1000 tolle Sachen

Aktionstag: Gelsenkirchener Jugendliche lernen fürs Leben

Gewusst, wie: Beim Aktionstag des Bistums Essen lernten Jugendliche in Gelsenkirchen praktische Dinge für den Alltag – etwa den Umgang mit der Bohrmaschine.

Gewusst, wie: Beim Aktionstag des Bistums Essen lernten Jugendliche in Gelsenkirchen praktische Dinge für den Alltag – etwa den Umgang mit der Bohrmaschine.

Foto: Achim Pohl / Bistum Essen

Buer.  Bistum Essen hat Gelsenkirchener Jugendliche mit „Lebensexperten“ zusammengebracht. Die gaben Tipps im Heimwerken, für Bewerbungen und Verträge.

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Ein Loch in die Wand bohren, ein Bild aufhängen oder einen Knopf annähen – an sehr lebenspraktischen und doch selten in der Schule trainierten Aufgaben konnten sich junge Leute bei der Veranstaltung „1000 tolle Sachen“ des Bistums Essen im früheren Pfarrhaus von Heilig Geist in Schaffrath versuchen. Gemeindeleiterin Lucia van den Boom hatte eine Schneiderin, erfahrene Heimwerker, aber auch eine Bewerbungsfachfrau und eine Steuerberaterin in die leerstehende Wohnung eingeladen.

Dort konnten Jugendliche und junge Erwachsene an der Schwelle zwischen Schule und Ausbildung ohne Rücksicht auf mögliche Flurschäden oder peinliches Gelächter zu Hammer, Kelle oder Nadel greifen. „Ich habe selbst Kinder in diesem Alter, da sind solche Fragen alltäglich“, sagt van den Boom. Zugleich „möchte ich, dass unsere Kirche auch für diese Altersgruppe etwas anbietet“.

Finanzratschläge von der Steuerberaterin

So entstand im Seelsorge-Team der Pfarrei St. Urbanus die Idee, die vielen Angebote zu „1000 Jahre Kirche in Buer“ durch die Veranstaltung „1000 tolle Sachen“ zu ergänzen. Dass es „tolle Sachen“ selten ohne Geld gibt, wissen Jugendliche – wie man vom ersten selbst verdienten Geld möglichst lange etwas hat, erfuhren sie im ersten Zimmer der alten Pfarr-Wohnung bei Steuerberaterin Silke Kentrup.

„Gerade junge Leute sollten nicht alles ausgeben, sondern regelmäßig Geld zur Seite legen“, rät Kentrup. Zugleich warnt sie vor allzu verlockenden Finanzierungen, gerade von Hausgeräten, Reisen oder dem nächsten Auto. Vorsicht gelte „bei allen Kosten, die regelmäßig wiederkehren: Handy, Miete, Versicherungen.“ Gerade bei jungen Leuten sei eine Schuldenfalle eine häufige Gefahr.

Tipps rund um Banken, Versicherungen und Steuern findet Teilnehmerin Felicitas sehr wertvoll. „Was man zum Beispiel bei Verträgen beachten muss, haben wir in der Schule nicht gelernt“, sagt die 19-Jährige, die derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr macht.

Nähmaschine, Hammer und Bohrer bedienen lernen

Deutlich geübter als mit ihrer Steuererklärung geht Felicitas mit der Nähmaschine um, die Schneiderin Silvia Kniest mitgebracht hat. Die beiden kennen sich schon von einem der Nähkurse, die die frühere Steilmann-Mitarbeiterin heute bei der Katholischen Familien-Bildungsstätte in Bochum anbietet. Von Felicitas mal abgesehen, „hat doch kaum einer der jungen Leute schon mal selbst einen Knopf angenäht“, so Kniests Erfahrung. Wenn etwas kaputt ist, müssten Mama oder Oma einspringen.

Deutlich mehr Krach als die surrende Nähmaschine machen Hammer und Bohrer im Flur und im großen Wohnzimmer. Lehramtsstudentin Lias hat gerade ihre

. „Es ist toll, dass man so was hier einfach mal ausprobieren kann“, sagt die 19-Jährige. Zuhause scheitere es manchmal schon daran, einen Nagel in die Wand zu schlagen. „Ich hab grad zum ersten Mal ein Bild aufgehängt“, grinst Dennis einen Raum weiter.

Hilfe bei der Bewerbung

Im Nebenzimmer hilft Verena Pohler, Fachfrau vom Jobcenter, bei der erfolgreichen Jobsuche. „Fehlerfrei geschriebene, ordentlich ausgedruckte Texte und professionelle Bewerbungsfotos, nicht die aus der Fotobox“, lauten ihre wichtigsten Tipps für erfolgreiche Bewerbungen.

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