aber wichtig: der Sound. Das unterstreicht Gitarrist Jens Zubala: „Es ist immer noch harte Musik. Wir werden keine Popsongs schreiben.“

Dabei sei, das bestätigen alle, ihre Musik eingängig, variabel. „Es ist nicht der klassische Metal. Unsere Musik soll mitnehmen“, sagt Tim Venker. Das tue sie auch. Daran liege es nicht, dass die Band immer noch recht wenig Auftrittsmöglichkeiten hat. „Es gibt einen Überfluss an Metal-Bands. Auch an guten. Es gibt zwar viele Festivals, aber auch viele Bands.“ Da sei es schwierig. „Aber unsere Musik ist cool genug, um an die Leute zu kommen.“ Das findet auch Sebastian Göbel: „Wären wir vor zwanzig Jahren zusammen gekommen, als die Zeit für Metal war, wäre alles anders gelaufen.“

Vorstellung der Songs

Gerade ist die erste Single aus dem neuen Album veröffentlicht worden. Die ist in allen gängigen Download- und Streamingportalen zu haben. So wird es auch mit dem Album sein. Nach einem Plattenvertrag beim ersten Album nehmen es die fünf Jungs jetzt selbst in die Hand. „Du kannst dich genauso gut selbst managen“, findet Markus Jordan.

Auch die nächsten Auftritte zur Vorstellung der neuen Songs organisieren sie selbst. Ganz ohne Druck. Denn leben muss keiner von ihnen von der Musik. „Da sind wir froh drum“, sagt Jens Zubala. „Wir können Auftritte auch ablehnen. Das ist eine ganz entspannte Situation. Wir können die Musik machen, die wir gut finden. Das hat uns davor bewahrt, unseren Stil zu verwässern.“

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