Schule

Den Regenwürmern auf der Spur im Emscherbruch

Die Schülerinnen Algiya (li.) und Darya sammeln Bodenproben im Emscherbruch.

Die Schülerinnen Algiya (li.) und Darya sammeln Bodenproben im Emscherbruch.

Foto: Martin Möller

Resser Mark.   Die Klasse 8c des Ricarda-Huch-Gymnasium erkundet das Öko-System Emscherbruch und analysiert Proben im Umweltbus Lumbricus

Einige Schülerinnen schauen ihr blaues Schüppchen, das ihnen Dietmar Schruck gerade in die Hand gedrückt hat, etwas skeptisch an. „Mich hat noch keiner nach Handschuhen gefragt“, sagt der ehemalige Lehrer, der seit 16 Jahren mit seinem Umweltbus Lumbricus durch NRW tourt und Menschen von Aachen bis Warburg ökologisches Bewusstsein vermittelt.

Gestern hat er mit dem rollenden Klassenzimmer Station gemacht im Emscherbruch. Wald war das große Thema und die 8c, eine naturwissenschaftliche Profilklasse am Ricarda-Huch-Gymnasium, sollte das Öko-System erkunden. Dazu mussten die Schüler und Schülerinnen dem Boden mit einem Schüppchen nahe kommen.

Bodenanalyse

„Wir haben vier Gruppen gebildet“, berichtet Stefan Jelak, der Biologie-Lehrer, der an seinem freien Tag mit seinen Schülern den Wald erkundet. Eine Gruppe soll den Boden analysieren. Soll ein Profil erarbeiten und letztendlich „erkennen, wie fruchtbar der Boden ist“, sagt Jelak.

Die zweite Gruppe untersucht den Boden nach Leben. Und wird neben den nur Millimeter großen sechsfüßigen Springschwänzen vielleicht ja auch einen Ableger aus der Gruppe „Lumbricus“ finden, der Regenwürmer, die dem Bus den Namen gegeben haben. Andere untersuchen das Mikroklima – Licht, Luft, Temperatur und Wind; und eine letzte Gruppe kartographiert. „Welche Bäume sind hier vorherrschend und was bedeutet das“, sind Fragen, mit denen sich die Schüler beschäftigen.

Jugendliche sensibilisieren

„Zahlreiche Jugendliche haben diesen Wald noch nie gesehen“, ist Jelak überzeugt. Er möchte die 13- bis 14-Jährigen mit dem Ausflug in den Stadtnorden sensibilisieren. „Sie sollen den Nutzungskonflikt realisieren“, sagt Jelak.

Und blickt durch die inzwischen herbstlich kahlen Büsche auf die Münsterstraße, die in etwa 50 Meter Entfernung den Emscherbruch passiert. „Wir haben dort eine ziemlich befahrene Straße und hier ein für die Stadt wichtiges Ökosystem direkt nebeneinander“.

Alle Ergebnisse auf einem Stick

Inzwischen droht der Regen den Boden komplett zu durchweichen. Die ersten Schüler tauchen mit ihren mit schwarzer Erde gefüllten Gläsern wieder auf. Beäugen die dunkle Masse kritisch. Mit dem bloßen Auge ist nicht viel zu erkennen. Jetzt geht es in den Bus. Dort werden die Proben unter Stereolupen – einer Symbiose aus Mikroskop und Lupe – betrachtet. Die Ergebnisse werden am Ende des Tages auf einen Stick gepackt. „Damit können wir nach den Herbstferien weiterarbeiten“, so Jelak.

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