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Braut-Atelier Angelina: Steigbügelhalterin ins Eheglück

Hat den Blick für das richtige Brautkleid: Angelika Ullrich (l.), Inhaberin des Braut-Ateliers Angelina, hier mit Tochter Katrin.

Hat den Blick für das richtige Brautkleid: Angelika Ullrich (l.), Inhaberin des Braut-Ateliers Angelina, hier mit Tochter Katrin.

Foto: Funke Foto Services

Gelsenkirchen-Buer.   Liebe auf den ersten Blick? Die haben viele Kundinnen von Angelika Ullrich erlebt. In deren Braut-Atelier Angelina gibt’s dazu das Kleid auf den ersten Blick: „Ich erkenne sofort, welches Brautkleid das Richtige für Typ und Figur ist.“

Liebe auf den ersten Blick? Die haben viele Kundinnen von Angelika Ullrich erlebt. In deren Braut-Atelier Angelina an der Nienhofstraße gibt’s dazu das Kleid auf den ersten Blick: „Ich erkenne sofort, welches Brautkleid das Richtige für Typ und Figur ist; auch wenn die Frau selbst das noch nicht weiß“, so die 54-Jährige, die ihr Geschäft in diesen Tagen seit 25 Jahren betreibt. Bei rund 500 Festroben in verschiedenen Champagner- und Weiß-Nuancen den Überblick nicht zu verlieren, hat sie sich im Laufe der Jahre erarbeitet – offenbar mit Erfolg: Ihre Kundinnen reisen nicht nur aus dem Revier an, sondern auch aus Österreich und der Schweiz.

Deutlich kleiner ging’s am Anfang in Gladbeck zu, wo sie im September 1990 im Fotostudio ihres Mannes ihr Geschäft „Création Angélique“ eröffnete. „Mein Mann hat damals immer wieder Hochzeiten fotografiert mit Bräuten, deren Kleider mich nicht so begeistert haben. Ich wollte schönere anbieten“, begründet die gebürtige Bueranerin und Wahl-Gladbeckerin die berufliche Veränderung. Bis dahin hatte sie 15 Filialen einer Boutiquen-Kette geleitet.

Hochzeitsmesse mit Kai Pflaume

„Ich begann in der oberen Etage auf 40 Quadratmetern mit etwa 100 Brautkleid-Modellen“, sagt sie und zeigt auf die Fotos in einem Album, das die Entwicklung des Ateliers dokumentiert. Hier ein Lastwagen mit Kartons voller Brautkleider, dort TV-Moderator Kai Pflaume mit den zwei Ullrich-Töchtern auf dem Schoß: „Wir haben 1992 die erste Gladbecker Hochzeitsmesse mit 2000 Besuchern in der Stadthalle ausgerichtet, es folgten welche im Bottroper Saalbau mit Kai Pflaume als Moderator und einem echten Heiratsantrag auf der Bühne. Toll!“ Erstmals durften Frauen bei einer Messe die Kleider nicht nur an Schaufensterpuppen bewundern, sondern sie anprobieren – ein Trend war geboren.

Messen im Gasometer in Oberhausen, die Oldenburger Weser-Ems-Halle: Kleckern war Angelika Ullrichs Sache nicht, sie dachte nach dem Umzug nach Buer 1992 eine Nummer größer. Noch heute beteiligt sie sich an vier Hochzeitsmessen in Bochum, Düsseldorf, Dortmund und Essen.

Das Kerngeschäft freilich, es ist das alte, im buchstäblich immer neuen Gewand. „Vor 25 Jahren waren Puffärmel à la Lady Di modern, je größer, desto besser. Um 2000 herum gab’s schlichte Kleider, wie Négligées. Heute sind champagnerfarbene, edle Stoffe im Trend mit viel Spitze oder Pailletten.“ Schleier? „Unbedingt!“ Handschuhe? „Bloß nicht! Die verkürzen die Arme!“ Apropos Kürzen: „Ohne meine Schneiderinnen wäre ich nicht halb so erfolgreich.“

Königsblaue Rosen auf dem Kleid

Ein bisschen Steigbügelhalterin spielen zu dürfen beim Sprung ins Eheglück: Angelika Ullrich hat immer noch Spaß daran. Unvergessen ist ihr etwa das Paar aus Bayern, das 30 Jahre nach der standesamtlichen Trauung in der Schalke-Kapelle heiratete. „Wir haben die roten Rosen auf dem Kleid durch königsblaue ersetzt. Von unserem Geschäft aus ist sie mit einer Kutsche zur Arena gefahren. Ganz romantisch – nach so langer Ehe!“

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