Verkehr

Bottroper Straße: Politik greift Ärger der Anwohner auf

Eine typische Situation auf der Bottroper Straße: Eng wird’s, wenn dort Lkw unterwegs sind. Und der Lkw-Verkehr nimmt zu, beklagen sich die Anlieger.

Eine typische Situation auf der Bottroper Straße: Eng wird’s, wenn dort Lkw unterwegs sind. Und der Lkw-Verkehr nimmt zu, beklagen sich die Anlieger.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Gelsenkirchen-Horst.   Anwohner ärgern sich über zunehmenden Lkw-Verkehr auf Bottroper Straße. Bezirksbürgermeister Gill will Vorschläge für Entschärfung machen.

Auf der Bottroper Straße in Horst ist der Platz knapp bemessen: Links und rechts geparkte Autos, den Rest der zehn Meter breiten Fahrbahn müssen sich Pkw und Lkw teilen. Da bleibt im Begegnungsverkehr wenig Spielraum.

Nach dem heftigen Bürgerprotest (die WAZ berichtete) will die Politik das Thema aufgreifen, während Stadtverwaltung und Straßenbaubehörde keine Anhaltspunkte sehen für eine grundlegende Entschärfung der Situation.

Last- und Breitenbeschränkung auf A 42

„Aufgrund von Last- und Breitenbeschränkungen auf der A 42 müssen Schwertransporte über die Bottroper Straße geführt werden“, hatte das Referat Öffentliche Sicherheit und Ordnung nach einem Ortstermin im vergangenen Jahr mitgeteilt. Peter Beiske, Sprecher der Niederlassung Ruhr von Straßen NRW, zählt gleich drei Brücken auf der A 42 zwischen dem Kreuz Essen-Nord und der Anschlussstelle Heßler vornehmlich auf Essener Stadtgebiet auf, die eine beschränkte Last von bis zu 45 Tonnen je Lkw aufnehmen können: „Diese Brücken sind vorübergehend herabgelastet worden.“

Die Brückenbauwerke würden während der aktuell dort laufenden Bauarbeiten für höhere Lasten ertüchtigt. Sie stünden nach Abschluss der Fahrbahnarbeiten wieder uneingeschränkt zur Verfügung: „Das wird voraussichtlich Mitte 2020 sein“, so Peter Beiske.

Zwei Anschlussstellen gespart

Doch es sind nicht die Schwertransporte mit einer Breite von mehr als 2,50 Metern und einer Tonnage von über 40 Tonnen, über die sich die Anlieger der Bottroper Straße vorrangig ärgern. Es sind die ganz normalen Lkw, deren Fahrer die Bottroper Straße seit längerer Zeit als willkommene Abkürzung zwischen den Autobahnen A 2 und A 42 für sich entdeckt haben. „Auf diese Weise sparen sie zwei Anschlussstellen und damit Mautgebühren“, hat Anliegerin Sylvia Pleiss als Begründung von ihnen gehört.

Mit dem Hinweis der Stadt, dass das Fahrverhalten der Lkw- und Busfahrer „als problematisch“ eingestuft werden könne und Markierungen für eine Fahrgasse nicht vorhanden seien, wollen sich die Anwohner nicht zufrieden geben. Eine Fahrbahnmarkierung aufzubringen, werde die Situation auf der Bottroper Straße nicht entschärfen.

Die Kritik der Bürger ist bei Bezirksbürgermeister Joachim Gill (SPD) angekommen. Er will die Beschwerden in der Bezirksvertretung West aufgreifen. „Wir müssen aber erst die Lage sondieren und weitere Recherche betreiben, um der Verwaltung entsprechende Vorschläge machen zu können“, sagt Gill. Deshalb soll die Verkehrsbelastung der Bottroper Straße nicht in der nächsten Sitzung des Gremiums am 19. Februar, wohl aber zeitnah bei einem folgenden Treffen als Thema aufgegriffen werden.

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