Kultur und Schule

Altarraum von St. Urbanus wird zur Probebühne

Altarraum als Probebühne: Der Chor der Pfefferackerschule und die Cellisten bereiten sich auf das gemeinsame Weihnachtskonzert vor.

Foto: Oliver Mengedoht

Altarraum als Probebühne: Der Chor der Pfefferackerschule und die Cellisten bereiten sich auf das gemeinsame Weihnachtskonzert vor.

Gelsenkirchen-Buer.   Der Chor der Pfefferackerschule und die Cellisten der Neuen Philharmonie bereiten sich in St. Urbanus auf ihr gemeinsames Weihnachtskonzert vor.

Wer am Dienstagvormittag in St. Urbanus einen Moment der Stille suchte oder eine Kerze anzünden wollte, war genau so überrascht wie die Frauen von der Raumpflege, die mit flinker Hand den Wischmopp über den Steinboden führten. Die vorderen Kirchenbänke mussten als Garderobe für bunte Anoraks und Parkas dienen und schwere Instrumentenkoffer stützen, während der Altarraum zur Bühne wurde. Dort hatten fünf Cellisten der Neuen Philharmonie Westfalen (NPW) Platz genommen und sich 60 Mädchen und Jungen der Pfefferackerschule aufgebaut, um für ein gemeinsames Weihnachtskonzert zu üben.

Andreas de Witt, Lydia Keymling, Gook Hee Nam, Felix Drake, Karolin Scholz setzen ihre Bögen an und schon erfüllt der warme und mächtige Ton ihrer Celli den weiten Kirchenraum, die Kinder machen mit der Fröhlichkeit ihrer jungen Stimmen den Kontrast dieser nicht alltäglichen Begegnung aus. Sie singen „Oh Tannenbaum“, „Ihr Kinderlein kommet“ oder „Gloria in excelsis deo“, sagen Gedichte auf. Das alles unter der Regie von Chorleiterin Sonja Bosco. Sie gibt den Einsatz vor, achtet darauf, dass der Takt eingehalten wird, und mahnt: „Nicht umblättern während Lina liest, denn dann hört man sie nicht mehr.“

Der lange Nachhall des Kirchenschiffs

Der lange Nachhall eines Kirchenschiffs stellt auch die Profi-Musiker vor besondere Herausforderungen. „Man muss vorsichtig mit der Lautstärke umgehen. Je schärfer sie akzentuiert wird, desto transparenter wirkt der Klang“, erläutert Carsten Kittan, im Hauptberuf Soloposaunist der NPW und jetzt in St. Urbanus als Partnerschulkoordinator anwesend. Nach fast drei Jahren der Zusammenarbeit geht die Kooperation zwischen Schule und Orchester bald wieder zu Ende, da ist das gemeinsame Weihnachtskonzert eine willkommene Gelegenheit, noch einmal auf das besondere Miteinander aufmerksam zu machen.

Den Musikern macht das Zusammenspiel mit den Kindern sichtbar Freude, auch in dieser für sie stressigen Vorweihnachtszeit, in der es gilt, zahlreiche Konzerttermine in Gelsenkirchen, in Recklinghausen und im Kreis Unna zu meistern. Schulleiter Markus Bechtel freut sich, dass sich so viele Kinder zum Schulchor zusammengefunden haben: „Das macht mehr als ein Viertel unserer Schülerschaft aus.“ Dass in dieser Chorgemeinschaft die Mädchen deutlich in der Überzahl sind, hat einen ganz einfachen Grund. „Zeitgleich zu den Chorproben findet unsere Fußball-AG statt“, erklärt der Schulleiter mit einem Schmunzeln.

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