Unterhaltung

Die erste Karaoke-Nacht zeigt: Buer hat Gesangstalent

Thorsten hat bei der Karaoke-Nacht im „Lokal ohne Namen“ das Publikum überzeugt.

Thorsten hat bei der Karaoke-Nacht im „Lokal ohne Namen“ das Publikum überzeugt.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Buer.  Zum ersten Mal fand im Lokal ohne Namen eine Karaoke-Nacht mit Live-Band statt. Schon nach wenigen Minuten standen die ersten Gäste am Mikrofon.

„Das ist mein Lieblingssong aus meiner Jugend“, moderiert Angela ihren Titel selbst an. Dann spielt das Quartett von „You Are Gold“ die ersten Töne – und schon tobt der Saal. Alles tanzt zu „Dancing Queen“ während die Interpretin ihren Gesang mit großen Gesten unterstützt. Im Refrain erklingt ein großer Kneipenchor. Hand aufs Herz – wer braucht da schon die echten singenden Schweden?

Als sich eine Stunde zuvor die Türen des Lokals ohne Namen zur ersten buerschen Live-Karaoke-Nacht öffnen, sieht alles noch verhalten aus. Dann aber, urplötzlich, füllt sich der Raum. Dale Lohse, Initiator und Drummer der Band, ist ganz entspannt. Ihm geht es darum, dass die Menschen Freude haben an der Musik und dem Gesang. „Wie gut sie das machen, das ist ganz egal.“ Seiner Erfahrung nach brauche es aber Zeit, bis die Party in vollem Gange sei. Damit sei später erst zu rechnen. „Die Menschen müssen erst ihre Hemmungen abbauen.“

Von Udo Jürgens bis Adele

Weit gefehlt. Pia und Thorsten etwa sind aus Resse gekommen und in Sachen Karaoke bereits erfahren. „Wir machen das drei, vier Mal im Jahr, aber heute zum ersten Mal mit einer Live-Band. Ich bin sehr gespannt, wie das geht“, erzählt Pia. „Ich stelle es mir schwieriger vor, als zum Playback zu singen. Aber ich denke, dass die Band eine normale, bekannte Version spielen wird.“ Gleichzeitig begutachtet die passionierte Sängerin schon die Liste mit den Songs, die heute zur Auswahl stehen. Da stehen ganz unterschiedliche Titel drauf von Tina Turner bis Udo Jürgens, von den Toten Hosen bis zu Adele.

Bald schon beginnt Pia damit, hinter die ersten drei Favoriten die Namen der beiden zu schreiben. Gern machen die Resser den Auftakt. „Hemmungen? Keine Spur. Das ist ja nicht die Aufnahmeprüfung für die Musikschule.“

Die beiden legen auch gleich los. „Breakfast at Tiffanys“ haben sie sich ausgesucht. Das singen sie gemeinsam, stimmgewaltig und überzeugend. Ein toller Auftakt, der die Gäste gleich mitnimmt. Das Schöne am heutigen Aufbau: Ein Monitor mit den Textzeilen zeigt Richtung Publikum und lädt auch die Gäste zum Mitsingen ein.

Veranstalter plant Fortsetzung

Genau dies, also nicht nur zuzuhören, sondern mitzumachen, das liege im Trend, ist Veranstalter Charly Rinne überzeugt. Nur habe der Buer bislang nicht erreicht. Das solle sich ändern, denkt er bereits an eine Folgeveranstaltung im kommenden Jahr. „Ich würde mich freuen, wenn es demnächst mehr solcher Bands gibt.“ Dann wäre eine Karaoke-Nacht in mehreren Lokalen möglich.

Pia singt jetzt solo. „Ironic“ hat sie dafür ausgewählt. Noch so ein souveräner Auftritt, für den sie danach gefeiert wird. Kati ist die nächste. Ihr Titel: „Zombie“ von den „Cranberries“. Ab dem ersten Wort wird sie unterstützt von einem lauten Chor. Im Refrain steigt dessen Lautstärke derart an, dass man von der Interpretin mit der Rock-Röhre nur noch wenig hört. Der Gesang aller vermischt sich, das Lokal singt mit einer Stimme.

Auch als Joel am Mikro steht und „Losing my Religion“ singt, erklingt der große Kneipenchor. Die Stimmung ist ausgelassen. Schön, wie alle hier einander unterstützen – und feiern.

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