GELDGESCHENK

Zwei Essener verschenken fünf Euro für eine gute Tat

„Wir wollen denen Gutes tun, die selbst Gutes tun“:Freddy Fischer (r.) und Reinhard Wiesemann haben eine besondere Aktion ins Leben gerufen. Für eine gute Tat gibt es einen Fünfer auf die Hand.

Foto: Knut Vahlensieck

„Wir wollen denen Gutes tun, die selbst Gutes tun“:Freddy Fischer (r.) und Reinhard Wiesemann haben eine besondere Aktion ins Leben gerufen. Für eine gute Tat gibt es einen Fünfer auf die Hand. Foto: Knut Vahlensieck

Essen.   „Denen Gutes tun, die Gutes tun“: Die Unternehmer Reinhard Wiesemann und Freddy Fischer haben ein ungewöhnliches Geschenk für Alltagshelden

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In Essen lohnt es sich ab sofort noch mehr, eine gute Tat zu tun. Die ist nicht nur für den unterstützten Mitmenschen gut und für das eigene Gewissen, sondern auch für den Geldbeutel: Die Unternehmer Reinhard Wiesemann und Freddy Fischer belohnen gute Taten, die sie beobachten, mit einem Fünf-Euro-Schein. „Für uns sind diese Menschen Alltagshelden. Es ist kleiner Dank für etwas, was selbstverständlich sein sollte, aber leider nicht mehr selbstverständlich ist“, erklärt Reinhard Wiesemann das ungewöhnliche Projekt. Freddy Fischer ergänzt: „Wir wollen denen Gutes tun, die selbst Gutes tun.“

In den letzten Tagen haben Reinhard Wiesemann und Freddy Fischer, die sich beide sozial und gesellschaftlich engagieren, ihre vor Wochen in einem Workshop entwickelte Idee erstmals in der Praxis getestet. Und bei den ersten Geldübergaben in staunende Gesichter geschaut. Reinhard Wiesemann, Inhaber des Unperfekthauses und in der Nordcity auch in der Kreuzeskirche und im GeKu-Mehrgenerationenhaus engagiert, erinnert sich an seinen ersten Alltagshelden, bei dem er sich für dessen Hilfsbereitschaft bedankte: „Ein junger Mann hat Müll aufgehoben und in den Mülleimer geworfen. Ich bin auf ihn gegangen und habe gesagt: Ich habe was für Sie. Er war überrascht, dann erfreut, hat sich bedankt und das Geld eingesteckt.“ Zum grünen Geldschein gibt es immer noch einen Zettel, der die Aktion und ihre Hintergründe ausführlich erklärt.

„Kleine Gesten machen die Gesellschaft stärker“

Freddy Fischer belohnte eine junge Frau, die einer älteren Dame auf der Straße half, der etwas aus der Handtasche gefallen war: „Sie sah das Geld und fragte mich, wo die Kamera sei“, erinnert sich der Unternehmer, der sich mit der nach ihm benannten Stiftung vor allem um bessere Zukunftschancen für Kinder und Jugendliche kümmert. Gut für Reinhard Wiesemann und Freddy Fischer: In ihren lockeren Outfits sehen sie nicht wie Vertreter aus, die für das Geld eine Unterschrift haben wollen. Denn wer Geld verschenkt, der, so die übliche Erwartung, fordert eine Gegenleistung ein.

„Gesten stärken Gesellschaft“

„Wir nicht“, betont Freddy Fischer und erklärt: „Wir glauben, dass diese kleine Gesten unsere Gesellschaft stärker machen. Deshalb unterstützen wir sie auch.“ Mit Bargeld. „Wir haben uns bewusst für Geld entschieden“, sagt Reinhard Wiesemann: „Schokolade mag nicht jeder. Und sie ist bei der Sommerhitze auch sehr schwierig. Gutscheine binden an Geschäfte. Geld kann frei verwendet werden.“ Freddy Fischer hat beispielsweise beobachtet, das ein Belohnter das Geld einem Straßenmusiker weitergespendet hat. Das ungewöhnliche Projekt befindet sich in der Probephase. „Wenn die Reaktionen komisch werden, hören wir auf.

Wenn es ankommt, machen wir weiter“, erklärt Reinhard Wiesemann, der mit einem Etat von „500 bis 1000 Euro“ kalkuliert. Er will auch Bekannte zum Mitmachen animieren. „Ich habe jetzt immer ein paar Fünfer in der Tasche. Und wenn ich eine gute Tat sehe, wechselt ein Schein den Besitzer“, zeigt Freddy Fischer seine Zahlungsbereitschaft, schränkt aber gleich ein: „Leider ist das nicht so oft der Fall.“

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