Wirtschaft

Baurat wartet auf den Bauantrag für die Markthalle

Prominenter Leerstand: Sollte die Stadt den Bebauungsplan für die Markthalle wirklich ändern, droht der Zustand noch lange Bestand zu haben.

Foto: Thomas Schmidtke

Prominenter Leerstand: Sollte die Stadt den Bebauungsplan für die Markthalle wirklich ändern, droht der Zustand noch lange Bestand zu haben. Foto: Thomas Schmidtke

Harter bestreitet, dass der Investor Thomas Bernau von der Stadt anders als andere Bauherren behandelt wird. Auch nicht als die vom Linden-Karree

„Ich glaube nicht, dass sich Herr Bernau über die Pläne der Stadt, den Bebauungsplan für die Markthalle zu ändern, freuen wird“, sagt Stadtbaurat Harter im Gespräch mit dieser Zeitung. In einer Ecke seines liebevoll zum Detail renovierten ehemaligen Oberbürgermeister-Büros im Rathaus Buer hat Harter Aktenordner gestapelt. Die Geste signalisiert: Auch wir haben uns mit dem Vorhaben Markthalle intensiv beschäftigt.

Seit Ende 2014, als Thomas Bernau die Markthalle gekauft hat, sei man im Gespräch. Doch der Investor habe bis heute keinen bewilligungsfähigen Bauantrag vorgelegt. Das Argument wird von der Verwaltung immer wieder vorgetragen. Und „nein“, sagt Harter, „wir behandeln Herrn Bernau nicht anders als andere Unternehmer“.

Stellplätze sind ein Streitpunkt

Doch es gibt sie, die Kritiker, die nicht Bernau heißen. Das Linden-Karree, zum Beispiel. Hier wabern regelmäßig ähnliche Fragen die Hochstraße rauf und runter. „Wo sind dort die Stellplätze für 12 000 Quadratmeter Geschäfts-, Bibliothek-, Fitness-Center und Seniorenpflege?“ „Ist das nicht eine super Wirtschaftsförderung von der Stadt, indem sie als Mieter mit der Bibliothek dort einzieht?“

In der Markthalle, so Harter, solle eine Zwischendecke eingezogen werden, wodurch sich die Gastronomiefläche erhöht und sich der Charakter des Gebäudes verändert. „Im Linden-Karree, dessen Nutzung bereits durch die Stadtbücherei und die Wohneinheiten wesentlich verändert wurde, mussten zusätzliche Stellplätze in einer Tiefgarage realisiert werden.“ Die Zahl von 39 Plätzen in der Tiefgarage, die kolportiert wird und den Besuchern der Geschäfte nicht zur Verfügung stehen, wollte Harter weder bestätigen noch negieren.

Kein Job für Stadtangestellte

Die zunächst 89 Parkplätze für die 2000 Quadratmeter große Markthalle bestätigte er. „In beiden Fällen erfolgte die Berechnung nach Maßgabe des § 51 der Bauordnung NRW“, sagt er und ergänzt: „Eigentlich ist die Berechnung Aufgabe des Architekten, nicht unser Job. Zugegeben, das beherrscht nicht jeder Architekt, aber wir haben es Herrn Bernau vorgerechnet.“

Die Stadt habe die ÖPNV-Anbindung, die Zentrenlage und zwölf im Jahr 2000 bereits abgelöste Stellplätze berücksichtigt. Übrig blieben 15 Parkplätze. Die hätte Bernau für knapp 110 000 Euro ablösen müssen. Die Gespräche seien dann gestockt.

Kein Einzelhandel in der Halle

Nun habe sich die Stadt entschlossen, den Bebauungsplan zu ändern. Möchte die alte ursprüngliche Markthalle wiederbeleben, weil sie „keinen Einzelhandel in der Halle möchte. Keine Billiganbieter. Gastronomie ist möglich. Kleine Nahrungsmittelstände ebenfalls.“ Dass diese Haltung zu einer Konfrontation führen kann, zu einem langjährigen Leerstand, ist Harter klar. „Bei Schrottimmobilien tritt die Stadt immer häufiger als Käufer auf“, sagt er etwas schnippisch. Dass die Stadt als Mieter des Untergeschosses auftritt, das kann er sich allerdings nicht vorstellen.

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