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Wie Grund- und weiterführende Schulen zusammenarbeiten

So sieht die Redaktionssitzung von „Wow“ aus, der „Zeitung für Kids“: Grundschüler und Sechstklässler der Hauptschule Wächtlerstraße, der Frida-Levy-Schule und der Viktoria-Schule erstellen zusammen eine Zeitung.

So sieht die Redaktionssitzung von „Wow“ aus, der „Zeitung für Kids“: Grundschüler und Sechstklässler der Hauptschule Wächtlerstraße, der Frida-Levy-Schule und der Viktoria-Schule erstellen zusammen eine Zeitung.

Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Damit der Übergang der Viertklässler in die neue Schule gelingt: Schulen kooperieren vielfach. Blick in ein Alltags-Projekt aus Essen Mitte.

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Der Eltern-Wille zählt. Wer sein Kind an einem Gymnasium anmelden will, trotz, sagen wir, einer Hauptschul-Empfehlung seitens der Grundschule, der kann das tun. Den Schulen bleiben da wenig Möglichkeiten. Schnell stellt sich in der Regel heraus, dass solche Übergänge nicht wirklich funktionieren – spätestens nach Klasse sechs, dem Ende der „Orientierungsphase“, ist dann ein Schulwechsel angesagt, und viel Porzellan wurde sinnlos zerschlagen.

Doch Schulen können sich immerhin besser für solche Fälle wappnen, wenn sie stärker als bislang zusammenarbeiten – deshalb gibt es das Projekt „Schulen im Team“. Stadtweit sind das fünf Netzwerke, bestehend aus Schulen, regional angesiedelt. Sie lassen Grund- und weiterführende Schulen regelmäßig zusammenkommen. Nicht nur an Konferenzen und runden Tischen, sondern konkret, im Alltag, mit Projekten.

Ein Beispiel aus Stadtmitte bzw. dem Südostviertel: Dort haben sich vier Grundschulen sowie die Hauptschule Wächtlerstraße, das Viktoriagymnasium und die Frida-Levy-Gesamtschule zu einem „Schulen im Team“-Netzwerk zusammengeschlossen. Seit einem Jahr treffen sich rund 15 Schüler dieser Schulen, Viert- und Sechstklässler, um gemeinsam eine Zeitung zu erstellen – am Ende des Schuljahrs soll sie fertig sein, einen Titel gibt es schon: „Wow – die Zeitung für Kids“. In regelmäßigen Abständen trifft sich jetzt die Redaktion, sammelt Artikel aus den Klassen, und überlegt: Was soll rein in die Zeitung? Und wie geht das: Einen Artikel schreiben?

Viele Kinder haben Berichte über ihre Eltern geschrieben, die oft aus anderen Ländern stammen: „Mein Vater war selbst Flüchtling“, hat ein Junge aufgeschrieben, „er kam 1985 aus dem Libanon, denn dort war Krieg.“ Manche haben erörtert, ob es gut ist, wenn schon Kinder Smartphones haben dürfen, und andere haben sich überlegt, dass es für die Leser interessant wäre, zu wissen, wie man einen Hamster hält.

„Entscheidend für unsere Zusammenarbeit ist auch, dass wir als Lehrer mit Lehrern anderer Schulen ins Gespräch kommen“, sagt Winfried Bega, der Leiter der Grundschule am Wasserturm im Südostviertel.

Lehrer sollen ins Gespräch kommen

„Es hilft enorm, wenn Lehrer wissen, wie an anderen Schulen gearbeitet wird. Dann kann man wesentlich besser einschätzen, für welche Schule ein Kind geeignet ist, und man kann die Eltern vor dem Übergang entsprechend beraten.“ Auch wenn die, wie gesagt, am Ende so ziemlich das machen können, was sie wollen, auch wider jede Vernunft.

Die Zusammenarbeit in einem Netzwerk bedeutet aber mehr – auch Lesefördermaßnahmen wurden ergriffen im Netzwerk der Innenstadt-Schulen. Kinder hörten zusammen Bücher wie „Das Sams“ per CD, um es gleichzeitig als Lektüre vor der Nase zu haben. „Das sind Fördermaßnahmen, denn Lese-Vorbilder fehlen in den Haushalten unseres Einzugsbereichs“, sagt Winfried Bega.

„Schulen im Team“ wird organisiert von Stadt und „Ruhr Futur“, einer Bildungsinitiative der Stiftung Mercator, dem Land und Revier-Kommunen. Erste Anfänge gab es vor zehn Jahren. Man fragt sich fast, warum da früher noch keiner drauf gekommen ist.

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