Parkserie

Die grüne Lunge am Schloss Berge ist auch ein Hort der Kunst

Wasserspiele vor dem Schloss Berge: Der Park rund ums Wasserschloss ist ein Schmuckstück für Gelsenkirchen.

Wasserspiele vor dem Schloss Berge: Der Park rund ums Wasserschloss ist ein Schmuckstück für Gelsenkirchen.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Buer.  Das Schloss Berge ist ein Schmuckstück für Gelsenkirchen. Richtig schön wird es erst durch die Parkanlagen rundum. Hier ist auch Platz für Kunst.

Wenn man all’ die Parks in Gelsenkirchen sieht, die erholsame grüne Oasen inmitten von Industrie bieten, wundert es nicht, dass viele Besucher aus dem Staunen nicht heraus kommen. Ein Grünzug, der wirklich als grüne Lunge dient, ist Schloss Berge mit dem Berger See. Ursprünglich war das Schloss eine Wehranlage aus dem 16. Jahrhundert. Die Ursprünge der alten Wasserburg gehen sogar bis ins Jahr 1248 zurück. Die heutige Gestalt erhielt das Gebäude aber erst, als es in den Jahren 1785 bis 1788 zu einer echten Schlossanlage umgebaut wurde.

Grüngürtel rund um die Buersche Innenstadt

In den 1920er Jahren kaufte die Stadt Buer von den Grafen von Westerholt-Gysenberg die barocke Schlossanlage mit angrenzenden Ländereien. In den zehn Jahren danach sollte ein großzügiger Grüngürtel rund um die Buersche Innenstadt entstehen. Daher gestaltete und rekonstruierte man den Grünbereich unter der Leitung des damaligen Gartenbaudirektors Gey rund um das Schloss völlig neu. Geblieben ist bis heute das Herzstück, der französische Garten mit anschließendem Kräutergärtchen, dessen Entstehung man zu Beginn des 18. Jahrhunderts vermutet. Nach dem Französischen Garten entstand um 1788 auch ein Englischer Garten, der deutlich offener und weniger streng gegliedert ist.

Auch mit Kunst in den Parkanlagen hat man schon vor langer Zeit nicht gespart. „Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Kunstschätze für alle sichtbar in Gelsenkirchen stehen“ sagt Christiane Wanken, stellvertretende Museumsleiterin und verantwortlich für Kunst im öffentlichen Raum. „Es gibt sehr viel Interesse an den Werken, wir machen Stadtrundfahrten zu vielen Skulpturen, geführte Touren, mit dem Rad oder zu Fuß, wie es gewünscht wird. Man kann sich natürlich auch selbst auf Entdeckungsreise begeben“, ermuntert die Kunsthistorikerin. Karten und Material gibt es beim Stadtmarketing.

Sandsteinplastiken aus der Zeit um 1800

In der streng barocken Parkanlage von Schloss Berge findet man Sandsteinplastiken aus der Zeit um 1800. Unter anderem Flora, die Göttin der Blumen, des Wachstums und der Gärtnerei. Im Schlossgarten befindet sich ein Rundbeet, das in den Sommermonaten in Form und Farben des Gelsenkirchener Stadtwappens bepflanzt ist. Die Grünanlage am Schloss ist kein Gartendenkmal der vergangenen drei Jahrhunderte. Sie ist historisch nach den Konzepten der Volksgärten aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts entstanden, wie man im Institut für Stadtgeschichte erfahren kann.

Das Sommerfest Schloss Berge hat längst Tradition

Auch der Kunstverein Gelsenkirchen trägt seit Jahrzehnten zur Kunst im öffentlichen Raum bei. 1993 initiierte der Verein im Berger Park nahe des Schlosses ein Skulpturenprojekt unter dem Titel „Kunst am Baum“. Seit dieser Zeit wird jedes Jahr eine Pappel nahe der Adenauerallee von einem Künstler in ein Kunstobjekt verwandelt. „Dabei geht es darum, dass der Baum mit seinen Wurzeln mit der Erde verbunden bleiben muss. Aus diesem Baum entsteht dann das Kunstwerk“, erklärt Christiane Wanken. Zu diesem Zweck werden allerdings nur Bäume verwendet, die standunsicher und ohnehin für eine Fällung vorgesehen sind. Spannend anzusehen, wie sich Natur, aber auch Kunst in den Jahren verändert.

Der gesamte Park steht heute für Naherholung, Sport und Freizeit der Bevölkerung zur Verfügung. Das seit Jahrzehnten stattfindende Sommerfest Schloss Berge hat längst Tradition und lockt Besucher aus der gesamten Umgegend an. Das Schloss selbst ist heute ein Hotel mit gehobener Gastronomie und geeignet für Tagungen.

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