Kultur

Eigentümer üben Kritik an der Machbarkeitsstudie

Werden die Türen bald endgültig geschlossen? Kira (l.) und Monika Schmidt suchen jetzt private Investoren für ihr soziokulturelles Projekt.

Foto: Thomas Gödde

Werden die Türen bald endgültig geschlossen? Kira (l.) und Monika Schmidt suchen jetzt private Investoren für ihr soziokulturelles Projekt. Foto: Thomas Gödde

Buer.   Verwaltung sieht kaum Chancen, die Vorstellungen der Initiatoren für das „Leuchtturmprojekt Schalthaus Bergmannsglück“ zu realisieren.

Der Auftrag war eigentlich klar: Die Verwaltung sollte weitere Optionen auf Machbarkeit prüfen. Das hatte die Politik nach einer Diskussion um das Schalthaus Bergmannsglück im September beschlossen.

Als man sich nach sieben Wochen am Donnerstag in der Bezirksvertretung-Nord erneut traf, wurde klar: Neue Ansätze gab’s von der Verwaltung nicht. Doch diesmal sprachen die Eigentümer, Monika und Kira Schmidt. Und berichteten über eine „suboptimale“ Zusammenarbeit mit der Verwaltung.

„Grob falsche Inhalte“

Kritik übte Kira Schmidt vor allem an der Machbarkeitsstudie, die von der Stadt in Auftrag gegeben wurde. „Wir sind davon ausgegangen, dass unser soziokulturelles Projekt auf Wirtschaftlichkeit geprüft wird“, erläuterte Kira Schmidt. Im Februar 2017 habe man eine Zusammenfassung mit „grob falschen Inhalten“ erhalten. „Die Einwände, die wir erhoben haben, spiegeln sich nicht wider.“ Zudem zweifeln die Schmidts die wirtschaftlichen Zahlen im Gutachten an.

„Die Stadtverwaltung hält die Studie für ein gutes Projekt“, verteidigte Doris Kranich vom Stadtteilbüro Hassel/Bertlich/Westerholt die Ausarbeitung. Anne Schürmann (FDP) bezweifelte allerdings, ob in der Studie die richtigen Fragen gestellt wurden.

Kalkulation nicht nachvollziehbar

„Die Heizkosten für 500 Quadratmeter Grundfläche und 6,50 Meter Hallenhöhe jährlich mit 2000 Euro zu berechnen, kann ich nicht glauben“. Mit Blick auf Kira Schmidt ergänzte Karl Henke: „Sie zweifeln die Qualität der Studie wohl auch zu Recht an.“

So waren von den Autoren 2,04 Millionen Euro für Sanierungskosten eingesetzt worden. „Wir können die Kalkulation nicht nachvollziehen“, erklärte Kira Schmidt. Zudem weist die Studie für die Jahre 2019 bis 2024 konstant ein Minus von 113 000 Euro aus. „Wo ist da die Wirtschaftlichkeit?“, fragte Kira Schmidt.

Rechtsberatung

Was Ali-Riza Akyol (WIN), den Betriebswirt, veranlasste, darauf hinzuweisen, dass „sich aus einer mangelhaften Lieferung juristische Konsequenzen ergeben“. Schließlich sei der Lieferant der Studie verpflichtet, mangelfreie Leistungen zu erbringen. Diese Art von „Rechtsberatung“ versuchte Bezirksbürgermeister Thomas Klasmann (SPD) zwar zu unterbinden, probierte aber dennoch zwischen Verwaltung und Inhabern zu vermitteln.

„Gibt es die Möglichkeit einer zweiten Tour?“, fragte er mit Blick auf Frank Lamfried , den Abteilungsleiter für städtebauliche Projekte in den Stadtbezirken Nord, Ost und West. „Ich glaube nicht, dass wir noch einmal Fördermittel bekommen“, war die knappe Antwort, die Doris Kranich noch untermauerte: „Ein Gastronomiekonzept mit Hochkultur ist nichts für die Städtebauförderung.“

Keine Kindergeburtstags-Partys

Workshops und Kindergeburtstagspartys hingegen schon. Letztere lehnen die Eigentümer ab. Kultur und darstellender Kunst auf bergbauhistorischem Fundament eine Bühne zu bereiten, Talentförderung im Stadtteil – das wollen Kira und Monika Schmidt in ihrem Schalthaus. Mit den „Kulturnächten“ haben sie in den letzten Jahren gezeigt, wie ein solches Konzept umgesetzt werden kann.

Das „Leuchtturmprojekt, Hochkultur im Stadtteil zu fördern“, möchte Dominic Schneider (SPD) auf jeden Fall verwirklicht wissen. Und hofft jetzt, dass Monika und Kira Schmdt private Investoren begeistern können. „Erste Gespräche hat es gegeben“, so Kira Schmidt.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik