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Wie Essener Sportvereine Fördergelder des Landes nutzen

EWRC-Vorsitzender Alfred Höltgen (l.) und Hauswart Karsten Falk haben den Förderantrag 2018 gestellt. Im Herbst 2020 wurde er bewilligt. Die energetische Erneuerung der Halle wurde sofort in Angriff genommen.L

EWRC-Vorsitzender Alfred Höltgen (l.) und Hauswart Karsten Falk haben den Förderantrag 2018 gestellt. Im Herbst 2020 wurde er bewilligt. Die energetische Erneuerung der Halle wurde sofort in Angriff genommen.L

Foto: Christof Köpsel / FFS

Essener Süden.  Mit Zuschüssen aus dem Programm „Moderne Sportstätte 2022“ beschert das Land Vereinen vorzeitig ein Weihnachtsgeschenk. Diese Projekte stehen an.

Mit dem Sportförderprogramm „Moderne Sportstätte 2022“, dem größten seiner Art bislang in NRW, hat das Land vielen Sportvereinen ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk beschert. Auch in Werden haben vier Vereine davon profitiert. Doch wann werden die einzelnen Projekte nun umgesetzt? Wir fragen nach.

Moderne Heiz- und Lichttechnik wird eingebaut

Im Essen-Werdener Ruder-Club von 1896 (EWRC) sind bereits Bauarbeiten in vollem Gange. Glasbausteine, die bislang für Licht in der Gymnastikhalle sorgten, sind aus der Wand gebrochen. Hier kommen neue Fenster mit Kippfunktion hinein. Drinnen werden Heizkörper an den Wänden montiert, unter die Decke kommen Heizstrahler. Bei dieser Gelegenheit wird moderne LED-Lichttechnik installiert. Auch der daneben liegende Kraftraum bekommt neue Heizkörper.

Die bauliche und energetische Modernisierung der Gymnastikhalle wird mit 27.160 Euro gefördert. Geld, auf das der EWRC lange gewartet hat. „Eigentlich wollten wir schon im Sommer mit den Umbauarbeiten angefangen haben“, sagt Vorsitzender Alfred Höltgen. Doch es habe noch einiger Abstimmungen mit dem Essener Sportbund bedurft, der die Landesfördermittel verwaltet. „Neue Materialschränke haben wir zum Beispiel nicht bewilligt bekommen“, sagt Höltgen. Dennoch sei man froh, dass der Anbau aus den 1980er Jahren aufgefrischt werde, zumal in der Halle auch die beiden Werdener Gymnasien Sport betreiben.

Bisheriges Bootshaus steht in der Hochwasserzone

Im Lager der Kanugesellschaft (KG) Wanderfalke ist Vorsitzender Michael Steinbach froh, dass das Geld aus dem Wettbewerb überhaupt bereitgestellt wurde. „Wir hatten ernsthafte Befürchtungen, dass das Land derzeit mit anderen Themen belastet ist.“

Insgesamt 46.000 Euro hat der Verein mit Sitz im Löwental erhalten. Dies soll ins neue Bootshaus für 120 Boote investiert werden. Dazu haben die Sportler rund 600 Quadratmeter Land dazu gepachtet, denn der alte Bootsschuppen steht mitten in der Hochwasserzone. Wann es genau losgehen wird mit dem Neubau, weiß der Vorsitzende noch nicht: „Wir befinden uns in internen Beratungen“, erklärt er.

Von der Finanzspritze profitiert auch der Kanuverein Paddelfreunde Essen-Werden. 10.153 Euro gab es in die Vereinskasse. „Viel Geld für einen Verein unserer Größe“, freut sich Vorsitzender Hans-Peter Kuhl.

Renovierung alter Gebäude aus den 70ern mit Flachdächern

Geplant ist die Instandsetzung des Daches vom Bootshaus, aber auch die Neugestaltung der Wege. In einem ersten Schritt soll jedoch der alte Holzzaun erneuert werden. „Wir wollen ihn gegen einen stabilen Stahlzaun inklusive eines großen Tores ersetzen“, sagt Kuhl. Dies besitzt Priorität, nachdem sich der direkte Nachbar der Paddelfreunde in die Insolvenz verabschiedete. „Dessen Gebäude wurde von der Stadt abgerissen, dabei ist der Zaun zu unserem Gelände weggefallen.“

Deutlich üppiger fiel die Förderung für den Rasen- und Wassersport-Verein „Rawa“ Essen aus. Nicht weniger als 134.120 Euro decken den größten Teil der Kosten ab, die bei der Sanierung der Daches der Wassersportanlage am Hardenbergufer anfallen. In die Maßnahme einbezogen sind das Bootshaus und eine Pächterwohnung. „Darüber sind wir sehr erleichtert, weil das Gebäude aus den 1970er Jahren stammt“, erklärt Vorsitzender Marc Kluge. „Alle Gebäude haben Flachdächer, die regelmäßig wegen Undichtigkeit repariert werden müssen.“ Baubeginn soll im Sommer 2021 sein.

Zu dem Zeitpunkt ist der EWRC schon lange fertig. Bereits im Dezember, hofft der Verein (so es die Coronaverordnung erlaubt), dass die Mitglieder in der renovierten Gymnastikhalle trainieren können.

Weitere 665.000 Euro Fördergelder für Sportvereine

Mit „Moderne Sportstätte 2022“ wurde das größte Sportförderprogramm aufgelegt, das es je in Nordrhein-Westfalen gegeben hat – das Gesamtvolumen beträgt 300 Millionen Euro. In der ersten Förderrunde von „Moderne Sportstätte 2022“ erhielten allein 25 Essener Vereine mehr als 1,7 Millionen Euro für zahlreiche Maßnahmen. Nun gibt es nochmals 665.000 Euro.

Damit können die Vereine eine nachhaltige Modernisierung, Sanierung sowie Um- oder Ersatzneubau ihrer Sportstätten und Sportanlagen durchführen. Folgende Vereine werden berücksichtigt:

Tennisclub möchte Bodenbeläge auf den Plätzen erneuern

Der Kanu-Klub Industrie Essen bekommt 34.716 Euro für die bauliche, energetische und digitale Modernisierung seines Bootshauses. Beim TIG Heegstraße wird die Instandsetzung von Tennisplätzen in Höhe von 45.002 Euro gefördert.

Mit 22.240 Euro kann die DJK Sportgemeinschaft Altenessen nun die Sanierung des Daches am Vereinsheim stemmen. Der Austausch der Bodenbeläge auf den Plätzen des Tennisclubs Heisingen wird mit 129.506 Euro bezuschusst.

Die Modernisierung des Bootshauses des Kanu-Sport-Vereins Rothe Mühle Essen fördert das Land mit 84.000 Euro. Beim TC Grün-Weiß Schönebeck kann die Instandsetzung sowie Erweiterung der Zaunanlage und Trennzäune an der Tennisanlage mit einer Landeshilfe von 12.250 Euro erfolgen.

Ersatzneubau eines Bootshauses für die Faltboot-Fahrer geplant

Gefördert wird zudem der Ersatzneubau eines Bootshauses und die Einfriedung des Geländes der Wassersportanlage beim Verein Essener Faltboot-Fahrer mit 40.320 Euro. Mit 18.800 Euro wird bei der Kanu-Gesellschaft Assindia die Sanierung des Flachdaches und der Plattenwege am Bootshaus gefördert.

Der Steeler Ruder-Verein bekommt für die Erneuerung des Schwimmsteges eine Förderung in Höhe von 32.788 Euro. Der Polizeisport-Verein Essen erhält für die Sanierung des Daches am Clubhaus der Tennisanlage 21.646 Euro.

Auch der Mountainbike Sportverein Essen-Steele darf sich freuen: Gefördert wird die Instandsetzung und Erweiterung der Pumptrackanlage mit 131.149 Euro. Der ESV Essen-Kupferdreh bekommt 92.796 Euro aus Landesmitteln für die bauliche Modernisierung und den Ausbau des Bootshauses.

Von dem Förderprogramm profitieren insgesamt bereits mehr als 1000 Sportvereine aus ganz Nordrhein-Westfalen.

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