Vereinsleben

Der „Oma-Club“ in Buer ist eine eingeschworene Gemeinschaft

Erika Synowski, Elfriede Rimbach, Elsbeth Wallmeier, Annemarie Eisenkopf und Helga Wiewiora (v.l.) bilden den Oma-Club.

Erika Synowski, Elfriede Rimbach, Elsbeth Wallmeier, Annemarie Eisenkopf und Helga Wiewiora (v.l.) bilden den Oma-Club.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Buer.  Vor 30 Jahren gründeten acht Frauen in Buer den „Oma-Club“. Heute sind sie zu fünft. Doch was ist das eigentlich genau, ein „Oma-Club“?

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„Unsere Männer mussten sich fügen. Meiner hatte am Anfang etwas Schwierigkeiten damit, wenn ich nach unseren Treffen nachts um zwei Uhr nach Hause kam. Da hat er schon mal eine krumme Schnute gezogen“, sagt Elisabeth Wallmeier. Sie sitzt vor Kopf am Tisch, hat zwei Damen zur rechten Seite und zwei zur linken. Gemeinsam sind sie der „Oma-Club“ – seit nunmehr 30 Jahren.

Bei der Gründung, erzählen sie, waren sie noch acht Frauen. Drei aber seien bereits verstorben. „Ich hatte einen Opa. Den kannte ich gar nicht. Aber ich hörte immer Geschichten von ihm und seinem Opa-Club. Und ich habe damals schon gesagt, das will ich auch mal haben.“ Ein Gedanke der wieder auflebt, als Elisabeth Wallmeier mit einigen Damen aus dem Kirchenchor in St. Suitbert zusammen sitzt. „Wir haben dann gesagt, wenn wir Großmütter sind, dann gründen wir diesen Club“, erzählt Annemarie Eisenkopf. „Man konnte nur aufgenommen werden mit einem Foto des Enkels“, betont Elisabeth Wallmeier und lacht. Mittlerweile seien sie sogar alle Uromas.

Wimpel erinnert an die Gründung des „Oma-Clubs“ 1989

Auf dem Tisch steht ein Wimpel, der an die Gründung am 14. November 1989 erinnert. „Der sieht so ramponiert aus, weil der auch immer mit auf Reisen war“, sagt Elisabeth Wallmeier. Diese Reisen sind seit drei Jahrzehnten die Krönung eines jeden Jahres. Zudem treffen sich die Damen einmal im Monat zum gemeinsamen Essen.

Um die Gemeinschaft möglichst intensiv leben zu können, begrenzen die Frauen den Club auf acht Mitglieder. Viele Anfragen hätten sie in den Jahren gehabt – und alle abgelehnt. Am Anfang habe man die Runde überschaubar gehalten, um sich besser kennenlernen zu können. Später sei man dann schon eine eingeschworene Truppe gewesen. Eine, die sich immer selbst genug ist. Das zeigen auch die Ziele der Jahresreise. Man suche die Ruhe, sagen sie. „Wir wollen nur uns. Wir machen abends einen Bingoabend“, erzählt Annemarie Eisenkopf. „Und trinken ein Weinchen dabei“, verrät Erika Synowsky. „Nur Frauen unter sich“, schwärmt Helga Wiewiora. „Das ist doch am besten“, ist Erika Synowsky überzeugt.

Der Spaß beginne stets bereits auf der Zugfahrt. „Die Elsbeth gibt uns im Zug ein kleines Frühstück und darin finden wir eine Nummer. Die bestimmt, wer mit wem im Zimmer ist“, beschreibt Helga Wiewiora. Und eines sei bei den Reisen ganz wichtig: Wenn irgend möglich, dann fahre man über Köln. Dann grüße man aus der Ferne den Dom und stoße mit einem Sektchen auf ihn an.

Eine Story, die einem keiner glaubt

Die illustre Damenrund habe bei solchen Gelegenheiten viel Aufmerksamkeit erregt. „Einmal kam der Schaffner zu uns und sagte, ich habe jetzt Feierabend. Darf ich mittrinken?“ Helga Wiewiora lacht bei der Erinnerung. Der Herr durfte natürlich. Und revanchierte sich. „Er hat auf freier Strecke den Zug angehalten, weil wir zur Toilette mussten und die an Bord war defekt“, plaudert Annemarie Eisenkopf aus dem Nähkästchen. „Wenn man das jemandem erzählt, das glaubt einem keiner“, sagt Erika Synowsky.

Sogar die eigenen Ehemänner hätten das nur zweifelnd zur Kenntnis genommen. Bis heute sind die gemeinsamen Treffen wichtiger Höhepunkt des Monats. Nur ganz selten komme eine der Damen nicht. Da müsse schon so einiges geschehen. Auch die jeweiligen Geburtstage würden gemeinsam begangen. „Ich zum Beispiel lade immer zu mir ein“, erzählt Elisabeth Wallmeier. Ich habe immer morgens gern die Omas da und ab nachmittags die Verwandten. Dann feiere ich von 11 bis 11 Uhr.“ Sie lieben ihre besondere Gemeinschaft, die fünf Damen. Niemals, versichern sie, würden sie die aufgeben. „Wir haben uns versprochen, wir machen weiter bis zur letzten“, sagt Helga Wiewiora. Und Elisabeth Wallmeier verrät: „Und wenn die letzte geht, bekommt die den Wimpel mit ins Grab.“

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