Fußball-WM

Polizei Essen hofft auf friedliche Weltmeisterschafts-Feiern

Ein Autokorso setzt die Regeln im Straßenverkehr nicht außer Kraft. Und für feiernde Fans gibt’s da so einiges zu beachten. Foto:imago

Ein Autokorso setzt die Regeln im Straßenverkehr nicht außer Kraft. Und für feiernde Fans gibt’s da so einiges zu beachten. Foto:imago

Essen.   Beamte auf den Straßen drücken hie und da ein Auge zu. Bei Straftaten, schweren Ordnungswidrigkeiten oder Gefahr wird konsequent durchgegriffen.

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Rollt der Ball ins richtige Tor, kann abseits des Spielfelds so manches unrund laufen: Autokorsos, die nach Weltmeisterschafts- und Europameisterschaftssiegen der deutschen Mannschaft in der Vergangenheit regelmäßig für teils bedenkliche Szenen vor allem in Rüttenscheid und rund um den Berliner Platz sorgten, werden zwar von der Polizei toleriert, obwohl sie eigentlich nach den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung angemeldet werden müssten. Doch sollten dabei nicht alle Regeln außer Kraft gesetzt werden. Denn wenn die Ordnungshüter während der WM auf Gefahrenabwehr umschalten müssen, weil die Fans sich selbst ins Abseits stellen, gerät der Spaß schnell in die Defensive.

Jeder Siegestaumel kennt Grenzen. „Jeder sollte sich einfach so verhalten, wie er es auch von anderen erwartet“, beschreibt Polizeioberkommissarin Lena Kretschmar die allgemeine Richtschnur. Und das gelte nicht nur bei Feiern im öffentlichen Raum, sondern auch beim nachbarschaftlichen WM-Jubel im eigenen Garten.

Autokorso kein Freibrief für Verstöße

Wer sich während eines Autokorsos zu weit aus dem Fenster lehnt oder meint, sitzend oder stehend auf der Haube oder dem Dach eines Wagens seine Runden drehen zu müssen, wird aus dem Verkehr gezogen. Verboten ist zum Beispiel auch das aufrechte Stehen in einem Cabrio während der Fahrt. Ein Autokorso ist ebenso kein Freibrief für Rotlicht- oder Geschwindigkeitsverstöße.

Null Toleranz werden die Einsatzkräfte wie auch sonst bei Fahrten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss zeigen. Kommen 0,3 Promille mit Ausfallerscheinungen zusammen, liegt sogar eine strafbare Handlung vor, die noch mehr empfindliche Konsequenzen als nur den Führerscheinentzug nach sich ziehen kann.

Des weiteren gilt die Anschnallpflicht. Fahnen oder andere WM-Accessoires dürfen nicht die Sicht des Fahrers beeinträchtigen, Lichter, auch Blinker in Außenspiegeln, nicht von Flaggen oder Aufklebern verdeckt werden, und eigentlich sollten Autofahrer nur auf die Hupe drücken, wenn sie außerhalb geschlossener Ortschaften überholen oder andere Verkehrsteilnehmer vor drohenden Gefahren warnen wollen. Hupen allein aus Übermut ist streng genommen verboten. Dennoch sind keine Fälle überliefert, in denen die Polizei bei Autokorsos ein Bußgeld von zehn Euro bei Verstößen gegen den entsprechenden Paragrafen 16 der Straßenverkehrsordnung erhoben hat.

Polizei erwartet keine größeren Sicherheitsprobleme

Auch in diesem Jahr werden die Beamten hie und da ein Auge zudrücken. Bei Straftaten und schweren Ordnungswidrigkeiten jedoch oder wenn die Sicherheit gefährdet ist, wird die Polizei – WM-Feier hin oder her – konsequent durchgreifen. Wieviel die Beamten zu tun bekommen werden, hängt bei dieser WM allein vom Erfolg der deutschen Kicker im Verlauf des vierwöchigen Turniers ab – die türkische Nationalmannschaft, die bei Erfolgen von ihren Anhängern ebenfalls öffentlich bejubelt wurde, ist ja nicht mit von der Partie.

Da sich das ehemals zentrale Rudelgucken auf dem Kennedyplatz inzwischen auf mehrere Örtlichkeiten verteilt, erwartet die Polizei auch beim Public Viewing keine größeren Sicherheitsprobleme. Der Anpfiff für ein friedliches Fußballfest kann also kommen.

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