Radfahren

Winterdienst-Premiere auf dem Radschnellweg RS 1

Der Radschnellweg RS1 wurde erstmals seit seiner Eröffnung gestreut.    

Der Radschnellweg RS1 wurde erstmals seit seiner Eröffnung gestreut.    

Foto: JB

Essen.   Auf dem Radschnellweg RS 1 wurde erstmals Schnee geräumt. Der ADFC spricht von einem Fortschritt, wünscht sich aber mehr.

Winterdienst-Premiere auf dem Radschnellweg RS1: Zum ersten Mal seit ihrer Eröffnung wurde die Radtrasse von Eis und Schnee befreit. „Wir waren es“, sagte Susanne Schlenga, Sprecherin des Landesbetriebes Straßen NRW, nachdem Radfahrer darüber rätselten, wer da mit Besen und Streusalzeimer im Einsatz war.

Zuständig für Pflege und Instandsetzung ist noch der Regionalverband Ruhr (RVR). Die so genannte Straßenbaulast soll aber auf Straßen NRW übergehen. „Wir behandeln den Radschnellweg wie eine Landstraße, egal ob er eine ist“, sagt Susanne Schlenga und spielt damit auf den unterschiedlichen Ausbau-Standard an.

„Der nicht asphaltierte Teil ist eine Schlammpiste“

Der RS 1 ist auf Essener Stadtgebiet nicht komplett asphaltiert. Der Einsatz von Streusalz habe die Trasse deshalb teilweise in eine Schlammpiste verwandelt, bedauert Jörg Brinkmann, Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC).

Dennoch: Laut Brinkmann begrüßen die Radfahrverbände sehr, dass der RS 1 auch im Winter befahrbar sei. Bedauerlicherweise gelte dies nicht für Zubringer. Auf dem Abzweig nach Borbeck beispielsweise habe es keinen Winterdienst gegeben. Laut Straßen NRW sind auch die Zuwege zum Radschnellweg gestreut worden. Warum dies nicht für besagten Abzweig galt, konnte die Sprecherin nicht beantworten.

Radwege auf Gehwegen werden nicht geräumt

Ein Fortschritt sei der Winterdienst allemal, sagt Jörg Brinkmann. Mit dem Winterdienst der Stadt seien die Fahrradverbände nicht zufrieden. „Uns wurde zugesagt, dass zumindest auf der Fahrbahn markierte Radstreifen geräumt werden“, so Brinkmann. Dies sei leider nicht immer der Fall. Radwege auf Gehwegen würden gar nicht geräumt.

Bettina Hellenkamp, Sprecherin der für den Winterdienst zuständigen Entsorgungsbetriebe Essen (EBE) weist daraufhin, dass Radwege nicht Gegenstand der städtischen Winterdienstsatzung seien. Mit der Stadt sei vereinbart, dass Radwege in Nebenstraßen von Schnee befreit werden, wenn die Räumtrupps dafür im Einsatz noch Zeit hätten. Radfahrstreifen auf den Fahrbahnen würden grundsätzlich mitgeräumt. Es gehe aber darum, die Straße für Autofahrer frei zu halten. Nicht auszuschließen sei, dass die Räumfahrzeuge nach rechts auf den Radfahrstreifen schieben.

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