Bottroper Straße

Anwohner in Gelsenkirchen ärgern sich über Verkehrsbelastung

Seit Anfang März gilt auf der Bottroper Straße in Horst Tempo 30 für Lkw. Anwohner beklagen, dass sich an der Verkehrsbelastung der Verbindungsstraße kaum etwas geändert hat.

Seit Anfang März gilt auf der Bottroper Straße in Horst Tempo 30 für Lkw. Anwohner beklagen, dass sich an der Verkehrsbelastung der Verbindungsstraße kaum etwas geändert hat.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Horst.  Trotz Mittellinie und Tempo 30 für Lkw: Anwohner der Bottroper Straße in Gelsenkirchen-Horst beklagen nach wie vor die hohe Verkehrsbelastung.

Zu viel Lkw-Verkehr, -Lärm und -Abgase, zu wenig Lebensqualität: Immer wieder hatte (nicht nur) Sylvia Pleiss über die Situation auf der Bottroper Straße geklagt.

Bis die Stadt Ende 2018 ein Tempolimit für Lkw von 30 Stundenkilometern einführte und eine Mittellinie auf der Fahrbahn aufbrachte. „Wirklich erfolgreich war das aber nicht!“, schimpfte die Anwohnerin jetzt in der Bezirksvertretung West, wo die CDU-Fraktion einen Sachstandsbericht über die Belastungen beantragt hatte.

Stadt: Lage ist eher unauffällig

Das Fazit der Verwaltung: Objektiv betrachtet, sei die Lage „eher unauffällig“. Der Verkehr habe, so Heiko Elert vom Referat Verkehr, seit 2007 lediglich um zehn bis 15 Prozent zugenommen, der Lkw-Anteil daran sei „nur minimal“. Täglich nutzten durchschnittlich rund 8700 Fahrzeuge die Bottroper Straße, was für eine so lange Straße ein „eher geringes Aufkommen“ sei. Auch das Tempo sei – bei wenigen Ausreißern – ebenso wie die gemeldete Unfallsituation „eher unauffällig“.

Damit zufrieden geben mochte sich freilich kein Bezirksverordneter – und Sylvia Pleiss schon gar nicht. Während sie die Ergebnisse anzweifelte, Tempo 30 wegen der langen Rückstaus kritisierte, Parken auf den Gehwegen sowie ein absolutes Durchfahrtsverbot für Lkw ab 3,5 Tonnen verlangte, attestierte Franz-Josef Berghorn, Sprecher der CDU-Fraktion, eine Diskrepanz zwischen subjektiver und objektiver Wahrnehmung der Situation: „Tatsächlich spielen sich auf der Bottroper Straße täglich Dramen ab.“ Er regte eine bauliche Querungshilfe oder Zebrastreifen in Höhe der Straße Auf dem Schollbruch an. „Dort ist schon oft fast etwas passiert, weil es sich um einen Weg zum Kindergarten oder zum Sportplatz handelt.“

Parkplätze könnten wegfallen

Noch seien nicht alle rechtlichen Mittel ausgeschöpft, etwa ein Überholverbot, ein absolutes Lkw-Halteverbot – weil dort Fahrer dort ihre Pause oder gar die Nacht verbringen -, Tempo 30 auch für Pkw und eine eventuelle Mautpflicht für die Bottroper Straße. Letztere hatte Sylvia Pleiss ins Gespräch gebracht, weil die Lkw die Bottroper Straße beführen, um die Mautpflicht auf Bundesstraßen zu umgehen.

Eine Querung hinterfragte nicht nur Mirko Kranefeld (Grüne) skeptisch, weil diese durch das vergleichsweise laute Abbremsen und Anfahren „die Lärm- und Abgas-Problematik noch verschärfen könnte“. Auch Stadt-Mitarbeiter Elert stellte klar, dass diese „zwar technisch möglich, aber nicht einfach zu realisieren wäre“, da dann einige Parkplätze wegfielen. Insgesamt sei „die Bottroper Straße für den überörtlichen Verkehr gemacht“.

Bericht für September erwartet

AfD-Verordneter Martin Jansen verlangte, die Stadt möge „ein Konzept entwickeln, das den Verkehr flüssig hält.“ Tempo 30 lehnte er als kontraproduktiv ab, was Stadtbaurat Martin Harter auf den Plan rief: „Der Verkehrsfluss ist nicht abhängig vom Tempo.“

Am Ende beauftragte die Bezirksvertretung West die Verwaltung einstimmig, verschiedene Maßnahmen zur Reduzierung von Lkw-Verkehr, Lärm und Abgasen zu überprüfen, darunter auch eine Querung. Im September soll das Referat Verkehr dann dem Gremium darüber Bericht erstatten.

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