Stadtfest

Beatles treffen Stones auf der Hochstraße

Wenn die Beatles auf die Stones treffen, sind die Servants zusammen mit den Downtown Angels mit im Spiel. Ein Konzept, das auf der Hochstraße aufging.

Foto: Thomas Schmidtke

Wenn die Beatles auf die Stones treffen, sind die Servants zusammen mit den Downtown Angels mit im Spiel. Ein Konzept, das auf der Hochstraße aufging. Foto: Thomas Schmidtke

Gelsenkirchen-Buer.   Die Band „The Servants“ sorgt musikalisch für Begegnung der Kultbands. Höhepunkt des Stadtfestes „Buer Live“ lockt zahlreiche Besucher an.

19.45 Uhr. Die Show geht los. „Twist And Shout“ spielen „The Servants“. Mit der schmissigen Nummer beginnt die musikalische Zeitreise, die der musikalische Höhepunkt ist beim Stadtfest „Buer Live“. Dort findet eine Begegnung statt, die es eigentlich nie gab. Zwei Kultbands treffen aufeinander: die „Beatles“ und die „Stones“.

Ein Showkonzept, das die „Servants“ gemeinsam mit der Oberhausener Band „Downtown Angels“ entwickelten. Die begegneten einander auch erst spät. „Beide wurden in den 60er Jahren gegründet“, so Winni Baar von den „Downtown Angels“, die sich schon immer der Musik der „Stones“ verschrieben hatten. „The Servants“ liebten damals die Hits der Pilzköpfe. „Das waren unsere Idole. Die habe ich damals live gesehen in der Gruga“, so Bernhard Wedding von der Gelsenkirchener Band. Als man sich vor ein paar Monaten begegnete, entstand die Idee zur Revival-Show der Kultbands. Sie bietet nicht nur die großen Hits, sie liefert auch Anekdoten. „Die Bands haben eine Rivalität kultiviert. Da schieden sich die Geister. Man war Stones-Fan oder Beatles-Fan.

Die großen Hits überdauern die Zeiten

Hinter den Kulissen aber hat man sich geholfen, sogar für einander Stücke komponiert“, weiß Baar. Er ist sicher, das Musik-Konzept kommt auch auf der Hochstraße an. „Musikgeschichte wird nicht vergessen. Die großen Hits bleiben Hits und überdauern die Zeiten.“

Mit „All My Loving“ folgt ein weiterer Superhit der „Beatles“. Leicht und mitreißend kommt er daher. Tanzbar ist er zudem. Die Hochstraße füllt sich zusehends. Das Wetter spielt mit. Das war nicht immer so. Oft habe es am Samstag Unwetter gegeben, erinnert sich Veranstalter Hans Klare. Umso mehr ist er heute erleichtert. „Wir sind sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf.

Lokale Bands einzubinden, hat sich bewährt

Die Stimmung ist gut. Das war am Freitag auch schon so.“ Den Gedanken, den Abend mit der Revival-Show zu krönen, hatte der Sohn und Geschäftspartner Klares, Jörn Brösicke. „Ich war sicher, das wäre etwas für Buer“, sagt er. „Die Musik dieser Bands lebt überall und ist gefragt wie damals. Und ein solches Konzept, das ist mal etwas anderes.“ Daher widmet man den beiden Bands aus der Region den ganzen Abend – bis zum Feuerwerk. Wie schon in den vergangenen Jahren setzt man wieder auf lokale Kräfte im Bühnenprogramm. Eingekaufte Schlagerstars gehören der Vergangenheit an. „Lokale Bands einzubinden, das hat sich bewährt“, sagt Hans Klare.

Während an der oberen Hochstraße das Fest erst richtig beginnt, packen die Aussteller auf dem Mittelstück der Einkaufspassage eben ein. Ihnen gehört eher der Tag als der Abend. Traditionell zeigt Gudrun Moselewski ihre Fotoarbeiten an ihren Stand vor einer Parfümerie. Einst hatte sie nur Karten, Kalender und Fotobücher dabei. Heute sind es kleine Gebrauchsgegenstände und sogar Möbel. Hier stehen Döschen, deren Deckel ein buntes Foto ziert, dort Tabletts, deren Böden mit Stadtansichten oder einem Blumenidyll aufwarten.

Ein Hobby zum Abschalten vom Alltag

Neu sind auch die Multifunktionstafeln. Oben sind sie Bild, darunter kleine Tafel. Eine Stange erlaubt zudem, daran etwas aufzuhängen. „Das habe ich mir selbst ausgedacht und selbst gebaut. Mein Mann hat nur mit den Schrauben geholfen.“ Ein Hobby, das sie schon lange ausübt und dem sie weiter treu bleiben will. „Zum Abschalten vom Alltag.“

Auf der Bühne wird der erste „Stones“-Titel gespielt: „I Wanna Be Your Man“. Der Zeitgeist ist genauso spürbar wie eben. Dennoch wird der Kontrast zwischen den beiden Bands schnell deutlich. Die Show aber schlägt zwischen ihnen eine Brücke.

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