Berufung

Alexander Weber ist für die Lufthansa weltweit unterwegs

Seit 2008 im Dienst des Kranichs: Alexander Weber fliegt Lufthansa-Passagiere im A330 oder A340 auf der Langstrecke  nach Afrika, Amerika und Asien.

Seit 2008 im Dienst des Kranichs: Alexander Weber fliegt Lufthansa-Passagiere im A330 oder A340 auf der Langstrecke nach Afrika, Amerika und Asien.

Foto: Weber

Gelsenkirchen-Buer.   Der Sohn von Juwelier Alfred Weber hat seinen Kindheitstraum vom Fliegen verwirklicht und wurde Pilot auf der Langstrecke.

Alexander Weber hat sich seinen Kindheitstraum verwirklicht. Hat das Berufsziel, was fast alle anderen Jungs zwischen Müllmann und Zugfahrer mindestens einmal formulieren, umgesetzt. Ganz zielstrebig, Denn eine Alternative gab es für ihn, solange er denken kann, nicht.

„Ich wollte immer Pilot werden“, erinnert sich der heute 35-Jährige. Er hat es geschafft. Regelmäßig hebt der Sohn von Juwelier Alfred Weber ab. Als 1. Offizier bei der Lufthansa erfüllt er seinen Passagieren ihren Traum vom Fliegen. Befördert bis zu 300 Gäste des Kranichs von Frankfurt in die Welt. Nach New York, Kuala Lumpur oder Addis Abeba.

Die Faszination? Das Fliegen selbst

Die Faszination daran? Alexander Weber überlegt nur kurz, und sagt dann völlig überzeugt: „Das Fliegen selbst.“ Mit zwölf Jahren bekommt er den ersten Einblick in dieses Faszinosum. Bei einem Rundflug über den Flugplatz Schwarze Heide. Er tritt dem LSV Dinslaken bei, fängt mit 15 mit dem Segelfliegen an und macht mit 17 seinen Segelflugschein.

In homöopathischen Dosen frönt er seinem neuen Hobby nicht. In den folgenden Jahren nimmt er an Junioren-Meisterschaften teil, auf Landes- und auf Bundesebene. „Es sind Rennen, die in der Luft ausgetragen werden“, berichtet er. Jeder Teilnehmer muss eine vorher vorgegebene Strecke mit Hilfe von GPS-Koordinaten umrunden.

Sportliche Erfolge

Seine sportlichen Erfolge ebnen seinen weiteren Weg. „Ich hatte das große Glück, meinen Wehrdienst als Sportsoldat ableisten zu dürfen“, sagt er. Nach seiner Grundausbildung landet er in der niedersächsischen Heeresfliegerwaffenschule Bückeburg.

Obwohl in der beschaulichen Ex-Residenzstadt der Grafschaft Schaumburg-Lippe die Hubschrauberflugschule der Bundeswehr stationiert war, ließen ihn diese Luftfahrzeuge kalt. „Ich bin vor drei Jahren das erste Mal in meinem Leben mit einem Hubschrauber geflogen“, berichtet er. Rein privat, bei einem Aufenthalt im kanadischen Vancouver.

Gewichtheber wollten nicht joggen

Weber blieb den Segelfliegern treu, die neben anderen Sportlern in Bückeburg stationiert waren und gemeinsam trainierten. „Das war zuweilen kurios“, erinnert er sich. „Die Gewichtheber wollten nicht joggen und wenn ich beim Schwimmtraining die Wasseroberfläche durchbrochen habe, hatte der Schwimmer neben mir bereits das Ziel erreicht“.

Die Bundeswehr verabschiedet sich von Weber mit einem Einsatz in Südafrika. Dort darf der 23-Jährige an der Meisterschaften als Gast mitfliegen. Danach schließt sich ein kurzer Moment des Überlegens an.

Stationen in Bremen und Phoenix/ Arizona

Studium oder Pilotenausbildung? „Ich musste es versuchen“, sagt Weber. Und bewarb sich bei der Lufthansa. Wohl wissend, dass nur zehn Prozent der Einstellungstest-Teilnehmer genommen werden. Weber gehörte dazu.

Nach Stationen in Bremen und Phoenix/ Arizona hatte er zweieinhalb Jahre später seine Berufspilotenlizenz in der Tasche. Nach einem weiteren dreimonatigem Training beim Kranich durfte er erstmals Passagiere transportieren. Vier Jahre flog er durch Europa und nutzte 2012 die Chance, auf die Langstrecke und den A330 und A340 umzusteigen.

Nur noch kurz die Welt retten ...

Der Traum vom Fliegen hat sich für ihn erfüllt, der Reiz ist noch lange nicht erloschen. „Man sieht so viele Ziele weltweit, an die man privat gar nicht reisen würde“, sagt er. Und natürlich gibt es immer noch Sehnsuchtsorte. Die Malediven, zum Beispiel, auf denen er noch nicht war, die die Lufthansa jetzt aber neu im Flugplan hat. Australien und Neuseeland, weil Lufthansa die fernen Ziele im Pazifik nicht ansteuert.

Und es bleibt das Faszinosum, sich „aus 12 000 Metern Höhe in Landschaften hineinzuschauen oder Wetterveränderungen sehr bewusst wahrnehmen zu können.“ Auf seinem Handy lässt Weber Tim Bendzko sprechen: „Muss nur noch kurz die Welt retten, danach flieg ich zu dir.“

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