Omnibusbahnhöfe

Am neuen ZOB in Buer müssen Busfahrer Maßarbeit leisten

Weit ausholen müssen Busse am ZOB Buer, um an wartenden Fahrzeugen vorbeifahren zu können. Dabei werden oft die Bordsteinkanten berührt.

Weit ausholen müssen Busse am ZOB Buer, um an wartenden Fahrzeugen vorbeifahren zu können. Dabei werden oft die Bordsteinkanten berührt.

Foto: Michael Korte

Gelsenkirchen-Buer.   Nahverkehrsexperte Ulrich Sera kritisiert, dass die Omnibusbahnhöfe in Buer und Gelsenkirchen zu knapp bemessen wurden.

Der neue Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) Buer ist in weiten Teilen fertiggestellt, die Busse steuern ihre endgültigen Haltepositionen im Alltagsbetrieb an. Trotz der Nachbesserungen, die auf der nördlichen Seite an den zu knapp bemessenen Haltebuchten vorgenommen worden sind, läuft es zwischen Goldbergstraße und Springestraße nicht rund.

Dieses Fazit zieht Ulrich Sera. Der Nahverkehrsexperte hat dem Referat Verkehr eine Mängelliste vorgelegt, die sich auch auf den neuen ZOB am Hauptbahnhof bezieht.

Gespräche mit Busfahrern und Fahrgästen

Nach eigenen Beobachtungen und Gesprächen mit Busfahrern und Fahrgästen stellt Sera fest: „Das ist eher für die Modellbahn geplant.“ Dieses Urteil erlaubt er sich, weil er sich mit Bussen und Bahnen bestens auskennt: als täglicher Nutzer, aber auch als ehemaliger Bediensteter der Hochschule, wo er sich um die Einführung des Semestertickets gekümmert hat. Seine Kritik zielt auf die Fahrbahnbreite, die den Bussen auf der Südseite, zum Beispiel an den Haltestellen 12 und 13, zur Verfügung steht: „Gelenkbusse können die engen Positionen nicht sauber anfahren, nicht in ganzer Länge parallel zum Bahnsteig halten.“

Fahren die Gelenkbusse der Linien 398/399 am Bussteig 12 eher ab als der Gelenkbus der Linie 380 am Bussteig 13, müssen die Fahrer so weit nach links ausholen, dass die Räder die Bordsteinkante des Gehsteigs in der Mitte zur Goldbergstraße mitnehmen. Sera: „Hier wird umständliches Rangieren und Maßarbeit von den Fahrern verlangt.“ Nach wie vor als Unfallgefahr sieht Sera die inzwischen mit einem auffälligen Blau gekennzeichneten Sitzflächen in der Stufenanlage an. Ohne ein Geländer sei dort das Sturzrisiko sehr groß. Als „äußerst unzweckmäßig“ bezeichnet er die „deutlich zu kleinen Baumscheiben“. Bäume erhielten nicht genügend Wasser, ihr Wurzelwachstum könne schnell den Bodenbelag nach oben drücken.

Möglichst viel Platz für Menschen

Bettina Lenort und Heiko Ehlert vom Referat Verkehr verweisen auf das Grundkonzept, das beiden zentralen Busbahnhöfen zugrunde liege: „Wir wollten möglichst viel Fläche schaffen für Menschen, die Busse und Bahnen nutzen, und die Verkehrsflächen auf ein Minimum reduzieren“, so Referatsleiterin Lenort. Dabei habe man selbstverständlich die Schleppkurven für die Busse berücksichtigt. Ehlert macht auf die neuen Unterstellmöglichkeiten am ZOB Buer aufmerksam, die im Frühjahr kommen sollen: „Dadurch wird sich die Führung der taktilen Leitstreifen und die Position der Aufmerksamkeitsfelder noch einmal verändern.“ Sprich: Die Busse erhalten eine neue Halteposition, so dass sich der Abstand zum Rangieren vergrößert.

Bettina Lenort: „Nach der Markierung der Sitzpodeste sind bei uns keine weiteren Forderungen eingegangen.“ Sie böten für Sehbehinderte einen höheren Kontrast, Blinde orientierten sich dagegen am Leitstreifen, der nicht auf die Podeste führe. Vom bloßen Blick auf die Baumscheiben dürfe man sich nicht täuschen lassen, so Heiko Ehlert: „Unter der Baumscheibe befindet sich eine 3,50 mal 3,50 Meter große und 1,50 Meter tiefe Pflanzgrube. Sie enthält ein besonderes Substrat und sorgt für ausreichend Belüftungs- und Entwässerungsmöglichkeiten.“

ZOB in GE: Busse im Gegenverkehr

Am ZOB Gelsenkirchen müssen Busse im Gegenverkehr ihre Positionen ansteuern. Das führe zu Verzögerungen und Behinderungen im Betriebsablauf, kritisiert Ulrich Sera.

Das Dach auf dem Mittelsteig biete kaum Wetterschutz, schon nach wenigen Tagen wiesen Randsteine und Bodenbelag Schleifspuren auf, Dehnfugen seien einer Dauerbelastung ausgesetzt, bei Regen sammele sich Wasser auf Fahrbahn und Treppenstufen.

Eng begrenzte Fläche am Hauptbahnhof

Konstruktionsbedingt sei die ZOB-Fläche am Hauptbahnhof begrenzt, so Bettina Lenort. Nur durch den Begegnungsverkehr und die Anlage des Mittelsteigs sei es möglich geworden, insgesamt zwölf Haltestellen auf relativ kleiner Fläche anordnen zu können. Lenort: „So wird das Umsteigen viel einfacher, und schneller.“

Und Ehlert ergänzt: „Nach der Sanierung sind die Dehnfugen auf die Belastung durch die Busse ausgelegt.“ Der ZOB quasi auf dem Dach der Hbf-Zufahrt lasse keinen größeren Wetterschutz zu. Für eine Verbesserung könnten zusätzliche Windschotten sorgen, das Ausmaß der Pfützen wolle man sich noch einmal anschauen. Von Seiten der Verkehrsbetriebe seien keine Hinweise auf Störungen bekannt.

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