Ökumene

Auf der Suche nach den Spuren der Reformation in Horst

Museumspädagoge Benjamin Bork begab sich mit etwa 100 Horstern auf Spurensuche.

Foto: Joachim Kleine-Büning

Museumspädagoge Benjamin Bork begab sich mit etwa 100 Horstern auf Spurensuche. Foto: Joachim Kleine-Büning

Horst.   Rund einhundert Horster gedachten Martin Luther und erfuhren, dass dessen Wirken nicht für Umwandlungen sorgte

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Über einhundert Menschen gedachten am Dienstag in Horst dem Wirken des Reformators Martin Luther mit einem Stationenweg. Der begann an historischer Stätte im Schloss Horst und mit einer Ernüchterung: Dies war zu Lebzeiten Luthers „reformationsfreie Zone“.

Die Veranstaltung fand statt auf Initiative der Evangelischen und Katholischen Kirche, sowie des Fördervereins Schloss Horst. „Wir machen viele Veranstaltungen gemeinsam innerhalb des Ökumenekreises“, erklärte Pfarrer Michael Grimm von der Paul-Gerhardt-Kirche, wo der Weg am Mittag endete und man mit einem Imbiss aufwartete. „Mit Lutherbier.“ Mit dabei waren auch die katholischen Gläubigen. „Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir dieses Fest gemeinsam begehen“, so Pastor Wolfgang Pingel aus Hippolytus.

Luther-Bibel entdeckt

Bevor man gemeinsam einen Gottesdienst feierte, widmete man sich der Erkundung der Geschichte und der Frage, was Martin Luther mit Horst zu tun hat. „Offen gesagt, nicht viel“, wusste Benjamin Bork vom Schloss Horst zu berichten. Aber: „Rutger von der Horst muss immerhin eine Luther-Bibel besessen haben.“

Darauf weise der einzige erhaltene und an Ort und Stelle befindliche Kaminofen hin, der „Auferstehungskamin“. Dieser zeige eindeutig Motive aus der Lutherbibel. So ist auf der Frontseite eine Szene aus Hesekiel zu sehen. „Da kniet er in der Mitte, während die Gebeine auferstehen.“ Dabei sei die Auslegung der Schriften nicht ganz korrekt.

Effekthascherei

„Hier hat man sich nicht so ganz daran gehalten, dass die Toten erst ihre Haut und ihr Fleisch erhalten.“ Vielmehr wandeln in der Darstellung Skelette umher und Wesen, halb Knochengerüst, halb Mensch. Heute würde man sie Zombies nennen. Effekthascherei war auch damals schon ein probates Mittel.

„Klar ist also, es gab hier im Hause eine Lutherbibel und der Schlossherr hat auch das Abendmahl in beiderlei Gestalt eingenommen – also: er griff auch zum Becher. Aber auch das muss nichts heißen.“ Jedoch könnte es. Denn sich zur Reformation zu bekennen, war damals im Bistum Köln, wozu Horst gehörte, nicht ganz ungefährlich, erläuterte Bork. „Ich überlasse es ihnen, was sie über die Gesinnung von Rutger von der Horst denken.“

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