Altenessen

Zeche Carl geht ohne Baustellen in die neue Saison

Kornelia Vossebein, Geschäftsführerin der Auf Carl gGmbH.

Kornelia Vossebein, Geschäftsführerin der Auf Carl gGmbH.

Foto: WAZ FotoPool

Essen-Altenessen.  Nach einer umfangreichen Auffrischung der Infrastruktur geht das soziokulturelle Zentrum in Altenessen ohne Baustellen ins Jahr 2014. Bühnenprogramm und Stadtteilarbeit stehen im Mittelpunkt.

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Was sich die Messe Essen so gewünscht hat, hat die Zeche Carl bekommen: Eine, wie es so schön heißt, Ertüchtigung, die man auch guten Gewissens Teilsanierung mit öffentlichen Mitteln nennen kann. Knapp vier Millionen Euro wurden in den letzten zwei Jahren im Carl-Casino in den Brandschutz, die Fluchtwege und in eine neue Elektrik investiert. „Eine schwierige Zeit. Bei uns war dauernd Baustelle. Es ist gut, dass das jetzt vorbei ist“, sagt Kornelia Vossebein, Geschäftsführerin der „Auf Carl gGmbH“. Die gemeinnützige Gesellschaft nutzte die Zeit zudem, um die Veranstaltungstechnik in ihren Räumlichkeiten auf den neuesten Stand zu bringen. Das Land NRW und die Sparkasse Essen haben diese Auffrischung finanziert. „2014 haben wir erstmals seit Jahren einen Haushalt und ein Programm ohne Beeinträchtigungen von außen“, sagt Vossebein.

Auf der Zeche Carl ist in den letzten Jahren viel passiert. Mitte 2008 waren die Finanzlücken nicht mehr zu schließen, der damalige Trägerverein musste einen Insolvenzantrag stellen. Eine neue Organisationsstruktur wurde aufgestellt, die „Auf Carl gGmbH“ mit frischem Personal gegründet. Kaum waren die neuen Abläufe eingeführt, stand die dringend benötigte Ertüchtigung der Substanz an. „Jetzt wird es hoffentlich ruhiger um uns, wobei ich nicht das Programm meine“, sagt Kornelia Vossebein.

"Kreator proben immer noch im Keller"

Die Zeche Carl versteht sich als soziokulturelles Zentrum, dessen Arbeit auf zwei Säulen fußt: das Bühnenprogramm und die Stadtteilarbeit. Mit der Stadtteilarbeit will Carl nach Altenessen hineinwirken. Es gibt eine Kooperation mit der Stadtteilkonferenz und dem Kulturnetzwerk Essener Norden. Außerdem bietet die Zeche Vereinen und Interessengemeinschaften Raum und Räume für deren Arbeit. Ein Kinderflohmarkt, das gut frequentierte Tanzcafé und das Erzählcafé mit Altenessen-Expertin Brigitte Böcker runden dieses Angebot ab. „Die Zeche Carl erwacht wieder als Stadtteilzentrum“, hat Kornelia Vossebein beobachtet.

Stadtweit und auch überregional anziehend ist das Bühnen- und Partyprogramm an der Wilhelm-Nieswandt-Allee. Viel Musik, viel Kabarett, viel Comedy, dazu Lesungen und auch mal Theater. Aufstrebende Künstler erhalten ebenso ein Forum wie altgediente Bühnen-Helden. „Kreator“, verrät Vossebein, „proben immer noch hier im Keller“. Dazu haben die Wochenend-Partys ihren festen Platz im Carl-Kalender: „Scharf auf Carl“, die „80er-/90er-Party“ und der „Nachttanz“ für Freunde des gepflegten Gothics ziehen immer weiter Kreise. Veranstaltungen, die ertragreich sind. Und die dem „Auf Carl“-Etat, den die Stadt jährlich mit einem mittleren sechsstelligen Betrag unterstützt, gut tun. „Kultur bringt kein Geld. Und Stadtteil-Arbeit schon gar nicht. Der Zuschuss der Stadt ermöglicht uns erst, unser Programm anzubieten“, stellt Kornelia Vossebein klar.

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