Corona

Zahl der Corona-Infizierten in Essener Seniorenheimen sinkt

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Wer seine Angehörigen im Essener Louise-Schröder-Zentrum besuchen will, muss einen negativen Testnachweis mitbringen.

Wer seine Angehörigen im Essener Louise-Schröder-Zentrum besuchen will, muss einen negativen Testnachweis mitbringen.

Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Essen-Katernberg.  Die Corona-Inzidenz in Essen steigt. Die Zahl der Infizierten in Seniorenheimen sinkt jedoch. Mit der Test-Strategie sind nicht alle glücklich.

Zu Beginn der Corona-Pandemie standen die Senioren und Seniorinnen besonders im Fokus: Sie waren besonders gefährdet, sollten geschützt werden und durften zum Teil keinen Besuch in ihren Einrichtungen erhalten. Viele infizierten sich trotzdem, nicht wenige starben. Mittlerweile hat sich die Lage grundlegend geändert.

In den Essener Einrichtungen gibt es nach Angaben der Stadt mit Stand 12. Januar lediglich 39 infizierte Bewohnerinnen und Bewohner sowie 77 infizierte Personen im Bereich des Personals. Die aktuellen Fallzahlen sind derzeit am höchsten unter den jungen Erwachsenen: Nach Angaben des Robert Koch Instituts gab es am Montag (10.1.) 356 bestätigte Infektionen unter den 25- bis 29-jährigen Essenern.

In den Senioreneinrichtungen gilt die 3G-Regel, Besucher brauchen Testnachweis

„Unser System ist relativ sicher“, erklärt Oliver Kern, Geschäftsführer der Essener Awo, die sechs Senioreneinrichtungen im Stadtgebiet betreut. Für das Personal sowie für Bewohnerinnen und Bewohner gilt aktuell laut Corona-Schutzverordnung die 3G-Regelung. Zusätzlich werden routinemäßig alle geimpften, geboosterten und genesenen Mitarbeitenden und Bewohner zweimal pro Woche mittels Schnelltest getestet. Wer keinen Immunschutz aufweist, muss täglich einen negativen Testnachweis vorlegen. Besucherinnen und Besucher müssen zudem immer einen tagesaktuellen negativen Schnelltest vorweisen.

In einigen Einrichtungen, wie beispielsweise dem Kurt-Schumacher-Zentrum steht dafür ein externer Anbieter bereit, in anderen Einrichtungen, wie beispielsweise dem Louise-Schröder-Seniorenzentrum in Katernberg übernimmt das Personal die Testungen der Besucher und Besucherinnen dreimal wöchentlich. „Das ist ein Riesenaufwand“, betont Oliver Kern.

Selbsttestungen unter Aufsicht sind für Besucher von Seniorenheimen keine Option

Wer außerhalb dieser Zeiten kommt, muss sich woanders testen lassen und den entsprechenden Nachweis vorlegen. Das gilt auch mit der neuen Corona-Schutzverordnung, die seit Donnerstag (13.1.) gilt. Die Möglichkeit der Selbsttestungen unter Aufsicht direkt vor Ort gilt laut einer entsprechenden Verfügung, die Oliver Kern vorliegt, nur im Gastro- und Freizeitbereich, nicht aber für Besucher von Senioreneinrichtungen.

Claudia Hüttemann-Horstick ist unzufrieden mit dieser Regelung. „Es ist ein Unding, wie man mit den Angehörigen umgeht, die Awo verhält sich absolut unflexibel“, klagt sie. Ihre Mutter wohnt seit Ende Oktober im Louise-Schröder-Zentrum, sie selbst kommt aus Kamp-Lintfort und wisse demnach nicht, wo in Katernberg die nächste Testmöglichkeit sei.

„Ich kann verstehen, dass man vorsichtig sein muss, aber Bewohnerin und Angehörigen werden so unnötig Steine in den Weg gelegt“, erklärt die 63-Jährige, die sowohl dem Awo-Vorstand, als auch dem Leiter der Einrichtung vorgeschlagen hat, Pflegeschüler für tägliche Testungen der Besucher einzusetzen. „Das können wir nicht leisten“, winkt Oliver Kern ab. Der Awo-Vorstand habe Claudia Hüttemann-Horstick jetzt einen Brief geschrieben und die Situation erläutert.

Mitarbeiterinnen von Seniorenheim-Besuchern angespuckt

Nach Angaben von Kern werden alle Angehörigen immer dann angeschrieben, wenn sich die Regeln ändern, außerdem gebe es Aushänge an den Einrichtungen mit dem Hinweis darauf, wo die nächste Test-Gelegenheit ist. Wer dennoch keinen Nachweis mitbringt, darf nicht rein: „Da sind wir sehr streng.“ Vereinzelt seien Mitarbeiterinnen der Einrichtungen während der Coronazeit tatsächlich schon von Besuchern angespuckt und beschimpft worden, erklärt Kern. Das seien zwar Ausnahmen, aber „Ausnahmen, die uns hellhörig machen“.

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