Wirtschaft

Der Investor der Markthalle fühlt sich von der Stadt erpresst

Steht seit 2015 leer: die Markthalle in Buer. Investor Tomas Bernau erklärt, was aus seiner Sicht fehlgeschlagen ist in den letzten Jahren.

Foto: Thomas Schmidtke

Steht seit 2015 leer: die Markthalle in Buer. Investor Tomas Bernau erklärt, was aus seiner Sicht fehlgeschlagen ist in den letzten Jahren. Foto: Thomas Schmidtke

„Die Stadt verlangt, dass der Investor der Markthalle an sieben Tagen in der Woche die Marktsituation an drei Vormittagen verbessert“.

„Vielleicht“, sagt Thomas Bernau, der gebürtige Gelsenkirchener mit tiefer Liebe zum S 04 und einem Abitur am Max-Planck-Gymnasium, „komme ich in dieser Stadt ja nicht so gut an, weil ich mein Geld mit Spielhallen verdient habe.“

Inzwischen ist er ein bestens vernetzter bundesweiter Player, mit einem Hotel in Garmisch, einem Event-Restaurant in Dortmund und zahlreichen anderen Unternehmungen. Doch eine davon macht ihm Sorgen: die Markthalle.

Mit Emotionen an das Projekt gegangen

„Ich bin als Bueraner mit Emotionen an das Projekt herangegangen“, meint er heute. Habe Millionen investiert und geglaubt, „Gastronomen rennen mir die Bude ein“. Okay, die ersten Kontakte seien auch vielversprechend gewesen. Doch dann seien namhafte Gastronomen abgesprungen. „Sie haderten mit dem Image der Stadt und dem direkten Umfeld.“

Stichwort Marktplatz: Dass dort Waren von der Orange bis zum Schlüpfer angeboten werden, ärgert ihn. Eine schäbige blaue Müllpresse, leere Stromkästen, kaputte Bänke und Abfall – das seien Punkte, für die die Stadt und Gelsendienste seit Jahren, unter anderem durch einen Ratsbeschluss von 1998 beauftragt, Abhilfe versprechen und nichts tun. „Das Umfeld schreckt ab“, ist Bernau überzeugt.

Nur 20prozentige gastronomische Nutzung genehmigt

„Jetzt verlangt die Stadt, dass ein Investor an sieben ganzen Tagen in der Woche die Marktsituation an drei Vormittagen in der Woche verbessert“, schimpft er. Bernau fühlt sich nicht Ernst genommen. Vom ersten Tag an. Als er die Halle kaufte, im November 2014, seien sieben gastronomische Betriebe dort gewesen.

Als er einen Bauantrag mit rein gastronomischer Nutzung stellte, wurde ihm mitgeteilt: „Die Halle ist nur zu 20 Prozent mit Gastronomie genehmigt, 80 Prozent ist Handel.“ Seither stocke die Kommunikation. Anrufanfragen an die Wirtschaftsförderung würden seit acht Monaten nicht mehr beantwortet.

Leerstand auf Jahre droht

Ohne mit ihm zu reden, habe man nun, „klammheimlich und in aller Eile“, einen neuen Bebauungsplan auf den Weg gebracht. „Ich fühle mich erpresst“, sagt Bernau. Zumal mit einer solchen Einschränkung ein Mieter für die untere Fläche vergrault wird. Inzwischen hat Bernau sich die Unterstützung der renommierten Immobilienberatung IQ Real Estate gesichert. Professor Dr. Wilfried Clauß, mit dem er bereits bei anderen Projekten zusammengearbeitet hat, soll ein Gutachten schreiben. Denn Eines sei für den Düsseldorfer klar: Mit der Bebauungsplanänderung werde die Immobilie abgewertet.

„Dann kriege ich für Sanierungsarbeiten von Banken keine Kredite mehr“. Parallel hat Bernau eine Düsseldorfer Anwaltskanzlei – „die bereits einige Verfahren gegen die Stadt erfolgreich beendet hat“ – eingeschaltet. Die Anwälte sollen ihn bei eventuellen Schadensersatzklagen bei Änderung des Bebauungsplanes vertreten. „Wenn die Stadt ihre Planungen durchzieht, wird sie etwas erreichen, was eigentlich keiner will“, ist Bernau sicher. „Den Leerstand der Halle.“

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