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Das „Classic Rock Magazine“ entdeckt Gelsenkirchener Band

Lukas Speichert, Andreas Schneider, Nico Iserloh und Ben Timmerhaus (v.l.) in ihrem Probenraum an der Brauckstraße in Gelsenkirchen. Die Band hat es nach nur wenigen Auftritten auf eine Best Of-CD eines englischen Musikmagazins geschafft.

Lukas Speichert, Andreas Schneider, Nico Iserloh und Ben Timmerhaus (v.l.) in ihrem Probenraum an der Brauckstraße in Gelsenkirchen. Die Band hat es nach nur wenigen Auftritten auf eine Best Of-CD eines englischen Musikmagazins geschafft.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Gelsenkirchen-Resse.  Die vier Jungs von Spirit Detective aus Gelsenkirchen wurden online entdeckt. Dabei hatte die junge Band bisher kaum Auftritte vor Publikum.

Es gibt Geschichten, die schreibt nur das Internet: Da ist das englische „Classic Rock Magazine“, das in jedem Jahr seiner Zeitschrift eine kostenlose CD beifügt mit der bislang besten Musik des Jahres. Darauf sind echte Größen der Szene mit Titeln vertreten. Und dazu ein paar ausgewählte junge Bands. So wie „Spirit Detective“ aus Resse. Das ist nun beileibe nicht der Nabel der Rockwelt. Aber die vier Jungs stellten vor einigen Monaten ihre allerersten eigenen Songs online. Dort findet sie wenig später Musikredakteur Ken McIntyre. Der Titel „Carbon Vibration“ tut es ihm irgendwie an. Er nennt ihn einen „feelgood summerhit“ – und bringt ihn groß raus. Weltweit sogar.

Ein Erfolg, der die Jungs aus Resse und Westerholt natürlich freut und gleichsam überholt. Noch sind fünf Titel aufgenommen und veröffentlicht, ein paar mehr fertig geschrieben. Mit Hochdruck arbeitet das Rock-Quartett an weiteren Songs – und sieht nun dem immerhin dritten Auftritt der Bandgeschichte entgegen. Sie spielen bei den Bismarcker Rocktagen auf.

Die Musiker wollte ursprünglich Blues spielen

Es ist noch kein Jahr her, da sind Bassist Lukas Speichert und Gitarrist und Sänger Andreas Schneider unterwegs, sich neue Instrumente zu kaufen. Die wollen natürlich gespielt werden. Die Idee, eine Band zu gründen, liegt da nahe. Bald gesellen sich Gitarrist Ben Timmerhaus und Schlagzeuger Nico Iserloh dazu. Zwar hat man sich gefunden, aber noch nicht den gemeinsamen Stil: „Ganz am Anfang wollten wir Blues und Rock machen. Aber dann wurde es immer härter“, erzählt Andreas Schneider. „Die Ideen für Riffs waren einfach so, dass wir bald gesagt haben, unsere Musik ist wohl doch anders“, schildert Nico Iserloh den Findungsprozess.

Dabei sei man nach wie vor nicht eindeutig festgelegt. „Die Songs sind ganz unterschiedlich. Mal gibt es psychodelische Einflüsse, viel Hard Rock im Stil der 70er Jahre und manchmal auch Metal.“ Hart soll es also musikalisch gleich im gemütlichen Probenraum im grünen Resse werden. Und laut. Darauf bereitet Besucher auch eine große Tüte mit Ohrenstöpseln vor, die auf dem Tischchen liegt. Dennoch, finden die vier, könnten sich auch jene, die keine Fans harter Sounds sind, die Lieder anhören. „Wir haben die Songs vielen vorgespielt, die keinen Hard Rock hören. Die mochten die Musik“, sagt Nico Iserloh. Und Lukas Speichert ergänzt: „Meine Mutti findet’s gut.“

Im Internet wird der Song oft geklickt

Schon bei der Bandgründung steht fest, die Lieder sollen aus der eigenen Feder stammen. Gejammt wird immer zusammen. „Wer eine Riffidee hat, bringt die mit und wir sehen, was sich entwickelt“, erzählt Nico Iserloh. Die Texte steuert Andreas Schneider bei. Sie sind stets in englischer Sprache verfasst, sind mal amerikakritisch, mal gesellschaftskritisch. Nun sollen sie sich auf dem Markt englischsprachiger Rockmusik behaupten. Das klappt recht gut. „Man merkt schon, dass sich deutlich mehr Menschen den Song online anhören“, sagt Lukas Speichert. Alle vier Musiker sind gespannt, wie sich alles weiter entwickelt, ob das Glück ihnen weiter hold ist und die internationale Präsenz vielleicht einen Plattenvertrag mit sich bringt. Bis dahin aber muss weiter getextet, komponiert und verfeinert werden.

Jetzt legen sie erst einmal los, wollen schließlich eine Hörprobe mit auf den Weg geben und erinnern an die Ohrenstöpsel. Gut, die machen Sinn im kleinen Raum. Der Bass lässt das lederne Sofa vibrieren, die Base schlägt einem gefühlt ständig in den Rücken. Die Songs aber machen was her, sind rockig, jedoch melodisch, facettenreich und eigenständig.

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