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Ausstellung zeigt die Geschichte der Gelsenkirchener Zechen

Der Vorsitzende des Geschichtskreises Hassel Bergmannsglück, Egon Kopatz,  eröffnet die Ausstellung zur Geschichte der Gelsenkirchener Zechen im Bruder Jordan Haus.

Der Vorsitzende des Geschichtskreises Hassel Bergmannsglück, Egon Kopatz, eröffnet die Ausstellung zur Geschichte der Gelsenkirchener Zechen im Bruder Jordan Haus.

Foto: Joachim Kleine-Büning / Funke Foto Services GmbH

Buer.  14 Bergwerke haben Gelsenkirchen geprägt. Nach ihrer Schließung geht es um die Weiternutzung der Gelände. Eine Ausstellung gibt Einblicke.

Als im Jahr 1848 in Rotthausen der erste Schacht abgeteuft wurde, stand die Zukunft Gelsenkirchens fest. Innerhalb eines Jahrhunderts wuchs aus einer Ansammlung kleiner Dörfer eine Großstadt heran, die sich ganz dem Bergbau verschrieb. Bis zu 60.000 Menschen waren zu Hochzeiten auf den 14 Zechen im Stadtgebiet beschäftigt. Sie kamen aus ganz Deutschland und dem Ausland mit ihren Familien ins Herz des Ruhrgebiets, um dort sesshaft zu werden. Eine traditionsreiche Geschichte, die im vergangenen Jahr mit der Schließung der letzten Zeche im Land ihr endgültiges Ende fand. Oder doch nicht?

Mit dieser Frage beschäftigt sich eine Ausstellung, die seit Montag im Bruder Jordan Haus zu sehen ist. Auf insgesamt 15 Aufstellern ist dort die Zechengeschichte Gelsenkirchens nachzulesen. Der Geschichtskreis Hassel Bergmannsglück hat die Roll Ups zusammen mit dem Institut für Stadtgeschichte (ISG) erstellt. Sie zeigen historische und moderne Bilder von Hibernia bis Scholven, von Holland bis Bergmannglück, von Dahlbusch bis Westerholt. In kurzen Texten sind die wichtigsten Fakten über die Bergwerke nachzulesen.

Aufsteller wecken bei den Besuchern Erinnerungen

Bei den Bewohnern des Altenzentrums und interessierten Anwohnern aus der Nachbarschaft, die zur Ausstellungseröffnung gekommen sind, werden da sofort Erinnerungen wach. An die eigene Arbeit unter Tage oder die von Freunden oder Familienmitgliedern. Vor den Aufstellern kommt man ins Gespräch. „Als alter Bergmann bin ich natürlich gekommen“, sagt Helmut Kersting, der 45 Jahre lang auf Hugo gearbeitet hat.

Doch die Sammlung soll nicht nur die Stadtgeschichte erzählen. Auch einen Blick in die Gegenwart und Zukunft haben die Macher geworfen. „Unsere Aufgabe ist es, die Zechenbrachen weiter mit Leben zu füllen“, sagt Egon Kopatz vom Geschichtskreis Hassel Bergmannsglück. Das ist vielerorts bereits gelungen: Auf Consolidation entstand ein Theater, auf Nordstern der Park mit Freizeitareal und Besucherstollen, auf Alma fanden bis in die 80er-Jahre Autorennen statt. Große Areale, auf denen standen, hat sich die Natur zurückerobert.

An anderer Stelle wird noch immer gebaut. So wie auf Westerholt. Hier arbeiten die Städte Gelsenkirchen und Herten gemeinsam daran, das Gelände zu entwickeln. Auch das dokumentiert die Ausstellung im Eingangsbereich des Seniorenheims.

Noch bis zum Freitag, 6. September, können Interessierte die Ausstellung täglich von 10 bis 17 Uhr im Bruder Jordan Haus, Pfefferackerstraße 67, besuchen. Der Eintritt ist kostenfrei.

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