Gesang

Buersche Sängerknaben laden zum Mitsing-Abend ein

Sie sind demnächst wieder singende Botschafter des örtlichen Liedgutes, die buerschen Sängerknaben – hier bei einer Probe in St. Konrad.

Sie sind demnächst wieder singende Botschafter des örtlichen Liedgutes, die buerschen Sängerknaben – hier bei einer Probe in St. Konrad.

Foto: Olaf Ziegler

Gelsenkirchen-Buer.   Zu ihrem 15. Geburtstag veranstaltet der kleine Chor einen plattdeutschen Abend mit mehreren Bühnengästen aus der Region.

„Min Buer bliew Buer.“ So lautet der Titel eines der vielen plattdeutschen Heimatlieder, welche die buerschen Sängerknaben regelmäßig singen. Diese pathetische Ode an die Freiheit Buer mit der spürbaren Aura der romantischen Zeit ist ihnen eine Herzensangelegenheit – und doch ist die Aussage schlicht falsch. Wie jede Heimatregion unterliegt auch Buer dem Wandel, dem Fortschritt, verbunden mit dem Vergessen der „Mikro-Kultur“. Also jener kleinen Dinge, die es nur hier gibt. Wie eben das charmante Liedchen von Hans-Rudolf Thiel.

So ist der plattdeutsche Abend zum 15-jährigen Bestehen des Chores mehr als nur eine Geburtstagsfeier. Er ist auch eine Einladung an die jungen Bueraner, die eigene Kultur zu erfahren und ein bisschen vielleicht auch ein Appell, sie zu leben, damit sie überlebt. Weil zum Streben nach Höherem eben auch das Wissen um die Wurzeln gehört.

Gelegenheit zum Mitsingen auch für Jüngere

„Wir versuchen es mal“, waren sich die singenden Herren einig, erzählt Josef Suttmeyer. Sonst treten sie meist in Seniorenzentren auf. Da kennt man ihre Lieder zwar. Die Zukunft der Heimatkultur sichern solche Gastspiele aber eben nicht. Daher nun der Versuch, mit einem bunten, geselligen Abend mit Gelegenheit zum Mitsingen jüngere Menschen für die Traditionen zu begeistern. Dafür haben die Sängerknaben sich Verstärkung aus der Region geholt. Und die Unterstützung des „Vereins für Orts- und Heimatkunde“.

„Es ist uns eine große Freude“, sagt Georg Lecher, der die Gemeinschaft vertritt, mit ihr einst plattdeutsche Abende organisierte. Auch das ist lange her. Weil es an Nachwuchs fehlt. In der aktuellen Kulisse, der Diskussion um Heimat und Leitkultur, besteht neue Hoffnung. Darauf, dass sich vielleicht doch jüngere Menschen interessieren, die eigentliche Heimatsprache sprechen lernen – oder zumindest singen. So etwa wie es im Rheinland ganz normal ist.

Volkstanzgruppe aus Wulfen

Helfen wollen dabei die Damen der Volkstanzgruppe vom Heimatverein Wulfen. Und die Landfrauen. Sie alle kommen in Tracht, versteht sich. „In etwa solche trugen die Damen auch in Buer“, weiß Josef Suttmeyer. Seine Sangesbrüder und er werden, eingestreut im Programm, immer wieder erzählen von früher, ein Bild vermitteln von der Freiheit Buer, vom Plattdeutschen, vom guten westfälischen Essen auch. Dazu gibt es Heiteres. Wie die „Ballade van den dicken Brummder“. Was das ist? Suttmeyer verrät es: „Der kommt in die Wohnung und geht ans Essen.“ Des Rätsels Lösung ist der Brummer.

Mit dabei ist auch Kalle Lutz, Kiepenkerl aus Wulfen. Der reist in diesen Tagen viel durch das Land, vertrat die Region und ihre Kultur auch beim Tag der Deutschen Einheit in Berlin. „Da hat er die Generalprobe gehabt für den Auftritt bei uns“, scherzt Josef Suttmeyer. Er erklärt schnell und einfach, warum vor solch hoffentlich ausgelassenes Treiben ein klassisch-musikalischer Beginn gestellt wurde. Los geht es mit einem Stück für Klavier und Trompete. Das sei der familiären Konstellation geschuldet: Die Akteure sind hier Marcel und Pascal Suttmeyer.

Der Vorverkauf läuft

Ab sofort gibt es in der Volksbank in Buer Karten für den plattdeutschen Abend am Donnerstag, 25. Oktober, um 18 Uhr im Michaelshaus. Die kosten zwar 5 Euro, beinhalten aber auch Laugengebäck und westfälische Bierknacker (Mettwurst).

Jetzt bleibt allen Beteiligten nur die Hoffnung auf regen Zulauf. Aus dem würde man vielleicht Mut schöpfen für weitere Veranstaltungen.

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