Ermittlungen

Wohl kein Bezug zwischen Drogenfund und brennenden AfD-Autos

In Essen-Holsterhausen sind in der Nacht zum Donnerstag drei Autos komplett ausgebrannt. Sie waren nach Angaben von Anwohnern mit AfD-Werbefolien beklebt.

In Essen-Holsterhausen sind in der Nacht zum Donnerstag drei Autos komplett ausgebrannt. Sie waren nach Angaben von Anwohnern mit AfD-Werbefolien beklebt.

Foto: wtv-news

Essen.   Nach Anschlag auf AfD-Wahlkampfwagen in Essen-Holsterhausen werten die Ermittler Spuren aus. Unklar ist, wer Marihuana-Plantagen betrieben hat.

Die brennenden AfD-Autos und der offensichtliche Drogenanbau auf dem Gelände einer früheren Flüchtlingsunterkunft an der Münchener Straße im Essener Stadtteil Holsterhausen haben wohl nichts miteinander zu tun: „Ein direkter Zusammenhang ist nicht erkennbar“, sagte Polizeisprecher Peter Elke am Dienstag sechs Tage nach dem Beginn der Ermittlungen durch den polizeilichen Staatsschutz.

Nach wie vor sei allerdings unklar, wer die drei auf dem Gelände abgestellten Smarts mit AfD-Werbung am späten Mittwochabend angezündet habe. Die Polizei wertet derzeit Spuren aus und geht weiterhin von einer politisch motivierten Straftat aus.

Rund 1000 Marihuana-Pflanzen sichergestellt

Ebenso wenig belastbare Erkenntnisse gibt es bislang zu der Frage, wer die Marihuana-Plantage im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss betrieben haben könnte. Rund 1000 Pflanzen wurden von der Polizei sichergestellt. Mögliche Mietverträge, die existieren sollen, könnten die Ermittler aber ziemlich zügig auf die Spur der mutmaßlichen Drogenbauern bringen.

Die Behörde ermittelt wegen Brandstiftung und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Das Feuer, das von einem Hausmeister entdeckt worden war, beschädigte das Gebäude beträchtlich.

Die betroffene Immobilie hat in der Vergangenheit häufig für Schlagzeilen gesorgt. Der frühere SPD-Ratsherr Arndt Gabriel hatte den Komplex vor drei Jahren für mehrere Millionen Euro gemeinsam mit Partnern gekauft, um dort ein Flüchtlingsheim zu eröffnen. Nachdem sein Asyl-Deal mit der Stadt für heftige Debatten gesorgt hatte, erklärte er seinen Austritt aus Partei und Fraktion.

Die Ermittler suchen weiterhin Zeugen und fragen: Wer hat am Mittwochabend verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Nahbereich der Münchener Straße gesehen? Hinweise können unter Telefon 0201/829-0 abgegeben werden. (j.m.)

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