Kulinarisches

Zwei Gastronomen verwirklichen ihre Träume im Südviertel

Hummus, Auberginencreme und Joghurtdips – Shahryar Fahimi bereitet seine veganen und vegetarischen Brotaufstriche jeden Tag frisch zu. Bei der Namensgebung seines Delikatladens hat er sich von der Sesamstraße inspirieren lassen.

Hummus, Auberginencreme und Joghurtdips – Shahryar Fahimi bereitet seine veganen und vegetarischen Brotaufstriche jeden Tag frisch zu. Bei der Namensgebung seines Delikatladens hat er sich von der Sesamstraße inspirieren lassen.

Foto: André Hirtz

Essen-Südviertel.   Persische Dips, blumige Tees und türkische Hausmannskost gibt es ab sofort an der Moltkestraße. Das Viertel vereint kulinarisch die halbe Welt.

Gleich zwei neue Gastronomien mit ganz unterschiedlichen Konzepten haben sich im Südviertel angesiedelt: Bei „Mana Mana“ gibt es vegane und vegetarische Spezialitäten aus dem Iran, gegenüber, bei „Kaya`s“, türkische Grillteller und Hausmannskost.

„Safran, Rosenblüten, Minze, Kurkuma, Berberitzen und getrocknete Limetten“ – Shahryar Fahimi zählt nur einen Bruchteil der orientalischen Gewürze auf, die er täglich in seinen Auberginencremes, im Hummus und in den Joghurtdips verarbeitet.

Diese persischen Spezialitäten bietet der 47-Jährige seit Anfang des Monats in seinem Delikatladen „Mana Mana“ an. Der liegt mitten im Südviertel, direkt gegenüber der Haltestelle Moltkestraße.

„Als ich nach einem Ladenlokal suchte, hat meine Schwester mir das Südviertel ans Herz gelegt“, erzählt Shahryar Fahimi. Hier sei man offen für neue vegetarische Bio-Küche, gebe es ein heterogenes Publikum und in Sachen Gastronomie einen Hauch von Internationalität. „Inder, Araber, Italiener, Vietnamesen, Türken, auf ganz engen Raum kann man rund um die Haltestelle kulinarisch beinahe die halbe Welt bereisen“, sagt Fahimi.

US-Präsident Obama war sein Gast

Das mit der Internationalität mag der Gastronom besonders, schließlich hat er viele Jahre lang in Washington gelebt und in einem renommierten italienischen Restaurant gearbeitet. „Ich habe dort sogar Al Gore und Obama bedient“, erzählt er stolz. Doch irgendwann zog es ihn zurück nach Essen, den Ort, an dem seine Familie seit vielen Jahrzehnten lebt. Und hier hat er seinen Traum verwirklicht: eine eigene kleine Gastronomie, in der er seine Liebe zum Essen ausleben kann.

Seine Dips macht er jeden Tag frisch, bestreicht damit Biobrote, reicht dazu fairen Kaffee (der kommt mit dem Segelschiff aus Mexiko) und persischen Tee aus Zimt, Safran oder Minze. „Der ist gut für die Seele“ sagt Shahryar Fahimi. Alle Gewürze hat er aus dem Iran mitgebracht; dort holt er sich auch seine kulinarischen Inspirationen.

Bei der Namensgebung ließ er sich allerdings von seiner Kinder-Lieblingssendung inspirieren: Auf der kleinen Karte von „Mana Mana“ stößt der Gast auf die Sesamstraßen-Bewohner Manni, Samson und Elmo. Und auch auf eine süße Überraschung: selbst gemachtes Tiramisu. „Das war das erste Gericht, das ich in der Gastronomie gelernt und mittlerweile perfektioniert habe. “

Bei „Kaya’s“ arbeitet die ganze Familie mit

Perfekte Süßspeisen gibt es auch direkt gegenüber bei Kaya`s: Dort ist es gerade zur Mittagszeit besonders voll und die ganze Familie Kaya beschäftigt, der Bestellungen Herr zu werden, während türkischer Pop aus dem Wand-TV die wartenden Gäste unterhält. Wie selbstverständlich arbeiten hier Ömar und Nurten Kaya mit ihren Söhnen Yakub (22), Emre und Mert (beide 18) zusammen. „Wir sind soo eng“, sagt Ömar Kaya und faltet seine Hände ganz fest. Der 49-jährige Koch hat sich wie Shahryar Fahimi mit seinem ersten eigenen Imbiss einen großen Traum erfüllt. „Ich habe lange gespart und lange gesucht, bis ich vor vier Monaten das geeignete Ladenlokal im Südviertel gefunden hatte.“

Pidre, Köfte und Baklava

Schon über zwanzig Jahre arbeitet Ömar Kaya, der Koch und Metzger ist, in der Gastronomie. „Doch ich war immer angestellt und wollte endlich etwas Eigenes haben. Keinen Abklatsch, sondern „echte“ türkische Grillspezialitäten – dafür stehe das Kaya’s. Neben Pide und Köfte, Döner und Kebab, den beliebten Nachspeisen Baklava und Firin Sütlac gibt es auch klassische türkische Eintöpfe, Gemüsegerichte und Suppen.

„Hier sagt man dazu Hausmannskost“, erklärt Ömar Kaya und zeigt ein breites Lachen. Sein Optimismus kommt nicht von ungefähr: „Meine Söhne sind wohlgeraten, haben alle etwas gelernt und unterstützen die Familie. Wir sind Freunde.“ Mittlerweile läuft nicht nur der Imbiss gut, auch das Zusammenspiel mit den unmittelbaren gastronomischen Nachbarn lässt sich gut an. „Ich habe mittlerweile alle eingeladen, und ich muss sagen, wir verstehen uns.“

>> KONTAKTE UND ÖFFNUNGSZEITEN

  • Der Delikatladen „Mana Mana“ bietet auch Catering an. Moltkestraße 10-12, 52 26 59 46. Öffnungszeiten: Montag - Freitag, 7 bis 18 Uhr, Samstag 8 bis 18 Uhr.
  • „Kaya’s Türkisch essen“, Moltkestraße 11, 54 54 86 04, hat Montag - Donnerstag und Sonntag von 11 bis 22 Uhr geöffnet, Freitag und Samstag von 10 - 24 Uhr. Mehr Infos auf www.facebook.com/kayasturkisch/

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