Sammler

Zeche Carl wurde an Pfingsten zum Raritätenmarkt für Sammler

Andreas Henseler, Organisator, sammelt selbst mit Leidenschaft.

Foto: Socrates Tassos

Andreas Henseler, Organisator, sammelt selbst mit Leidenschaft. Foto: Socrates Tassos

Essen.  Besonders alte Schilder sind immer wieder beliebt: Warum der Raritätenmarkt auf Carl in Altenessen in diesem Jahr doppelt so lang geöffnet hatte.

Was an Pfingsten auf Zeche Carl unter den Hammer kam, waren keine Kellerfunde, die der Besitzer einfach loswerden will, sondern Sammlerstücke, die oft einen historischen Wert haben – und damit ganz sicher nicht für Centbeträge über die Theke gehen: Die Raritätenbörse zählt zu den größten Sammlermärkten im Revier für Besonderes.

Der Herr des bunten Treibens ist Andreas Henseler. Seit Jahren organisiert er die Raritätenbörse, ist selbst leidenschaftlicher Sammler. „Statt wie bisher nur an einem Tag am Pfingstwochenende findet die Raritätenbörse dieses Mal an zwei Tagen statt.“ Dies sei wegen des Andrangs, der immer stärker wird, nötig gewesen. „Letztes Jahr war unsere Halle so voll, dass man sich regelrecht aneinander vorbeiquetschen musste. Wir mussten die Halle dann aus Sicherheitsgründen schließen, bevor sie zu voll wurde.“

„Centre ville“ hängt man sich ins Wohnzimmer

Zu Gedränge kam es in diesem Jahr tatsächlich nicht. So war ausgedehntes Bummeln möglich.

Besonders angesagt sind offenbar Metallschilder aller Art, insbesondere aus der Werbung. Doch auch abmontierte Straßenschilder aus Frankreich, die ins „Centre ville“ führen, findet man. Gekauft werden solche Devotionalien allerdings nicht nur aus Sammellust – viele richten sich mit solchen Objekten ihre Wohnung im angesagten Retro-Stil ein.

Genau an solche Kunden richtet sich das Angebot von Dirk Heckmann – er verkauft alte Industrie- und Studiolampen, dazu allerlei Möbelstücke aus gebrauchten Turngeräten. „Diese Form von Industriedesign lebt besonders von der Art, wie alte Gegenstände einem neuen Bestimmungszweck zugeführt werden“, erklärt Heckmann.

Industrielampen und Möbel aus Turngeräten

Ebenfalls fasziniert vom Charme des Vergangenen ist Schneiderin Tina Heilmann. Sie fertigt für ihre Kunden normalerweise Kleidung im Stil der 1950er Jahre nach Maß an – zur Raritätenbörse hat sie allerdings Originalstücke aus der Nachkriegszeit mitgebracht. „Seit 25 Jahren sammle ich die Kleider, mittlerweile habe ich einen beachtlichen Fundus.“

Verkaufen muss sie nicht unbedingt – für sie ist die Liebe zu den Raritäten ein Hobby geblieben. Auch wenn die Szene offenbar recht kommerziell motiviert ist: „Mir ist schon bewusst, dass sehr viele Leute hier auf der Börse unglaublich viel Geld investieren.“

Mehr zum Thema
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik