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Zahl der Konflikte auf Essener Fußballplätzen steigt

Die Initiatoren der Fachtagung, von links: Michael Welling (Rot-Weiß Essen), Ulf Gebken (Uni), Ralf Klohr (Fair-Play-Liga), Klaus Koglin (Fußballkreis), Thorsten Flügel (Fußballkreis) und Waldemar Wrobel (früherer RWE-Trainer).

Foto: Stefan Arend

Die Initiatoren der Fachtagung, von links: Michael Welling (Rot-Weiß Essen), Ulf Gebken (Uni), Ralf Klohr (Fair-Play-Liga), Klaus Koglin (Fußballkreis), Thorsten Flügel (Fußballkreis) und Waldemar Wrobel (früherer RWE-Trainer). Foto: Stefan Arend

Essen.   In Essen gab es 2016 insgesamt 20 Fälle von Gewalt oder Diskriminierung – 2015 waren es noch zwölf. Fachtagung will beim Kinderfußball ansetzen.

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Auf den Fußballplätzen in Essen hat es im Jahr 2016 genau 20 Fälle von Gewalt oder Diskriminierungen gegeben. Diese Zahl nannte der Vorsitzende des Essener Fußballkreises, Thorsten Flügel, am Samstag bei einer Fachtagung zum Fair-Play im Jugendfußball.

Demnach ist die Anzahl der sogenannten „Sicherheitsmeldungen“, die im Spielbericht vermerkt werden, im Amateurfußball im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. In 2015 wurden von den Schiedsrichtern zwölf Vorfälle gemeldet.

Mehr Meldungen in anderen Städten

Obwohl die Gewalt in den Kreisklassen vor allem in Essen seit Wochen politisch diskutiert wird, steht die Ruhrstadt mit der Anzahl der Vorfälle im gesamten Bereich des Fußballverbandes Niederrhein (FVN) nur an fünfter Stelle. Nach Informationen dieser Redaktion hat es in Remscheid, Duisburg, Oberhausen und Düsseldorf mehr Sicherheitsmeldungen gegeben. „Es hilft uns aber nicht zu sagen, dass es in anderen Städten schlimmer ist“, sagte Thorsten Flügel.

Angesichts der jüngsten Gewaltausbrüche haben verschiedene Akteure (Fußballverband, Stadt, Uni, Essener Chancen, RWE) am Samstag eine Fachtagung im Stadion organisiert. Dabei ging es nicht um den Herrenfußball, sondern um den Jugendbereich. Der Sportwissenschaftler Ulf Gebken von der Uni wollte mit der Tagung eine Rückmeldung über die „Fair-Play-Liga“ vorantreiben, nach deren Regeln von den Bambinis bis zur E-Jugend gespielt wird: Die Kinder sind ihre eigenen Schiedsrichter, Zuschauer müssen Abstand halten und Trainer greifen nur im Ausnahmefall ein.

Verbesserungen bei den Kleinsten

Über 200 Vertreter aus 45 Essener Vereinen waren am Samstag zu der Tagung gekommen, die allerdings eine Pflichtveranstaltung war. Die Rückmeldung: Die Fair-Play-Liga funktioniere in vielen Bereich zwar ordentlich bis gut – es gebe aber Verbesserungspotential. Die Vereine wünschen sich mehr Unterstützung von Verbandsseite und eine bessere Kommunikation untereinander.

„Mich haben die Gewaltkonflikte im Herrenfußball schockiert“, sagt Ulf Gebken. „Wir haben nur eine Chance solche Vorfälle zu verhindern, wenn wir bei den Kleinsten anfangen.“ Durch die Tagung sollen nicht nur Jugendtrainer für Fair-Play sensibilisiert werden – gehofft wird auch auf eine Signalwirkung in den Erwachsenenbereich. Mit fünf Säulen soll aber zunächst die Fair-Play-Liga verbessert werden. Geplant sind ein gemeinsamer Saisonstart, eine bessere Qualifizierung der Trainer, eine bessere Öffentlichkeits- und Elternarbeit sowie ein Rückmeldesystem in Form einer Handy-App, damit Probleme an den Kreis weitergegeben werden können.

Es gab aber auch Kritik. Ein Jugendleiter aus einem Verein im Essener Westen kritisierte, dass trotz Pflicht ausgerechnet die Vereine fehlten, die auch im Kinderbereich schon für Ärger sorgen würden. Der Fußballkreis kündigte an, mit den fehlenden Vereinen intensive Gespräche zu führen.

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